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Bützow : Er liebt Musik, die dem Ohr schmeichelt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Peter Peereboom ist heute wieder als Nikolaus auf dem Bützower Adventsmarkt anzutreffen / Der Bützower mag historische Romane und genießt die Ruhe zuhause

von
erstellt am 02.Dez.2017 | 09:00 Uhr

Gestern wurde der Bützower Adventsmarkt eröffnet. Heute gibt es dann auch wieder den Auftritt von Peter Peereboom, der als Nikolaus kleine Geschenke an die Besucher verteilen wird. Seit rund fünf Jahren ist der Bützower Mitglied im Förderverein der Miniaturstadt, der die organisatorischen Fäden des Adventsmarktes in der Hand hält.

Vor knapp 75 Jahren in Aken in Sachsen-Anhalt geboren, zog es Peter Peereboom 1978 mit der Familie nach Bützow. Der Meister der Chemischen Industrie arbeitete hier zunächst im Sauerstoffwerk Bützow, später dann im Chemiehandel in Rostock, seit Mitte der 1980er-Jahre im Amt für Arbeit beim Rat des Kreises, nach der Wende bis zur Pensionierung im Jahr 2008 im Arbeitsamt.

Schon damals als Arbeitsvermittler hatte er Kontakt zu den Initiatoren der Miniaturstadt. Denn Peter Peereboom war auch für den zweiten Arbeitsmarkt und damit für die Vermittlung von Arbeitskräften im ABM-Bereich (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) zuständig. Der Bützower sieht auch heute noch diese Form der Arbeitsförderung im Bezug auf die Bützower Miniaturstadt als positiv an. „Hier wurde etwas Nachhaltiges geschaffen. Aus meiner Sicht etwas Wertvolles“, sagt der 74-jährige zweifache Familienvater und dreifache Opa. Viele Menschen seien damals ohne Arbeit gewesen, kamen aus Betrieben, die es nicht mehr gab. Vor allem viele Frauen hätten hier eine sinnvolle Beschäftigung gefunden. „Viele Beschäftigte kommen heute noch in die Miniaturstadt und zeigen voller Stolz auf das Haus, an dem sie mitgearbeitet haben“, so Peter Peereboom. Doch es bedurfte erst einen Anstoß, dass er sich Jahre nach seiner Pensionierung dem Förderverein anschloss. „Birgit Czarschka sprach mich an, als das Schloss eingeweiht wurde, ob ich eine Chronik erstellen könnte“, erinnert sich Peter Peereboom, der in seiner Freizeit viel liest und sich mit Fotografie beschäftigt. Er sagte zu und war fortan Mitglied im Förderverein.

SVZ-Radakteur Ralf Badenschier stellt Peter Peereboom die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zuhause. Ich wohne doch im schönsten Wohnviertel von Bützow in der Carl-Moltmann-Straße. Wenn ich auf dem Balkon sitze und lese, habe ich auch einen schönen Blick ins grüne Hinterland.

Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich würde dafür sorgen, dass die alten Bauruinen verschwinden. Zum Beispiel das alte Silo von der Getreidewirtschaft in der Bahnhofstraße oder die alte Villa am Bahnhof.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Zuhause oder in der Miniaturstadt, wo ich auch Führungen veranstalte. Und dreimal in der Woche beim Sport in der Physiotherapie von Mandy Constien.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit meinem Lehrbeginn 1957 zum Chemiefacharbeiter an einer Betriebsberufsschule in Coswig-Anhalt. Da bekam ich mein erstes Lehrlingsgeld. Nach Abzug von Miete und Essen blieben 32 Mark im Monat übrig.

Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich bin zum Friseur gegangen und habe mir einen ordentlichen Rundschnitt verpassen lassen.

Was würden Sie gerne können?
Ich habe keine besonderen Ambitionen. Mit dem, was ich kann, bin ich zufrieden.

Was stört Sie an anderen?
Arroganz, Besserwisser und Unehrlichkeit. Irgendwann kommt doch alles raus.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Ich lache relativ viel. Ich bin ohnehin ein ruhiger und ausgeglichener Mensch. Schlechte Laune kenne ich eigentlich nicht.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Da fällt mir gar nichts zu ein.

Wer ist Ihr persönlicher Held?
Ich habe keinen persönlichen Held.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„Hard Man“ von Allan Guthrie. Es ist ein Kriminalroman, der in Schottland spielt. Aber eigentlich bin ich gar kein Krimifan, sondern liebe historische Romane von Ken Follet.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Nachrichten verpasse ich auf keinen Fall. Das ist wichtig für mich, um zu wissen, was in der Welt los ist.

Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Weder noch. Wir Norddeutsche sind keine Karnevalstypen. Das sollte im Rheinland bleiben. Und auch für Fußball interessiere ich mich nicht. Ab und an schaue ich mir mal ein Spiel bei einer Weltmeisterschaft an.

Wen würden Sie gerne mal treffen?
Da habe ich keine besondere Ambitionen.


Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Wir essen normale Hausmannskost. Und beim Kochen teile ich mir den Part mit meiner Frau Karla in der Küche.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Es gibt kein spezielles Lied. Ich höre gerne Musik. Und die muss ins Ohr gehen. Die Musik muss dem Ohr schmeicheln, dann ist auch die Sprache und der Künstler egal.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ich freue mich über jedes Buch, das ich geschenkt bekommen habe. Das erste war „Die silberne Brücke“, mit dem Untertitel „Wie das Märchen noch übers Land ging“. Das habe ich 1953 Heiligabend bekommen und sofort komplett durchgelesen.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Gesund bleiben. Soweit es möglich ist.

Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Da sind wir wieder am Anfang des Gesprächs: Die Gemütlichkeit zuhause genießen und sich in der Miniaturstadt aufhalten.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Michael Constien, der kann sicherlich sehr viel erzählen.


















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