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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 19:41 Uhr

Bützow : Er setzt sich für die Stadt ein

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Axel Thal ist seit der Wende Mitarbeiter beim Bützower Bauhof

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Wenn Axel Thal durch die Stadt zieht, ist er nicht zu übersehen. Leuchtend orange ist sowohl seine Arbeitskleidung als auch sein Einsatzfahrzeug. Der Rühner ist Mitarbeiter beim Bützower Bauhof und das nun schon seit fast 25 Jahren.

Dass er durch seine auffällige Montur in Bützow nicht unerkannt bleibt, hat nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. „Wenn wir irgendwo stehen, kommt schon mal von einem Passanten der Spruch: So eine Arbeit will ich auch haben,bei der ich nichts tun muss“, erzählt Axel Thal. Dann versucht der Rühner ruhig und freundlich zu erklären, dass Bauhofmitarbeiter bei einem Acht-Stunden-Tag auch Pausen haben dürfen. „Doch solche Situationen sind eher selten. Die meisten Menschen begegnen uns sehr freundlich und suchen auch schon mal das fachliche Gespräch“, so der Rühner.

Der studierte Agrotechniker arbeitete vor der Wende in der Landwirtschaft. Nach der Wiedervereinigung verlor er seine Stelle. „Dann fragte man mich, ob ich nicht beim Bauhof arbeiten will. Ich nahm die Stelle an“, sagt Thal. Der Rühner habe das Unternehmen der Stadt mit aufgebaut. „Am Anfang hatten wir noch gar nicht die Technik, die wir heute nutzen können. Da sind wir noch zu Fuß mit Besen durch die Stadt gezogen, um sauber zu machen“, erzählt der Bauhofmitarbeiter.

In der ersten Zeit haben viele noch über seine Arbeit gespottet. „Dann hörte ich Sätze wie: Anderen den Dreck wegwischen, das würde ich nicht machen.“ Aber diese Einstellung habe sich bald geändert. „Nun fragen mich immer mal welche, ob ich nicht beim Bauhof einen Job für sie hätte“, sagt der Rühner.

Axel Thal hat Spaß an seiner Arbeit. „Sie ist immer abwechslungsreich. Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht wissen, was wir heute machen sollen.“ Neben Säuberungsarbeiten habe er sich auch um die insgesamt 26 Hektar Grünfläche in Bützow zu kümmern. „Viel davon sind nur kleine Flächen, aber das läppert sich zusammen.“ Die Pflanzen müssen gepflegt und beschnitten, Straßen gereinigt und repariert oder zur Weihnachtszeit die Holzhütten für den Weihnachtsmarkt aufgebaut und der Baum aufgestellt werden, um nur einige Aufgaben des Rühners zu nennen. Im Winter komme die Besonderheit der Bereitschaftsdienste hinzu. „Wenn ich Frühschicht habe, stehe ich um 4 Uhr auf, um eine Kontrollfahrt durch Bützow zu machen. Wenn ich merke, dass wir zum Winterdienst rausrücken müssen, rufe ich meinen Kollegen an“, erzählt Thal.

Als Bauhofmitarbeiter erledige er allerdings nicht nur seine Routineaufgaben, sondern werde von der Stadt auch bei Sonderfällen gerufen. „Einmal haben wir ein Ferkel wieder einfangen müssen. Das Schwein ist aus einem Transporter ausgebrochen und weggelaufen. Wir haben es nachher unter einem Auto herausgezogen“, so der Rühner. Wenn ein Einbruch an einem Stadtgebäude geschah, hatten Thal und seine Kollegen den Tatort zu sichern oder wenn Gullydeckel geklaut wurden, mussten sie für eine zügige Abdeckung sorgen.

„Es gefällt mir, durch meine Arbeit jeden Tag draußen zu sein. Außerdem sind wir beim Bauhof ein tolles Team.“ Durch seine langjährige Berufstätigkeit in Bützow habe er maßgeblich zum Aufbau der Stadt seit der Wiedervereinigung beigetragen, so Axel Thal. „Mein ehemaliger Chef Helmut Schulz hat immer zu uns gesagt: Wir sind die Feuerwehr vom Rathaus.“ Axel Thal will noch für viele Einsätze raus.

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