Schloss Güstrow : Erste Gerüste stehen im April

Die Fledermäuse, die ihr Quartier im Wirtschaftsgebäude haben, müssen vor der Sanierung umquartiert werden. Dazu sind an der Nordfassade des Westflügels bereits Ersatzquartiere angebaut.
1 von 2
Die Fledermäuse, die ihr Quartier im Wirtschaftsgebäude haben, müssen vor der Sanierung umquartiert werden. Dazu sind an der Nordfassade des Westflügels bereits Ersatzquartiere angebaut.

Am Schloss Güstrow starten vorbereitende Arbeiten: Fledermäuse vergrämen und Schadstoffe entfernen

23-11367750_23-66109655_1416395986.JPG von
01. März 2019, 19:38 Uhr

Mit gellenden Schreien segeln die Turmfalken rund ums Schloss. Im Efeu ander Fassade des Wirtschaftsgebäudes hat sich eine Taube niedergelassen. Sie gehören auf den Schlosshof wie auch die Fledermäuse, die man tagsüber nur selten zu Gesicht bekommt. Um sie aber dreht es sich, wenn am Wirtschaftsgebäude im April/Mai Gerüste aufgestellt werden. „Es entwickelt sich behutsam“, sagt Christian Hoffmann, Sprecher des Betriebes für Bau und Liegenschaften (BBL) des Landes MV, und will darauf hinweisen, dass noch nicht die ersten Handwerker anrücken werden, um mit der Sanierung des Schlosses, auf die die Güstrower sehnsüchtig warten, zu beginnen.

Erst einmal wird es darum gehen, die Fledermäuse behutsam zu vergrämen. „Das kann nur in einem engen Zeitfenster zwischen dem Erwachen der Tiere und der Fortpflanzungsphase geschehen“, erklärt Hoffmann. Längst sind an der Nordseite des Westflügels Ersatzquartiere für die Fledermäuse angebracht, die sie besiedeln sollen, wenn sie nach und nach aus ihren jetzigen Stuben hinaus komplementiert werden. „Ich hoffe, dass wir das Gerüst in diesem Jahr auch noch für Bauarbeiten nutzen können“, sagt Hoffmann und verweist auf Erneuerungsarbeiten an Dach, Fassade und im Innern des Wirtschaftsgebäudes. Rund zwei Jahre seien dafür veranschlagt.

Als nächstes werde ein Gerüst mit Aufzug am Westflügel des Schlosses an der Seite zur Wollhalle gestellt. Auch in dem Falle, so berichtet Hoffmann, gehe es um vorbereitende Arbeiten. Zunächst sind Hölzer aus dem Dachbereich, die zu DDR-Zeiten mit üblichen Holzschutzmitteln behandelt wurden, die heute als bedenklich eingestuft werden, zu entfernen. Schließlich sollen die Arbeiter im Dachbereich später nicht gefährdet werden, betont der BBL-Sprecher.

Altan, Südterrasse und Mauer am Schlossberg benennt Hoffmann als nächsten Bauabschnitt. Die Terrasse auf dem Anbau, heute eine große graue Fläche, ist schlicht zu sanieren, der Übergang in den Lustgarten so zu gestalten, dass mehr als bisher eine Verbindung zwischen Garten und Schloss hergestellt wird. Die Mauern zum Schlossberg, die an manchen Stellen seit langem schon einen Durchblick ermöglichen, werden so wieder hergestellt, wie sie vor Jahrzehnten entstanden sind. Nach vorsichtiger Schätzung könnte dieser Abschnitt vielleicht noch vor Ende des Jahres in Angriff genommen werden.

Und dann kämen noch die Fassaden des Süd- und Westflügels, sowie Torhaus und Brücke. Auf die Frage nach einem Zeitplan winkt Hoffmann ab. Mit gutem Gewissen unmöglich, solange man noch nicht einmal Planer für diese Abschnitte gefunden habe. Die Vorbereitung von Ausschreibungen auf der Suche nach Planern und später bauausführenden Firmen bestimme das derzeitige Geschehen. Einem Außenstehenden sei die lange Vorbereitungszeit kaum zu vermitteln, doch vor dem Hintergrund von EU-Fördermitteln für die Sanierung des Schlosses sei peinlichst genau darauf zu achten, den Kriterien des Fördermittelgebers zu entsprechen, versucht Hoffmann zu erläutern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen