Bützow : Erstbezug im grünen Klassenzimmer

Denny Otto (l.) und Reno Neumann pflanzen schon den nächsten Baum ein, während die Kollegen nebenan noch mit den Feinheiten beschäftigt sind.  Fotos: Sabine Herforth
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Denny Otto (l.) und Reno Neumann pflanzen schon den nächsten Baum ein, während die Kollegen nebenan noch mit den Feinheiten beschäftigt sind. Fotos: Sabine Herforth

Die Hamburger Baumschule Lorenz von Ehren spendet zehn Bäume an die Stadt

svz.de von
23. November 2015, 15:40 Uhr

Zehn junge Bäume zogen gestern auf den Schulhof der Grundschule am Schlossplatz. Ein Glücksfall für die Schule, die enorm viele Bäume durch den Tornado verlor. Denn nicht nur die umgeknickten Stämme, sondern auch viele Bäume, deren Wurzelwerk aus der Erde gehoben wurde und sich nicht mehr erholte, waren nicht mehr lebensfähig und mussten entfernt werden.

Die Hamburger Baumschule Lorenz von Ehren spendete die zehn Bäume an die Stadt. Verwendung finden sie nun im „grünen Klassenzimmer“, der Schule, die ihr Schulgelände im Rahmen eines Projektes wieder bepflanzen möchte. „Die Spende hilft uns sehr bei der Umsetzung unserer Ideen und Pläne zur Wiederbegrünung der Grundschule“, sagt Doris Zich, Amtsleiterin des Bau- und Ordnungsamtes Bützow.

Im Vergleich zu den früheren Schattenspendern sind die Neuankömmlinge noch klein, aber: „Das sind schon ausgewachsene Bäume“, erklärte Sabine Rode von der Ostsee-Baumschule Hinrichs aus Kröpelin, die gestern für die Bepflanzung verantwortlich zeichnete. „Wir übernehmen auch die Pflege für drei Jahre“, fügte sie an.

Unter anderem drei Hain-Buchen, zwei Winter-Linden, eine Stiel-Eiche und ein Berg-Ahorn wurden eingepflanzt. Der Zeitpunkt dafür ist derzeit perfekt. „Die Bäume sind ja in der Winterruhe und haben das Laub bereits abgeworfen. Dadurch ist jetzt die beste Pflanzzeit.“

So klein die Bäume auf den ersten Blick auch wirken – zum Einsetzen brauchte es mehr als Schaufel und kräftige Hände. Denny Otto hob mit einem Bagger die großen Löcher aus. Das Gerät war auch nötig, um die etwa 300 Kilo schweren Bäume an ihren neuen Bestimmungsort zu heben. Und erst dann ging es mit Schaufel und Handarbeit weiter. Frische Erde umgibt die Stämme, die zudem mit einem sogenannten Dreibock – einer Holzkonstruktion zum Schutz der noch jungen Bäume – umbaut wurden.

„Wir freuen uns sehr“, sagte Schulleiterin Silke Beuster. Im Sommer hätten Schüler und Lehrer die Schattenspender sehr vermisst. Bei der Gestaltungsplanung des grünen Klassenzimmers habe die Schulleitung zudem Wünsche äußern dürfen – „von denen die meisten umgesetzte werden“, so Beuster zufrieden. So wurden beispielsweise Bäume ausgesucht, „die in den Lehrplan passen“. Im Sachkundeunterricht können die Jungen und Mädchen dann auf dem Schulhof die jeweiligen Pflanzen vor Ort kennenlernen. „Die Kinder haben sich einen Mammutbaum gewünscht“, so die Schulleiterin weiter. Dieser sei groß und stark und würde bei einem Tornado nicht so schnell umkippen, begründeten die Schüler.

Schatten spenden werden sie im nächsten Jahr sicherlich noch nicht. „Die neuen Bäume müssen jetzt erst wachsen.“

Insgesamt 18 Bäume werden in den nächsten Wochen auf dem Gelände der Bützower Grundschule gepflanzt. „Kindern eine grüne Umgebung zu schaffen verbessert nicht nur ihre Lebens- und Lernsituation, sondern sensibilisiert sie auch für diese tollen Lebewesen“, sagt Hans-Albrecht Thrun von der Baumschule Lorenz.


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