Bützow : Finanzen bereiten Kopfzerbrechen

Christian Grüschow zeigte Innenminister Lorenz Caffier nach dem Tornado die Schäden, die in Bützow entstanden waren. Am Donnerstag kam Caffier wieder und brachte den Bewilligungsbescheid für eine Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 132 295,27 Euro, die für die Neugestaltung der Außenanlage der Grundschule am Schlossplatz eingesetzt wurde.
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Christian Grüschow zeigte Innenminister Lorenz Caffier nach dem Tornado die Schäden, die in Bützow entstanden waren. Am Donnerstag kam Caffier wieder und brachte den Bewilligungsbescheid für eine Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 132 295,27 Euro, die für die Neugestaltung der Außenanlage der Grundschule am Schlossplatz eingesetzt wurde.

Caffier in der Warnowstadt: Nach der Übergabe eines Bewilligungsbescheids erkundigt sich der Innenminister zur Lage in und um Bützow

svz.de von
28. April 2017, 21:00 Uhr

Wenn eine schwarze Limousinen-Flotte mit blauen Leuchten auf dem Dach von hinten in die Eibahnstraße Am Markt einbiegt und vor dem Rathaus Halt macht und wenn Männer im Anzug mit Knopf im Ohr die Wagentür öffnen, dann steht offenbar ein hoher Besuch ins Haus. So war es am Donnerstag Abend. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) war im Rathaus zu Gast, um Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) den Bewilligungsbescheid für die Neugestaltung der Außenanlage der Grundschule am Schlossplatz zu übergeben (SVZ berichtete). Doch er ließ nicht nur den Bescheid über die Sonderbedarfszuweisung in Höhe von 132 295,27 für die Ausgaben, die sich auf insgesamt 199 966,53 Euro beliefen, da. Er blieb auch für ein Gespräch über Bützow.

Anfangs informierte sich Caffier darüber, was an der Grundschule sowie in der Stadt schon alles gemacht wurde, nachdem der Tornado erhebliche Schäden angerichtet hatte. An allen städtischen Gebäuden seien die Schäden behoben worden, antwortete Grüschow. Lediglich ein paar private Gebäude würden noch fehlen. Anders sehe es bei den Außenanlagen aus, wie etwa dem Kirchenplatz.

Wie denn der Zusammenhalt in der Bevölkerung war und jetzt ist, wollte Caffier anschließend wissen. „Ich habe festgestellt, dass die Leute fester zusammenrücken, wenn es eng wird“, so der Innenminister. Aber auch, dass es im Alltag dann wieder nachlasse. Wünschenswert sei, dass vom Elan der Bürger nach solchen Ereignissen immer etwas übrig bleiben sollte. Dem stimmen alle Beteiligten der Runde zu, der auch Torsten Renz (Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion der CDU) und Stephan Meyer (CDU), Dezernent des Landkreises, beiwohnten. In Bützow sei es auch so gewesen.

Die Frage nach dem TSV Bützow stellte Caffier ebenfalls, denn der Verein habe ja auch einiges abbekommen. Renz betonte diesbezüglich die Solidarität unter den Sportvereinen. Viele hätten Geld gesammelt und es übergeben. Auch das Benefizspiel des FC Hansa Rostock wurde lobend erwähnt.

Ernst wurde es auch beim Thema Finanzen. Christian Grüschow: „Die Gemeinden müssen einen gewissen Handlungsspielraum haben.“ Andernfalls müsse man sich nicht wundern, wenn in den Gemeinden niemand mehr Bürgermeister werden wolle. „Die Gemeinden ernähren sich von ihren Steuereinnahmen, Mittel vom Land sind das Sahnehäubchen. So sollte es sein, doch bei uns ist es anders“, erklärte Caffier. Es müsse ein gerechtes System etabliert werden. Eines, bei dem nicht profitiere, wer ohnehin schon gut dasteht, und der auf der Strecke bleibe, der bereits hinten an steht.

Passend zum Thema Finanzen kam auch die Brandschutzbedarfsplanung zur Sprache. Alle Beteiligten ahnten, dass große Probleme auf sie zukommen werden. Denn die Brandschutzbedarfsplanung werde viele Missstände ans Licht führen (wie beispielsweise veralterte Einsatzwagen), die letztlich Geld kosten und immer teurer werden. „2006 habe ich meine erste Drehleiter übergeben“, sagte Caffier. Diese habe damals 311 000 Euro gekostet. „Heute kostet so eine 700 000 Euro. Das werden wir nicht lange durchhalten, weder als Land noch als Kommune.“ Laut Grüschow habe die Brandschutzbedarfsplanung aber auch einen Vorteil. Denn Gemeindevertreter und Bürgermeister würden so damit vertraut gemacht, was nötig ist, um den Brandschutz zu gewährleisten. Meyer betonte: „Die Gemeinden müssen wissen, dass das eine Pflichtaufgabe ist.“ Dazu gehöre auch die Pflege von Löschteichen.

Neben weiteren Themen erkundigte sich Caffier zu guter Letzt, wie es um das Polizeirevier in Bützow bestellt sei. Grüschow sprach von einem guten Draht zur Leitungsebene. Auch die Bürger würden nicht monieren, dass sie in Zeiten von veränderten Sicherheitsgefühlen zu wenig Präsenz verspüren würden.

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