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Pilzberater Klaus Warning : Experte warnt vor Giftchampignons

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Viele Anrufe muss in diesen Tagen Klaus Warning entgegennehmen. Der Bützower ist einer von drei Pilzsachverständigen im Landkreis Rostock. Dabei ist das Wetter eigentlich für eine besondere Mahlzeit zu unbeständig.

svz.de von
erstellt am 27.Jun.2013 | 06:08 Uhr

Bützow | Viele Anrufe muss in diesen Tagen Klaus Warning entgegennehmen. Der Bützower ist einer von drei Pilzsachverständigen im Landkreis Rostock, die in diesen Tagen viel zu tun haben.

Die Menschen haben Zeit, viel Urlaub und gehen auf Pilzsuche. Doch derzeit müsse man schon ein guter Kenner der Materie sein, um zu einer schmackhaften Pilzmahlzeit zu kommen, sagt der Bützower. Klaus Warning: "Dabei fing es mit dem Pilzvorkommen im Monat Mai gut an. Es gab reichlich Maipilze, am Anfang von sehr guter Qualität. Doch später wurden viele von Maden befallen." Wer Appetit auf Morcheln und Lorchel hatte, der muss schon die seltenen Stellen im Landkreis kennen, um fündig zu werden. "Dies ist aber auch gut so, da unter den Morcheln und Lorchel auch geschützte Arten der Roten Liste sind", so der Pilzberater.

Der Juni habe dann die Sommersteinpilze und verschiedene Arten der Hexenröhrlinge gebracht. Letztere schmecken wie Steinpilze, seien aber selten von Maden befallen. "Da aber durch die blaue Verfärbung des Fleisches Menschen zweifeln, kommen die Kenner auf ihre Kosten", so der Pilzexperte. "Bei meinen Streifzügen durch die Wälder finde ich immer wieder kleine bis größere Mengen von abgeschnittenen Hexenröhrlingen, wahrscheinlich im letzten Moment doch nicht mitgenommen für den Kochtopf. Einfacher und sicherer und ohne Kosten wäre doch wohl der Gang zum Pilzsachverständigen."

Freunde des Champignon wurden ebenfalls im Mai und Juni fündig. Doch leider breite sich immer mehr der Karbol- oder Giftchampignon aus. "Bürger brachte mir körbeweise Giftchampignons." Von dem Verzehr dieser den essbaren Champignons so ähnlichen Art ist dringend abzuraten. Warning warnt auch vor dem ziegelroten Risspilz, einer sehr giftigen Pilzart, die derzeit sehr stark wächst. "Sie ist unter Linden zu finden. Im Stadtgebiet von Bützow fand ich an den vergangenen 14 Tagen viele Exemplare."

Im Moment stagniere das Pilzvorkommen etwas, was wohl mit an der Witterung liege. Etwas besser könne das Pilzvorkommen aber auf leichten Sandböden sein, da sich diese schneller erwärmen. "Vereinzelt findet man Riesenträuschlinge, eine Zuchtart, die ausgewildert ist. Auch das Vorkommen von an Bäumen wachsenden Pilzen ist mit Ausnahme des Schwefelporlings eher verhalten. Pfifferlinge sind schon vorhanden, aber in der Regel noch zu klein."

Auch wenn eher der Herbst die typische Pilzzeit sei, lohne sich auch jetzt eine Wanderungen durch die Natur. "Wer Pilze findet, die ihm unbekannt sind oder bei denen er sich nicht sicher ist, sollte sich an die Pilzberater wenden", so Klaus War ning.

Kontakt: Klaus Warning, Leninring 14, Tel. 03 84 61/27 09 oder 01 74 /4 68 80 98.

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