Dreetz : „Es ist ein Geben und Nehmen“

Einmal die Woche ist Sozialarbeiterin Carola Paul (hinten, Mitte) in Dreetz. Hendrik (vorne v. l.), Jolina, Adrian, Philipp, Odin, Amelie (hinten links) Paul und Steven (hinten rechts) nutzen das Jugendclub-Angebot regelmäßig.
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Einmal die Woche ist Sozialarbeiterin Carola Paul (hinten, Mitte) in Dreetz. Hendrik (vorne v. l.), Jolina, Adrian, Philipp, Odin, Amelie (hinten links) Paul und Steven (hinten rechts) nutzen das Jugendclub-Angebot regelmäßig.

Anlaufpunkte für Kinder und Jugendliche in der Region – Teil 4: Sozialarbeiterin Carola Paul betreut Heranwachsende in vier Orten

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29. Mai 2017, 05:00 Uhr

Das Gemeindezentrum Dreetz ist jeden Montag fest in der Hand der Jugend. Dann kommt Sozialarbeiterin Carola Paul vorbei. Zehn bis zwölf Jugendliche freuen sich darauf, um dann den Nachmittag dort gemeinsam zu verbringen. Los geht es mit dem gemeinsamen Kochen. „Wir sprechen immer in der Vorwoche ab, was wir machen. Da freuen sich alle immer drauf“, erzählt die 59-Jährige, die neben Dreetz noch Warnow, Lübzin und Rosenow anfährt, damit die Kinder und Jugendlichen dort einmal in der Woche einen Anlaufpunkt haben.

Nach dem gemeinsamen Essen stehen in Dreetz neben Spielen vor allem reden und Probleme wälzen auf dem Programm, erzählt die Sozialarbeiterin. Dabei kommt laut Carola Paul jedes Thema auf den Tisch. Während sie mit den älteren Jugendlichen viel über deren Lebenswegplanung spricht, führt sie mit den jüngeren auch schonmal richtige Aufklärungsgespräche. „Wir machen das auf lustige Art und Weise.“

Dass jedes Problem offen angesprochen werden kann, schätzt Jolina Hartwig sehr. Die 19-Jährige aus Peetsch nutzt das Jugendclub-Angebot schon seit Jahren und kommt auch jetzt als Auszubildende immer noch regelmäßig und gern vorbei. „Frau Paul ist immer für uns da und es ist auch immer sehr, sehr lustig hier“, sagt Jolina. „Das stimmt, wir lachen sehr viel miteinander“, fügt Carola Paul hinzu.

Ein enges Verhältnis zu ihren Schützlingen ist für die Sozialarbeiterin essenziell. „Sie haben alle meine Handynummer und können mich jederzeit anrufen, wenn etwas ist“, sagt Carola Paul. Umgekehrt fände sie aber auch immer ein offenes Ohr, wenn sie mal einen schlechten Tag hat. „Es ist ein Geben und ein Nehmen“, betont Jolina Hartwig, die für ihre Ausbildung zur Sozialassistentin von Carola Paul auch fachliche Hilfe bekommt.

Neben den vielen Gesprächen bleibt aber auch genug Raum für das Kreative. Einen Grundstock an Mal- und Bastelutensilien hat Carola Paul immer dabei. „Sie hat immer gute Ideen für Geschenke, zum Beispiel zum Muttertag“, erzählt Jolina Hartwig. Das größte Highlight für die Jugendlichen unter Carola Pauls Fittichen ist aber die traditionelle Fahrt in den Hansapark. Mit dabei sind dann Kinder und Jugendliche aus allen vier Orten. „Sie kennen sich untereinander und organisieren vieles schon selbst“, sagt Carola Paul.

Die Kinder und Jugendlichen sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Viele der älteren, die wie Jolina Hartwig regelmäßig vorbeischauen, wenn Carola Paul in ihrem Ort Station macht, tun das vor allem aus einem Grund: um alte Freunde zu treffen. „Ich kenne fast alle, die hier in meinem Alter sind, schon seit der Vorschule. Wir sind wie eine Familie“, sagt Jolina. Aber auch, wer irgendwann nicht mehr in den Jugendclub kommt, verliert den Bezug zu Carola Paul nicht. „Manche kommen auch und stellen mir ihre neue Freundin vor oder erzählen mir, wenn sie Nachwuchs bekommen haben, das finde ich sehr toll“, sagt die Sozialarbeiterin.

Mit schwindenden Teilnehmerzahlen für ihre Jugendclub-Angebote hatte Carola Paul bislang nicht zu kämpfen. Auch wenn die Großen irgendwann nicht mehr dabei sind, laufe das mit dem „Nachwuchs“ von ganz allein. Viele würden schon früh ihre kleinen Geschwister mitbringen, die dann, wenn die Älteren irgendwann gehen, da bleiben, sagt Carola Paul.

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