Tannenbaum-Verbrennen in Bernitt, Bützow, Benitz und Schwaan : Feuer bringen Menschen zusammen

<strong>Jana und Ingo Assmann</strong> schmeißen in Benitz ihre ausrangierte Tanne ins Feuer.
1 von 4
Jana und Ingo Assmann schmeißen in Benitz ihre ausrangierte Tanne ins Feuer.

Seit vielen Jahren werden etwa zwei Wochen nach Silvester in vielen Orten der Region die ausgedienten Weihnachtsbäume von den Freiwilligen Feuerwehren verbrannt. Oft treffen sich dabei viele Bekannte wieder.

svz.de von
14. Januar 2013, 09:29 Uhr

Benitz/Bernitt/Bützow/Schwaan | "Da geht noch was" sagt René Dilla und hievt einen abgeschmückten Tannenbaum auf den Anhänger des roten Transporters. Dilla ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan und hat Sonnabendvormittag alle Hände voll zu tun, die Nadelbäume von den Bürgersteigen und Grundstücksgrenzen der Einwohner für das Tannenbaum-Verbrennen am Abend einzusammeln. Etwa sieben Mal fahren er und weitere Kameraden raus und bringen an die 400 Tannen auf das Gelände der Freiwilligen Feuerwehr zurück. "In Spitzenzeiten hatten wir schon mal 700 Bäume eingesammelt", sagt Frank Ohde, stellvertretender Wehrführer der FFw Schwaan. Gemeinsam mit den anderen Kameraden häuft er neben dem "Haupt-Haufen" einen zweiten "grünen Berg" an.

Auch die Kameraden der Bützower Wehr sind Sonnabendvormittag in der Warnowstadt unterwegs und sammeln die letzten, knapp 100 ausrangierten Weihnachtsbäume für das Tannenbaum-Verbrennen An der Bleiche am Abend ein. "Der Bauhof hatte zuvor schon zahlreiche Tannen von den Bürgersteigen geholt", sagt Wehrführer Holger Gadinger und deutet auf den großen, mehrere Meter großen Haufen von Tannen An der Bleiche. Ganz anders in der Gemeinde Benitz-Brookhusen. Dort beginnt das Tannenbaum-Verbrennen bereits nachmittags um 15.30 Uhr. Bei Kaffee und Kuchen oder Glühwein und Bratwurst bringen die Einwohner ihre Tannen mit. "Ich habe meinen Baum heute erst abgeschmückt und hier ins Feuer geworfen", sagt Antje Rädel. Die Vorsitzende des Vereins "Miteinander Benitz-Brookhusen", der gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr des urige Zusammenkommen auf dem Platz vor dem Gemeindehaus organisiert hat, ist zwischen den Feiertagen nicht da gewesen, weshalb ihre Tanne noch bis zum zweiten Januarwochenende stehen blieb. "Immer, wenn ich Zeit habe, besuche ich das Tannenbaum-Verbrennen, denn ich mag das Miteinander der Menschen", sagt die Benitzerin Bärbel Nimke. Davon scheint auch schon der sechsjährige Theo begeistert zu sein. "Er kommt extra zum Tannenbaum-Verbrennen von unseren Kindern aus Rostock nach Benitz", sagt Sigrid Mohsakowski über ihren Enkelsohn. Was er sich beim Verbrennen des Baumes gewünscht hat, wollte der Knirps allerdings nicht verraten.

Das Knistern und Knacken des Feuers begeistert nicht nur die Benitzer, sondern auch Alexandra Fiedrich und Steffen Hohmann von der Freiwilligen Feuerwehr Bernitt. Immer wieder schmeißt Alexandra Fiedrich, die die einzige Frau in der Bernitter Wehr ist, weitere Tannen ins Feuer. "Es ist das beste Wetter dafür. Zum Tannenbaum-Verbrennen gehört auch Schnee", findet Papa Heiko Fiedrich und deutet auf den leichten Niederschlag. Bereits zum siebenten Mal werden in Bernitt am Backhaus die ausgedienten Weihnachtsbäume verbrannt. Alexandra Fiedrich, die aus beruflichen Gründen in Hamburg arbeitet, versucht so oft wie möglich in Bernitt dabei zu sein. "Wenn ich Zuhause bin, dann hat die Pflicht als Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr auch Priorität", erzählt sie, hört dem Knacken des Feuers zu und legt einen weiteren Baum nach.

Von den hellen und wärmenden Flammen sind auch zahlreiche Bützower angetan. Etwa 500 Einwohner zog es am Sonnabend zum Platz An der Bleiche.Darunter auch Uwe Göllnitz, der seinen ausgedienten Weihnachtsbaum zum Verbrennen mitbringt. Mit einem kräftigen Wurf landet der auf dem meterhohen Haufen. "Das ist bei uns schon zur Tradition geworden", sagt Göllnitz, der mit seinen Nachbarn schon jahrelang des Tannenbaum-Verbrennen besucht.

Pünktlich um 17 Uhr zündet Kamerad Matthias Leisten mit einem Gasbrenner in der Hand den riesigen Tannenbaumhaufen an. Und es dauert nicht lange, dann brennt der "Berg". Über 500 Tannenbäume, so schätzt Wehrführer Holger Gadinger, landeten an diesem Abend auf dem großen Feuerhaufen an der Bleiche.

In Schwaan erforderte das Anzünden des Baumhaufens größere Anstrengungen: Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr mussten mehrere Versuche starten, bis die vielen Nadelhölzer endlich brannten. Etwa 200 Bürger wollten sich das nicht entgehen lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen