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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 13:25 Uhr

Dorfalden Bernitt : Essen wie bei Muttern

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Dorfladen in Bernitt ist für viele Einkäufer eine feste Adresse. Der Mittagstisch erfreut sich großer Beliebtheit.

von
erstellt am 20.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Kochen, Ware bestellen, Kunden bedienen – im Bernitter Dorfladen gibt es immer viel zu tun. Seit etwa zweieinhalb Monaten ist das Geschäft geöffnet und das Interesse reißt nicht ab. „Vor Weihnachten war natürlich enorm viel los, aber auch jetzt sind immer noch alle begeistert. Sehr viele haben es sich schon zur Gewohnheit gemacht, ihre Brötchen und ihre Zeitung bei uns zu kaufen“, erzählt Andrea Boldt, die gemeinsam mit Simone Koszidowski als Verkäuferin angestellt ist. Auch diejenigen, die dem Projekt anfangs skeptisch gegenüberstanden oder gar dagegen waren, kämen mittlerweile als fröhliche Kunden vorbei.

Für die beiden Verkäuferinnen ist somit jeden Tag Action angesagt. Wenn sie nicht gerade Kunden bedienen, kümmern sie sich um neu angekommene Ware oder kochen für den Mittagstisch, den der Dorfladen ebenfalls im Angebot hat. Die täglich frisch zubereitete Hausmannskost kommt gut an, doch am Anfang gab es kleine Startschwierigkeiten. „Wir haben uns das zuerst anders gedacht, wollten vor allem Eintöpfe anbieten. Aber das kam nicht so gut an“, erzählt Andrea Boldt. Der Wunsch nach Fleisch war dann doch größer – „wie Männer eben so sind“, sagt Simone Koszidowski lachend. Jetzt brummt das Geschäft mit dem Mittagessen: Zehn bis zwölf Mahlzeiten werden täglich verputzt. „Ein Kunde meinte zu uns, es schmeckt ihm wie bei Muttern zu Hause“, erzählt Simone Koszidowski.

Das tägliche Pensum verlangt den beiden Verkäuferinnen viel ab. „Am Anfang war es tatsächlich anstrengender als gedacht. Aber mittlerweile kehrt so langsam die Routine ein“, sagt Andrea Boldt. Anflüge von schlechter Laune sucht man bei den beiden Frauen aber trotz aller Anstrengungen vergeblich. Jeder Kunde wird erst einmal persönlich bedient, es gibt kurze Schwätzchen, die über das Geschäftliche hinausgehen. Was anderenorts vielleicht aufgesetzt wäre, ist im Bernitter Dorfladen Teil des normalen Umgangs. „Der Kontakt mit den Kunden gefällt mir an der Arbeit hier am besten“, sagt Andrea Boldt. Simone Koszidowski nickt zustimmend.

Den Umgang mit Menschen sind beide Frauen schon von anderen Arbeitsstellen gewohnt. So hat Simone Koszidowski lange Zeit in Satow als Verkäuferin gearbeitet. Und auch Andrea Boldt hat einschlägige Erfahrungen auf dem Gebiet gemacht. „Ich habe fast zehn Jahre lang Handys verkauft, das ist sowieso ein sehr rede- und kontaktintensiver Job. Generell muss man einfach ein Mensch sein, der mit Menschen kann. Ich kann mich ja nicht einfach mit heruntergezogenen Mundwinkeln hinter den Verkaufstresen stellen.“

Die Löhne der beiden Verkäuferinnen werden im ersten Jahr zu 70 Prozent vom Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern gefördert. „Danach müssen wir schauen, ob wir noch eine Anschlussförderung beantragen oder es so geht“, sagt Andrea Boldt. Abhängig ist das davon, ob der Bernitter Dorfladen tatsächlich auch genügend Profit abwirft. Wie genau sich die Finanzen entwickeln werden, könne man jetzt allerdings noch nicht sagen, so Andrea Boldt. „Wir müssen bestimmt noch bis April abwarten, bis wir sagen können, wie und ob sich die Kosten alle decken.“

Der wichtigste Faktor für ein rentables Geschäft ist ein Kundenstamm, der nicht nur in den ersten Monaten das Angebot des Ladens nutzt. Diesbezüglich scheint sich für den Laden derzeit alles gut zu entwickeln. „Es mussten sich erst einmal alle daran gewöhnen, dass wir da sind. Aber so nach und nach realisieren die Leute schon, dass sie hier vor Ort einkaufen können“, sagt Andrea Boldt. Bei einigen sei die Gewohnheit, nach Bützow oder Güstrow zu fahren einfach noch zu stark ausgeprägt, aber ein Umdenken finde auf jeden Fall statt. Und viele der Kunden, die jetzt schon vorbeikommen, erledigen gleich ihren ganzen Wocheneinkauf im Dorfladen. Das mache sie selbst auch so, sagt Andrea Boldt. „Meine Familie kommt auch regelmäßig vorbei. Sie nehmen dann mit, was sie brauchen und sagen nur noch, dass ich das dann bezahle“, erzählt sie lachend.

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