Güstrow/Bützow : Firmen helfen klammen Gemeinden

Immer mehr Firmen helfen klammen Gemeinden. Unternehmen springen ein und übernehmen den Eigenanteil der Gemeinden.

svz.de von
22. Januar 2013, 09:20 Uhr

Güstrow/Bützow | Klamme Kassen in vielen Gemeinden, aber trotzdem wird investiert. Der Trend dabei: Unternehmen springen ein und übernehmen den Eigenanteil der Gemeinden.

In der Gemeinde Lohmen wurden auf diese Weise im Bodenordnungsverfahren (BOV) die neue Auffahrt zum Feuerwehrgerätehaus in Lohmen und der erste Abschnitt für die neue Straße Kreuzung Gerdshagen-Gerdshagen-Hof fertiggestellt. Den Eigenanteil holte sich die Gemeinde mit einem Darlehensver trag zwischen einer in Lohmen ansässigen Firma und der Teilnehmergemeinschaft im BOV. Bürgermeister Bernd Dikau: "Nur so wurden die Vorhaben von über 270 000 Euro realisiert. "

Bützows Bürgermeister: "Das ist gängige Praxis"

Elfriede Schmidt, Bürgermeisterin Jürgenshagen, sagt: "Einen fünfstelligen Betrag hat ein Landwirtschaftbetrieb aus der Region für Straßenbaumaßnahmen zwischen Gnemern und Groß Gischow zur Verfügung gestellt." Auch wenn es um Reparaturarbeiten an Gehwegen und Straßen geht, helfen Unternehmen aus der Gemeinde aus. Das bestätigt Bernitts Bürgermeister Erhard Finck. "Eine Firma hat den Eigenanteil für den Kauf eines Feuerwehrautos für die Wehr in Göllin mit aufgebracht", berichtet er. Außerdem werden sich Landwirte an den Sanierungskosten für die Straße Kurzen Trechow-Bernitt beteiligen. Diese Straße war in den 1990er-Jahren über den ländlichen Wegebau von der Gemeinde erneuert worden. Sie gilt auch für schwere Fahrzeuge als beliebte Abkürzungsstrecke. Außerdem hat sie durch den Bau eines Umspannwerkes stark gelitten.

Auch für Bützows Bürgermeister Sebastian Constien ist das gängige Praxis. "Wir arbeiten da sehr stark mit Firmen und Landwirten zusammen", betont er. Als Beispiel nennt Constien das Ausheben eines Feuerlöschteiches in Parkow. In Abstimmung mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt habe ein Landwirt dann den Schlamm auf seine Felder ausgebracht, so der Bürgermeister. In einem anderen Fall hat eine Firma auf der Grundlage eines städtebaulichen Vertrages den Ausbau einer kleinen städtischen Straße in Angriff genommen und auch die ganzen Abrechnungsleistungen mit den Anwohnern geregelt. Constien: "Wir haben nur unseren Anteil von zehn Prozent bezahlt. Die Verwaltung wurde entlastet."

Die Gemeinde Lalendorf bemüht sich bei Firmen, dass sie den Gemeindeanteil von 37 400 Euro für die Neugestaltung des Gutsplatzes und den Abriss der Futterscheune in Vietgest übernehmen. "Ganz perfekt ist das noch nicht, aber es sieht so aus als ob es klappt", so Bürgermeister Reinhard Knaack.

Reimershagens Devise: "Jetzt oder nie"

"Jetzt oder nie", obwohl kein Geld in der Kasse ist, so lautet für Reimershagens Bürgermeister Jens Kupfer die Devise, u.a. beim Vorhaben, den Weg von Suckwitz nach Kirch Kogel zu sanieren. Das Finanzierungsloch beträgt 8100 Euro. Wenn es z.B. mit einem Kassenkredit nicht klappt, will auch Kupfer Firmen "anbohren". Kupfer: "In Zehna wird das auch angestrebt und es gibt vielversprechende Nachrichten." Dort geht es um die Straße nach Groß Breesen sowie von Zehna nach Ganschow.

Karl-Heinz Kissmann, Bürgermeister Gülzow-Prüzen, folgt ebenfalls diesem Trend. Trotz Fehlbedarfs und Schulden sollen wichtige Gemeindestraßen hergerichtet werden, u.a. die Straße von Hägerfelde nach Groß Upahl. Dafür will die Gemeinde die Eigenmittel einwerben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen