Vor uns der Morgen : Festival mit Wohlfühlatmosphäre

Steffen Hartwig aus Berlin (rechts) und Jonas F. aus Dresden traten kräftig in die Pedalen, um ihre Smartphones aufzuladen.
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Steffen Hartwig aus Berlin (rechts) und Jonas F. aus Dresden traten kräftig in die Pedalen, um ihre Smartphones aufzuladen. Fotos: Sabine Herforth

Die Premiere von „Vor uns der Morgen“ ist geglückt: Bauwoche mit anschließenden Veranstaltungen finden großen Anklang

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07. August 2016, 21:00 Uhr

„Es ist genau so, wie wir es uns vorgestellt haben“, schwärmt Michael Schröder vom Organisationsteam des Festivals „Vor uns am Morgen“. Am Wochenende hatte die Veranstaltung in Hermannshagen Premiere. Vorausgegangen war eine Bauwoche, in der die Infrastruktur für die Festivalbesucher geschaffen wurde. Am Freitag und Sonnabend wurde dann ausgelassen gefeiert. „Es war total toll“, sagt Schröder zufrieden. Selbst die Schauer am Sonnabend konnten die Gemüter keine Sekunde trüben. „Es herrscht eine gute Grundstimmung“, fügt er an.

Von allen Seiten gab es positive Rückmeldungen. Neben Live-Bands, Filmen und Lesungen war für die Besucher allerdings auch einiges geboten. So gab es die Möglichkeit, sich beim Festival-Friseur die Haare schneiden zu lassen, beim Siebdruck zu experimentieren oder mit Leihfahrrädern an den nahegelegenen See zu fahren. „Die Camera obscura war auch schon in Betrieb.“ Wer wollte konnte zudem an einer Wanderung teilnehmen.

Wie geplant, war „Vor uns der Morgen“ kein klassisches Festival. „Es sind viele Leute mit Kindern da“, stellt Michael Schröder fest.

Die ganze Woche mit dabei

„Ich war auch bei der Bauwoche dabei“, verrät Dominik Korlikowski, der aus Essen anreiste. Er half bereits zehn Tage bei den Vorbereitungen mit, bevor die eigentliche Veranstaltung folgte, – aus Spaß am Bauen. Nachdem die Helfer zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen waren, waren die vielen Besucher eine kleine Umstellung. Aber die Stimmung unter den etwa 170 Besuchern war ausgelassen. „Das funktioniert herrlich“, freut sich Dominik Korlikowski. „Das ist mal eine ganz andere Art von Urlaub“, sagt er und freut sich Augenblicke später, über ein gelungenes Motiv auf seinem Shirt, das im Siebdruck entstand.

„Für mich ist es das erste Festival nach der Schwangerschaft“, erzählt Bettina Leenen aus Hamburg, während ihr Kind im Zelt schläft. Es sei schwierig derartige Veranstaltungen zu finden, die familienfreundlich genug sind, um auch kleine Kinder mitzubringen. „Hier ist alles nicht zu sehr auf Musik festgelegt“, so die Hamburgerin. Stattdessen stehe die Gemeinschaft im Vordergrund.

Steffen Hartwig aus Berlin zog es vor allem nach Hermannshagen, um Freunde wiederzusehen. „Ich habe mit den Organisatoren studiert“, erzählt er, während er an der Fahrradstation sein Smartphone auflädt. Wie lange er dafür in die Pedale treten musste? „Länger als mir lieb ist“, sagte er nach einigen Minuten und lacht.

Neben ihm produziert auch Jonas F. aus Dresden mit Muskelkraft Strom. Ihn haben vor allem die Kurzfilme auf das Festival nach Hermannshagen gelockt. „In Dresden gibt es auch ein Kurzfilmfest“, verrät er. Auch wenn die Filme bei „Vor uns der Morgen“ nicht die Hauptrolle spielten, seien einige interessante Vorführungen dabei gewesen. „Einige wirken etwas psychedelisch“, meint er. So sei die Aufnahme eines Wasserfalls nicht ganz nach seinem Geschmack gewesen. „Aber es gibt auch Gesellschaftsstudien“, die für ihn deutlich interessanter sind, so der Dresdner.

„Wir hoffen, dass es nächstes Jahr wieder stattfindet“, sagt Bettina Leenen und genießt sichtlich die Veranstaltungsatmosphäre. So weit sind die Organisatoren aber noch nicht. „Darüber denken wir nächste Woche nach“, sagt Anna Knüppel und lacht.

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