Erster Schritt ins Erwachsenensein

Victoria Rahn, Pauline Sabottka, Benjamin Pötzsch, Jonas Griebel, Katja Görnert und Tim Stopar (v.r.) sitzen stolz in der Feierstunde.  Foto: nsch
Victoria Rahn, Pauline Sabottka, Benjamin Pötzsch, Jonas Griebel, Katja Görnert und Tim Stopar (v.r.) sitzen stolz in der Feierstunde. Foto: nsch

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14. Mai 2012, 10:28 Uhr

Bützow | "Ja, ich fühle mich doch schon irgendwie erwachsen", sagt Victoria Rahn und strahlt über das ganze Gesicht. Sie ist eine von 104 Schülerinnen und Schülern aus Schwaan, Bernitt und Bützow, die am Sonnabend an der Jugendweihe des gleichnamigen Vereins im Geschwister-Scholl-Gymnasium teilnahmen.

Zum Strahlen haben die Jugendlichen auch allen Grund: In einer feierlichen Stunde, in der Bützows Bürgermeister Sebastian Constien die Rede hielt, wurden sie in den Kreis der Erwachsenen eingeführt. "Es gibt zwei Dinge, die Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel", beginnt der Bürgermeister seine Festrede. Wurzeln brauche man, um den Halt nicht zu verlieren, Flügel symbolisieren die Fähigkeit, das Gelernte anzuwenden, sich von Althergebrachtem zu lösen und Neues eigenständig zu entdecken, fügt Constien erklärend hinzu. "Eure Eltern werden dafür sorgen, dass ihr die Bodenhaftung nicht verliert".

Constien wies die Jugendlichen aber auch darauf hin, dass künftig nicht alles "glatt" gehen wird, dass sie auch Fehler machen werden. Das gehöre zum Leben dazu. "Doch wichtig ist, dass ihr Euch was zutraut, dass ihr den Mut nicht verliert", bekräftigt der Bürgermeister. Erwachsen werde man eben nicht an einem Tag.

Dann wurde er ernst. Mit der Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen erlangen die jungen Frauen und Männer eine Reihe neuer Rechten und Freiheiten, können beispielsweise mit 16 Jahren dem Motoroller fahren oder auch gelegentlich Alkohol trinken. "Doch es gehört dazu, verantwortungsvoll mit diesen Rechten umzugehen, denn ein Missbrauch kann sich auch gegen Euch selbst wenden", appellierte er. Doch zugleich gab er den Jugendlichen einen erinnerungswürdigen Ausspruch mit auf den Weg:"Vergesst das Lachen und Träumen in der Welt der Erwachsenen nicht", schließt er seine Rede und lauter Applaus schallt ihm entgegen.

Nicht nur die jungen Erwachsenen waren von seinen Worten begeistert. "Die Rede war richtig klasse", sagt auch Heike Rahn, die Mutti von Victoria.

Zuerst wollte ihr Tochter an der Feierstunde gar nicht teilnehmen, erzählt Heike Rahn. "Doch dann hab ich doch zugesagt", erzählt sie und blickt zu ihrer Mutter. Aber letztendlich habe sie sich doch auf die Veranstaltung gefreut und sei froh, dass sie doch dabei gewesen ist. "Es hat alles gepasst, es war ein schönes Gesamtpaket", sagt Victoria. Dabei denkt sie auch an die Auftritte des Chores "Die Brücke", die die Feierstunde stimmungsvolle umrahmten.

Auch Ute Wolter, Bereichsleiterin des Vereins Jugendweihe, zieht ein positives Fazit. "Erstmalig habe ich neben Bützow und Ribnitz-Damgarten auch den großen Bereich Güstrow betreut, so dass 465 Jugendliche mit uns Gelegenheit hatten, an kleineren und größeren Veranstaltungen wie Ausflüge nach Berlin oder einer Reise nach London, teilzunehmen", sagt Ute Wolter. Die Tradition der Jugendweihe werde dieses Jahr 160 Jahre alt. Sie bedeute für die Eltern aber auch eine finanzielle und zeitliche Herausforderung. "Toll, dass sie ihren Kindern dennoch diesen feierlichen Tag ermöglichen", sagt Ute Wolter.

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