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Hermannshagen : Erst die Arbeit, dann das Festival

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Organisatoren verfolgen Konzept mit nachhaltigen, ökologischen und sozialen Ansätzen

von
erstellt am 21.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Zu Tausenden pilgern Musikfans zu den alljährlichen Festivals, feiern ausgelassen – und hinterlassen einen ordentlichen Müllberg. In Hermannshagen soll Ende des Monats erstmals das Festival „Vor uns der Morgen“ stattfinden – ohne ausschweifende Abfallhaufen. Der Ansatz der Initiatoren ist ökologisch und sozial geprägt. Etwas anderes würde zu dem idyllisch, ländlich geprägten Ort auch nicht passen, findet die 25-jährige Anna Knüppel.

Sie absolviert seit September gemeinsam mit Michael Schröder in dem Dorf einen Freiwilligendienst bei dem Verein des Gutshauses. Schon im Dezember kam den beiden die Idee zu dem ungewöhnlichen Festival, dem eine Bauwoche vorausgehen soll. „Die Bauwochen haben hier Tradition“, weiß Michael Schröder. Allerdings sei die letzte größere Aktion bereits ein Jahrzehnt her. „Wir fanden es ganz schön, das aufzugreifen“, erklärt der 27-Jährige. In der Bauwoche, die am 27. Juli startet, soll vor allem die Infrastruktur für das Festwochenende geschaffen werden.

Dazu gehören beispielsweise die Bühne, auf denen Bands auftreten können, Sitzgelegenheiten für die Besucher, aber auch banale Dinge wie Komposttoiletten. Die Teilnehmer konnten im Vorfeld selbst wählen, in welcher Gruppe sie aktiv werden wollen. So wurden auch Helfer im Aufbau, Verkauf oder für Dekoration gebraucht.

Zu dem OrganisationsTeam gehört mittlerweile auch Dimitrij Haak. Der 29-jährige angehende Industriedesigner begleitet das Projekt im Rahmen seines Abschlusses.


Ökologisches Bewusstsein schaffen


Dem Trio ist es wichtig, dass nach dem Fest keine Müllberge und Chaos zurückbleiben. „Wir befinden uns hier in einem Umfeld, wo nachher noch Leute sind“, merkt Dimitrij Haak an. Es solle nicht um den reinen Konsum, sondern um ökologisches Bewusstsein gehen. Ziel sei es, das Dorf beziehungsweise das hier befindliche Gutshaus mit Leben zu erfüllen und die Möglichkeit zu schaffen, „dass hier etwas stattfindet“, erklärt Dimitrij Haak. Das Ganze solle einen partizipierenden Charakter haben. Jeder darf anpacken, Ideen einbringen und zum Werkzeug greifen. „Natürlich stehe ich mit Erfahrung zur Seite, aber sie sollen natürlich selbst etwas schaffen“, sagt der Industriedesigner.

Wenige Tage vor Beginn der Bauwoche, steigt der Puls bereits. Wird alles gelingen? Trotz Aufregung freuen sich die drei auf ihr Festival. Schließlich hätten sie versucht, es genau so zu machen, wie sie es sich selbst gewünscht hätten, meint Anna Knüppel. „Wir haben jetzt die Freiheit und den Rahmen aussuchen zu können“, pflichtet Michael Schröder bei. „Wir haben überlegt, was in diesen Ort passen würde“, fügt Anna Knüppel an. Unterstützung bekommen die drei vom Verein Gutshaus Hermannshagen, der sich neben Sanierung des Gutshauses auch vielen weiteren Aufgaben verschrieben hat.

Die Bauwoche gipfelt schließlich in dem Festival „Vor uns der Morgen“ mit Bands, Lesungen und Kino am 5. und 6. August.



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