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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 00:03 Uhr

jabelitz : Fantasiewelten aus der Werkstatt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Holzbildhauer Janne Margo König und Thor Sten Swertz stecken hinter dem Unternehmen Hü & Hott Skulpturen

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Ein Boot im Schilf, umschwärmt von Fischen, eine Schildkröte mit mächtigem Panzer oder süße Ferkel, die im Kreis umhertanzen. Janne Margo König und Thor Sten Swertz schaffen in ihrer Werkstatt kleine Welten. Denn sie bauen Fantasieorte in Form von Spielskulpturen.

Seit gut acht Jahren lassen die Kreationen der beiden nun schon die Kinderherzen höher Schlagen lassen.

„Wir haben uns das gar nicht ausgedacht, dass wir Spielsachen gestalten wollen“, verrät König. Der Zufall kam den beiden zu Hilfe, denn eine Erzieherin sah in einem ihrer Werke – ein Schwein – mehr als nur ein Kunstwerk und wollte wissen, ob sie eine Spielfigur für den Kindergarten anfertigen würden.


Alles fing mit einem Schwein an


„Das Schwein war gar nicht als Wackelfigur gedacht, saß aber auf einer Feder, weil es lustig war“, erinnert sich die 35-Jährige an die Figur. Letztlich bauten die beiden eine Kletterschildkröte, weil es besser in das Konzept der Einrichtung passte, aber die Idee war geboren.

„Wir sind beide gelernte Holzbildhauer“, berichtet Janne Margo König. Seit 2002 arbeiten sie freischaffend. Inzwischen fertigen sie seit gut acht Jahren vorallem Spielgeräte aus Holz, die beispielsweies in Bützow, Schwaan oder Prüzen stehen. Dafür gründeten sie Hü & Hott Spielskulpturen GbR mit Sitz in Jabelitz – inspiriert von den ersten Spielgeräten.

 „Es sind immer sehr individuelle Projekte“, erklärt der 36-Jährige. Denn wichtiger Bestandteil der Arbeit ist der Besuch vor Ort. Das Duo liefere keine Katalogarbeit, sondern bemühe sich bei allen Aufträgen, etwas zu schaffen, dass sich am geplanten Ort einfügt und die Bedürfnisse und Wünsche der künftigen Nutzer berücksichtige. „Ich finde es immer toll, wenn ich etwas übernehmen kann von denen, die dort Zeit verbringen werden“, erklärt König. „Das ist etwas, wo wir uns einfach ein bisschen unterscheiden“, pflichtet Swertz bei.

„Es gibt ganz viele Kindergärten, die mit natürlichen Materialien arbeiten. Vielen ist wichtig, dass die Kinder Kontakt haben zum Holz“, weiß Janne Margo König. Umso mehr identifizierten sie sich mit Spielwelten, an denen sie selbst mitwirken konnten.


Aus Ideen werden Spielwelten


Aus den Informationen, Ansprüchen und Ideen vor Ort entwickeln die beiden Bildhauer schließlich einen Entwurf. „Die Planung ist das wichtigste an der Arbeit“, betont König. Es sei aber oft auch eine anstrengende Phase, weil so viele Komponenten zusammengefügt werden müssen.

Sind beide Seiten zufrieden mit dem Entwurf geht es schließlich an die praktische Arbeit, den Bau. Die Spielgeräte werden Stück für Stück in der Werkstatt aufgebaut, farbig gefasst und dann auf die Reise geschickt. Bis eine Spielskulptur so weit ist, kann es Wochen dauern, je nachdem wie kompliziert das Spielgerät zu fertigen ist.

„Jedes einzelne Brett wird angepasst und das ist zeitaufwändig“, gibt Janne Margo König zu bedenken. Oft arbeiteten sie auch parallel an Projekten, so Swertz.

Den Schritt von der reinen Bildhauerei, die sie auch heute immer wieder einmal betreiben, haben die beiden nicht bereut. „Es ist ein ganz anderes Gefühl etwas zu bauen, was später genutzt und bespielt wird“, so König. Die Skulpturen aus Holz bieten neben visuellen auch haptische Anreize für die Jungen und Mädchen. Sie bewegen sich tatsächlich in ihrer eigenen kleinen Fantasiewelt, denn oft erzählen die Tiere rund um die Spielgeräte ihre ganz eigenen Geschichten.

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