Bützow : Er kommt mit dem Frühling

Der Maipilz ist ein guter Speisepilz.  Fotos: Klaus Warning
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Der Maipilz ist ein guter Speisepilz. Fotos: Klaus Warning

Gastbeitrag vom Pilzsachverständigen Klaus Warning / Teil 2 – Der Maipilz

svz.de von
19. April 2017, 12:00 Uhr

Einer der ersten ergiebigsten Speisepilze des Jahres, der Maipilz (Calocybe gambosa), erscheint von Ende April bis Juni. Wie alle Pilze braucht auch der Maipilz zum Gedeihen Wärme und Feuchtigkeit, sodass ein kalter Frühling sein Auftauchen verzögert. Da dieser Pilz in der Regel um den 23. April, dem Georgsritter, erscheint, wird er auch Georgsritterling genannt. Blühende Schlehenbüsche, die weithin leuchten, und Wiesen, die gelb sind vom Löwenzahn, jetzt ist auch die Zeit des Maipilzes.

Der Maipilz ist seinem Standort sehr treu, sodass er bis zu zehn Jahre und mehr immer wieder an der selben Stelle gesammelt werden kann.

Die Gattungsbezeichnung Ritterling stimmt aber nicht mehr, man zählt den Maipilz jetzt zu den Schönköpfen (Calobcybe). Der Pilz bervorzugt kalkhaltige Böden, besonders in Laub- und Auwäldern, in Parks, an Waldrändern und auf nicht bewirtschafteten Wiesen. Er wächst in Gruppen und auch in Hexenringen. Besondere Begleitbäume hat er nicht, wächst aber gerne zwischen Brennnesseln.

Die Farbe des Maipilzes reicht von weiß bis cremefarben. Der Hut misst drei bis zwölf Zentimeter im Durchmesser und hat jung einen eingerollten Rand. Auffallend und ein gutes Bestimmungsmerkmal ist der stark mehlartige Geruch und Geschmack, typisch sind die sehr eng stehenden Lamellen oder Blätter. Ein vorheriges Abbrühen und starkes Zerkleinern mindert den Mehlgeschmack. Zubereiten kann man den Maipilz auf verschiedene Art. Besonders gut passen Maipilze zu Kalbsbraten und zu Geflügel. Aber auch alle anderen Zubereitungsarten kann man anwenden.

Auch das Haltbarmachen ist möglich, wie Einkochen und Tiefgefrieren, auch Haltbarmachen durch Trocknen oder das Einlegen in Essig.

Ungefähr zur gleichen Zeit erscheint auch der giftige Ziegelrote Risspilz (Inocybe erubescens), der mit dem Maipilz verwechselt werden könnte. Im Jugendzustand sind sich beide Pilze sehr ähnlich. Allerdings riecht der Ziegelrote Risspilz nicht nach Mehl oder Gurke wie der Maipilz, sondern schwach obstartig sowie im Alter nach Tabak. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist die rötliche Verfärbung im Alter und bei Verletzungen beim Risspilz, wie auf dem Foto oben erkennbar ist.

Fragen werden unter den Telefonnummern 038461/27 09 und 0174/468 80 98 sowie per E-Mail (klaus-warning@t-online.de) beantwortet.


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