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Bützower Zeitung

25. November 2017 | 06:53 Uhr

Kassow : Er war unser Mann auf der Sail

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bürgermeister Hans-Joachim Lang aus Kassow arbeitet ehrenamtlich auf der Hanse Sail

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 19:41 Uhr

Große Schiffe waren schon immer sein Ding. Als Kind träumte Hans-Joachim Lang von der Seefahrt. „Ich wäre damals gern auf die Meere hinausgefahren, hätte andere Ländern angesteuert. Doch daraus ist dann nichts geworden“, erzählt Kassows Bürgermeister. Aber so ganz hat ihn die See nie losgelassen. „Ich bin in Doberan geboren. Da ist man doch ein Kind der Küste. Schon seit Jahrhunderten fühlen sich die Menschen zum Wasser hingezogen“, erzählt er und bestätigt auch seine ungebrochene Liebe zum Meer.

Nicht zuletzt darin liegt auch sein Engagement im Hanse Sail Verein zur Förderung traditioneller Schifffahrt in der Ostsee e.V. begründet. Denn auch die Schiffe faszinieren den 64-Jährigen. „Die Technik ist schon sehr spannend, ich guck mir gern die Schiffe an“, erzählt er und kommt ein bisschen ins Schwärmen. Denn wenn er Frühschicht hat, dann muss Lang bereits um 6 Uhr morgens im Organisationsbüro sitzen. Und in der halben Stunde Fußmarsch, wenn er von seinem Parkplatz an der Neptunwerft dann Richtung Büro an den großen Schiffen entlang schlendert, genießt er neben dem Blick auf reichlich Schiffe auch die Ruhe. „Dann merkt man richtig, wie der Hafen atmet und wieder Kraft tankt, für die vielen Besucher am Tag. Das Wasser strahlt dann so eine himmlische Ruhe aus – ich liebe das einfach“, erzählt der Bürgermeister. Das sind auch die einzigen 30 Minuten, die er während der Hanse Sail ganz in Ruhe verbringen kann. Denn in den zwölf Stunden Dienst ist immer viel los. „Das ist eigentlich egal, ob es nun der Tages- oder Nachtdienst ist. Beides hat seine Vor- und Nachteile“, sagt er.

Doch die erste Nacht habe es immer besonders in sich, gesteht Hans-Joachim Lang. Da sei es nicht so einfach, den Totpunkt zu überwinden. „Aber dann halten wir uns einfach mit Arbeit wach. Denn es muss ja immer etwas gemacht werden. Der Wetterbericht muss gezogen werden, die Post sortiert und auch für die Betreuer der Bote muss alles auf einem Plan festgehalten werden“, sagt er und zeigt auf eine große Platte am Ende des Raumes. „Man hat schon zu tun“, versichert er und bekommt zustimmendes Kopfnicken von Claus Grotjohann. Er ist sein Compagnon an diesem Abend. „Mit Hans-Joachim wird es ja zum Glück nie langweilig. Er ist schon ein guter Spaßvogel. Da wird man eigentlich gar nicht müde“, sagt Grotjohann. Er macht den ehrenamtlichen Job im Organisationsbüro des Hanse Sail Vereins nun schon zwölf Jahre. „Es gibt einmal das Büro der Hanse Sail. Das läuft alles über die Stadt und den Oberbürgermeister. Und dann gibt es uns, den Verein. Wir arbeiten mit den anderen Hand in Hand und unterstützen bei der Organisation“, fasst Grotjohann zusammen. Der Rostocker ist dankbar für den Einsatz von Hans-Joachim Lang, der über einen Freund an diesen Posten gekommen ist.

„Ich wurde vor über drei Jahren gefragt, habe mich vorgestellt und wurde dann auch genommen“, freut sich Lang. Und das, obwohl sein letzter Besuch auf einem Schiff schon einige Jahrzehnte her ist. „Ja, ich kann gar nicht sagen wann das war“, meint er trocken und selbst Claus Grotjohann bekommt große Augen. „Was, du arbeitest seit drei Jahren eine Woche ehrenamtlich auf der Hanse Sail und bist nicht einmal auf einem Schiff gewesen? Das kann es doch gar nicht geben. Da müssen wir was machen!“ Aber alles stehen und liegen lassen und einfach mal ein Schiff besuchen, das geht auch in dieser Nacht nicht. „Erstmal machen wir unseren Dienst und dann gucken wir mal, was sich da noch machen lässt. Das geht doch so nicht“, wundert sich Grotjohann auch wenig später noch kopfschüttelnd. Hans-Joachim Lang nimmt es mit Humor. „Ich bin doch hier, um mit anzupacken. Alles soll laufen und die Leute sollen zufrieden sein. Das ist unsere Aufgabe“, erklärt der Kassower. Denn geht etwas verloren, ist ein Schiff bereits abgefahren und die Gäste zu spät, dann kommen die Männer und Frauen vom Organisationsbüro des Vereins zum Einsatz. Auch wenn der Liegeplatz gesucht wird, oder doch nur der Weg zum Kröpeliner Tor. Dann holt Lang schnell den Stadtplan und zeigt beispielsweise den Studentinnen aus England den Weg. „Das mit der englischen Sprache muss ich noch ein bisschen üben, aber zeigen auf der Karte, das klappt“, sagt er schmunzelnd.

 

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