zur Navigation springen

Bützow : Firmen und Schüler gehen auf Tuchfühlung

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Studien- und Ausbildungsmesse von Gymnasium und Regionaler Schule fand großes Interesse

von
erstellt am 21.Okt.2017 | 09:00 Uhr

Wie führe ich an einem Pkw eine Diagnose durch? Antworten auf diese Frage gab Tim Stopar am Stand von Röwe-Automobile. Der 20-Jährige ist Auszubildender in dem Bützower Familienunternehmen. Die Firma gehörte zu den Wegbereitern der Studien- und Ausbildungsmesse, die in diesem Jahr mehr als 50 Firmen, Universitäten und Hochschulen ins Forum des Geschwister-Scholl-Gymnasiums lockte.

„Wir haben mit Jürgen Röwe, mit Martina Fregin von LKT und Tomas Blum von der Warnow-Klinik angefangen“, erinnert sich Gudrun Radziwolek, bis zum Sommer Schulleiterin der Regionalen Schule Käthe Kollwitz. Das war 2010. Drei Jahre hätten sie die Messe alleine durchgeführt, dann gemeinsam mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium. Und so konnte Birgit Samland, Schulleiterin des Gymnasiums, die Messe mit 53 Ausstellungsteilnehmern eröffnen.

Für Tim Stopar war die Teilnahme an der Messe ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Denn vor fünf Jahren war er selbst noch Schüler und schaute während der Messe am Stand von Röwe vorbei. „Ich habe dann dort ein Praktikum und auch einen Ferienjob gemacht“, erzählt der angehende Kfz-Mechatroniker im vierten Lehrjahr.

Genau den Weg, den Tim Stopar gegangen ist, strebe das Unternehmen mit den Messeauftritten an. Sie wollen mit potenziellen Bewerbern ins Gespräch kommen. „Wir ermuntern sie dann zu einem Schulpraktikum, und wenn sie das gut absolvieren zu einer Ausbildung“, erzählt Martin Gundlach. Er selbst habe bei Röwe gelernt. Acht Azubis habe das Traditionsunternehmen gegenwärtig. Die Chance, nach der Ausbildung übernommen zu werden, ist da. „Dafür bildet die Familie Röwe aus“, sagt Martin Gundlach. Auch wenn die Ausbildung Spaß mache und er viele Erfahrungen sammeln könne, wird sein Weg nach der Ausbildung wohl nicht bei Röwe weitergehen, sagt Tim Stopar. Im Beruf möchte er aber schon bleiben.

Anders ist das bei Christoph Nath. Er ist Azubi bei der Omnibusverkehrsgesellschaft Rebus. Ein Kumpel hätte ihm von der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei Rebus erzählt, erklärt der Güstrower.

Als regionales Unternehmen sei es ihm wichtig, jungen Menschen eine Ausbildung zu ermöglichen, sagt Ausbildungsleiter Ralf-Dieter Dankert. Die Kfz-Mechatroniker werden bei Rebus in der Spezialrichtung Nutzfahrzeuge ausgebildet. Nach der Lehre können sie sowohl in der Werkstatt oder auch in den Fahrbetrieb einsteigen. Dafür ist natürlich der KOM-Schein erforderlich, den sie ebenfalls ablegen können. Auch wenn die Ausbildung Spaß macht, sehe er für sich einen anderen Weg, sagt Christoph Nath. „Ich möchte mehr mit Menschen arbeiten, denke eher an einen Beruf in die soziale Richtung.“ Die Ausbildung bei Rebus möchte er aber nicht missen, sie habe ihm eine Menge Erfahrung gebracht. Während der Güstrower kurz vor dem Abschluss steht, hat Tom Wojack gerademal die ersten Wochen der dreieinhalbjährigen Ausbildung bei Rebus hinter sich. Er sei extra von Mestlin nach Güstrow umgezogen, um dort zu lernen. Und der17-Jährige möchte auf jeden Fall bleiben.

Junge Menschen zum Bleiben zu bewegen. Das ist für viele Firmen in heutiger Zeit die große Herausforderung. Sie beginnt schon damit, den richtigen Auszubildenden zu bekommen. Karsten Barg, Geschäftsführer der Lantec GmbH aus Steinhagen, sieht da besorgt in die Zukunft. Sein Betrieb bildet Metallbauer und Konstruktionstechniker aus. Die 20 Mitarbeiter der Firma sind im Anlagenbau tätig, bauen komplette Systeme, zum Beispiel in Landwirtschaftsbetrieben. Kunden kommen aus der Nähe, wie zum Beispiel der benachtbarte Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog. Aber Lantec ist auch in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt im Einsatz. „Unsere Leute müssen selbstständig arbeiten und den Betrieb bei den Kunden selbstbewusst vertreten“, ist die Zielsetzung an die Ausbildung. Doch leider fehle es bei vielen künftigen Auszubildenden schon an den einfachsten handwerklichen Fertigkeiten. „Hier müssen Familie und Schule ansetzen“, sagt Karsten Barg. Eine Erfahrung, die auch Martin Gundlach immer wieder macht. „Ich spreche vom Basic, von grundlegenden Dingen, die heute oftmals fehlen.“

Deshalb sei es wichtig, so früh wie möglich mit der Berufsorientierung zu beginnen. „Das Produktive Lernen ist da eine ganz tolle Sache“, sagt Susanne Lübstorf, Pflegedienstleiterin in der Warnow-Pflege Bützow. Im September habe eine Jugendliche mit der Ausbildung begonnen, die zuvor über diese Unterrichtsform den Beruf näher kennenlernen konnte und sich dann dafür entschieden habe. In der Wanow-Klinik hätten vier Absolventen der Bützower Schule jetzt mit der Ausbildung begonnen, erklärt Janett Mawick, Pflegedienstleiterin der Warnow-Klink, die seit 2010 bei der Messe dabei ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen