Bützow : Es knackt und zischt im Hause

Reinhard Lippert (links) und Ulf Borgmann präsentieren im Krummen Haus das lyrisch-musikalische Programm „Zwieoptikum im dullirausch“ als Auftaktveranstaltung der Ausstellung „Neues von Fischers Fritze“.  Fotos: Nicole Groth
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Reinhard Lippert (links) und Ulf Borgmann präsentieren im Krummen Haus das lyrisch-musikalische Programm „Zwieoptikum im dullirausch“ als Auftaktveranstaltung der Ausstellung „Neues von Fischers Fritze“. Fotos: Nicole Groth

Neue Ausstellung im Krummen Haus eröffnet / Lyriker Ulf Borgmann und Musiker Reinhard Lippert amüsieren auf unkonventionelle Art

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13. November 2015, 10:00 Uhr

„Er ist ein Akrobat der Worte“, sagt Sabine Prescher, Leiterin des Krummen Hauses. Mit diesen Worten stellt sie den Gästen den Lyriker Ulf Borgmann vor. Zusammen mit dem Musiker Reinhard Lippert eröffnete Borgmann am Mittwochabend seine Ausstellung „Neues von Fischers Fritze“ im Krummen Haus.

„Schon zu Schulzeiten habe ich gerne Gedichte geschrieben“, sagt Borgmann. Gearbeitet habe der Güstrower aber zunächst im EDV-Bereich, bevor er sich schließlich ganz seiner Leidenschaft zuwendete – dem Dichten.

Die Ausstellung wurde mit dem musikalisch-lyrischen Programm „Zwieoptikum im dullirausch“ eröffnet. Dabei präsentierten die Künstler dem Publikum ihre Gedichte auf unkonventionelle Art und Weise. So bekam das Publikum einen Eindruck der lyrischen Arbeiten Borgmanns. Das Spiel mit den Lauten der Wörter und Buchstaben stand dabei im Vordergrund. Eine Tiefgründigkeit bei den Gedichten scheine auf den ersten Blick nicht erkennbar, wenn Borgmann das Wort „Papperlapapp“ von vorne, von hinten, getrennt oder die Buchstaben einzeln vorträgt. Dafür lege der Lyriker den Fokus auf Intonation und Lautmalerei.

„Es ist schon viel Schabernack bei unserem Programm dabei“, sagt Borgmann. Das Publikum amüsierte sich über die Darbietungen der zwei Vortragenden. Anfängliches noch gehemmt wirkendes Kirchen wuchs bald zum Lauten lachen an. Reinhard Lippert umrahmte die Veranstaltung nicht nur instrumental mit einem Akkordeon und einer schwedischen Fidel, wie diese im Mittelalter genutzt wurde, sondern trug auch selbst Gedichte vor. Auch Lippert konzentrierte sich völlig auf Laute, Töne und Geräusche. Ein Gedicht in angeblich altgrönländischer Sprache schien nur aus Vokalen, Knack- und Zischlauten zu bestehen. Die Lieder Lipperts bestanden mehr aus Lauten denn aus Worten. Das Publikum reagierte mit Ausrufen wie „Das ist ja fast wie bei Helge Schneider“ oder „Bravo, ganz toll“ und spendetet den Künstlern viel Applaus.

Die Ausstellung Borgmanns beschäftige sich ebenfalls mit sprachlichen Spielereien. In „Neues von Fischers Fritze“ kommen Besucher mit Borgmanns Varianten gängiger Zungenbrecher in Berührung. „Ich dachte mir, daraus könne man eine Ausstellung machen“, sagt Borgmann. Um dem Besucher auch visuelle Anreize zu bieten, ist jedem der Zungenbrecher ein Bild zugewiesen. Für die Umsetzung habe Borgmann diverse Illustratoren hauptsächlich aus dem Osten Deutschlands gewinnen können.

„Seine Arbeiten richten sich an ein Publikum von sechs bis 95 Jahre“, sagt Prescher über die Werke des Künstlers. „Naja, ich denke 100-Jährige dürfen sich das auch ansehen“, entgegnet Borgmann. Die Ausstellung der illustrierten Zungenbrecher wandere bereits seit elf Jahren von Ort zu Ort. Die erste Veröffentlichung fand 2004 in der Bibliothek in Güstrow statt.

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