Bernitt : Fast ein halbes Jahrhundert alt

45 Jahre hat das Löschfahrzeug der Kurzen Trechower Kameraden auf dem Buckel. Höchste Zeit für Ersatz.
45 Jahre hat das Löschfahrzeug der Kurzen Trechower Kameraden auf dem Buckel. Höchste Zeit für Ersatz.

Ersatz für das Löschfahrzeug der Kurzen Trechower muss her.

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12. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Deutschland wird Fußball-Weltmeister. Die Boxer Muhammad Ali und George Foreman liefern sich einen Jahrhundertkampf. Nixon tritt aufgrund der Watergate-Affäre als US-Präsident zurück, genau wie Willy Brandt in der BRD. Die DDR wurde endgültig international anerkannt. All das passierte 1974, also vor einer Ewigkeit. In jenem Jahr wurde auch das Löschfahrzeug der Kurzen Trechower Ortswehr hergestellt, das noch heute im Einsatz ist. Nun soll das LF 408 G durch ein neues abgelöst und in den Ruhestand geschickt werden. Die Gemeindevertreter Bernitts beschlossen die Beschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wasser an Bord.

Das derzeitige Löschfahrzeug entspreche nicht mehr dem neuesten Stand der Technik, erklärt Gemeindewehrführer Ralf Ackerhans. „Dabei geht es ja auch um die Sicherheit der Kameraden.“

Mehr als 140 000 Euro dürfte eine Neubeschaffung kosten. Und bei der Finanzierung geht die Wehr neue Wege. Denn neuerdings bietet das Land Anschaffungen als Zentralmaßnahme an. Heißt: Gemeinden können sich mit ihrem Vorhaben anmelden und teilen sich einen Geldtopf von 50 Millionen Euro.

Der Vorteil wäre, dass über gebündelte Ausschreibungen deutliche Einsparungen zu erzielen sind. Der Gemeindeanteil würde im besten Fall auf rund 40 000 Euro sinken. Allerdings gibt es keine Gewähr, dass das Vorhaben auch umgesetzt wird. Schreibt das Amt Bützow-Land für die Gemeinde die Anschaffung aus, wären nach ersten Kostenschätzungen mehr als 140 000 Euro fällig, zu denen der Landkreis 40 000 Euro beisteuern würde. Verlässlicher wäre die eigene Ausschreibung. Deutlich kostengünstiger die über das Land. Und deswegen versucht die Gemeinde auch den Weg über das Land.

Ob nun so oder so, das Fahrzeug wird kommen. Darauf haben sich die Gemeindevertreter geeinigt. Um die Kosten gering zu halten, wird dabei auf „Schnickschnack“ verzichtet und alles, was an Technik des alten Fahrzeugs noch zu gebrauchen ist, mitgenommen. Ralf Ackerhans nennt da beispielsweise Schläuche und die Tragkraftspritze. Letztere wurde nämlich erst voriges Jahr angeschafft. Die alte war wie das LF 408 G Baujahr 1974. Bis dato musste der Maschinist kräftig an einer Kurbel drehen, damit die Pumpe anspringt. Nun genügt ein Knopfdruck.

Einsatzfahrzeuge wollen aber auch gefahren werden – und das dürfen nur entsprechend ausgebildete Kameraden. Felix Springborn und Tommy Werner von der Freiwilligen Feuerwehr Kurzen Trechow/Moisall würden gern den nötigen Führerschein absolvieren. 3500 Euro kostet ein Führerschein, der Kreis steuert 1000 Euro bei.

Die Bürgermeisterin berichtet, dass die Gemeinde sich auch dafür aussprach. Und trotzdem wurde das Thema vorerst zurückgestellt. Grund: Die Gemeinde will Felix Springborn und Tommy Werner den Führerschein bezahlen. Schließlich ist die Gemeinde für den Brandschutz verantwortlich. Vor vier Jahren allerdings absolvierte ein anderer Kamerad die Prüfung. Da der Bernitter Säckel aber deutlich schmaler war als heute, erklärte der Feuerwehrmann sich bereit, Teile der Kosten zu übernehmen. Und nun die volle Kostenübernahme? Das könne nicht sein, sagt Birgit Czarschka. Deswegen werde geprüft, ob dem Kamerad die Kosten von damals erstattet werden können. „Das muss ja auch rechtssicher sein.“ Und wenn das geklärt ist, sollen die Gelder für Felix Springborn und Tommy Werner bereitgestellt werden.

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