zur Navigation springen

Fahrlehrer in Bützow : Er ist professioneller Beifahrer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Dirk Kuppe arbeitet als Fahrlehrer in Bützow und Umgebung / Mit viel Ruhe weist er seine Schüler in den Umgang mit dem Auto ein

Er versucht Routine zu vermitteln, doch sein Berufsalltag ist selbst weit davon entfernt. „Alle 90 Minuten habe ich einen neuen Schüler, somit muss ich mich auch immer wieder auf jemand anderen einstellen“, sagt Dirk Kuppe, Lehrer bei der Fahrschule Axel Czarschka in Bützow. Aktuell ist Kuppe mit rund 20 Schülern auf den Straßen des Landkreises unterwegs – eine davon ist die 16-jährige Melina Blatt aus Parum.

Locker umfasst die Schülerin das Steuer. Ruhig und konzentriert fährt sie in Bützow die Langestraße Richtung Rühner Tor. Von Nervosität und Anspannung ist nichts zu merken. „Melina macht das schon sehr gut. Das ist erst ihre dritte Übungsstunde. Sie hat ein Gefühl für das Auto, somit ist der Blick schon mehr nach außen gerichtet“, sagt Kuppe. Viele Schüler seien anfangs noch zu stark auf die Technik im Innenraum fokussiert und weniger auf den Verkehr, so der Fahrlehrer. Der Unterschied zeige sich vor allem im Vergleich zwischen Männern und Frauen. „Jungs kommen oft bei mir an und denken, sie können schon alles. Meist haben sie vorher geübt und ich habe dann genug damit zu tun, die falschen Angewohnheiten wieder rauszubekommen“, berichtet Kuppe. Der Lehrer rate von eigenmächtigen Trainingsfahrten ab, vor allem da es in der Region keine richtigen Plätze dafür gebe und das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis woanders verboten ist.

Wer bei Kuppe in den Wagen steigt, erhalte zuerst ein paar Übungsstunden, um ein Gefühl für das sichere Fahren in der Stadt zu bekommen. „Dann gehen wir über zu den Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten. Das verbinde ich gerne mit einem Abstecher nach Rostock. Das ist dann für die Schüler etwas anderes, wenn sie plötzlich auf mehrspurigen Straßen in einer großen Stadt unterwegs sind“, sagt Kuppe. Diese Fahrten hat die 16-Jährige noch vor sich. „Zurzeit übe ich lieber noch auf dem Land. Dann ist draußen nicht so viel los, was mich ablenken könnte“, sagt Melina Blatt.

Ist ein Schüler dennoch mal unaufmerksam, kann der Fahrlehrer sofort eingreifen. „Ich greife ins Lenkrad oder bremse den Wagen ab, da ich auf meiner Seite auch die drei Pedalen habe“, erzählt Kuppe. Doch ein kleines Restrisiko bleibe. „Der Alptraum ist immer, dass uns jemand hinten auffährt. Dann kann ich auch nicht mehr viel machen“, sagt er. Bei einer ehemaligen Schülerin sei das passiert. „Wir haben ordnungsgemäß an einer roten Ampel gestoppt und dann knallte es.“ Alle Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Abgesehen davon, dass andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden könnten, seien Schüler in einem Fahrschulwagen sicher. „Die Autos sind heutzutage mit viel Technik ausgestattet. Von ABS und Einparkhilfe bis hin zur Klimaanlage“, so Kuppe. Vor allem Letztere sei für nervöse Schüler eine Erleichterung. „In Prüfungen ist einem Schüler vor Aufregung eh schon warm. Dann kann die Technik Abhilfe schaffen“, sagt der Lehrer.

Bis die jungen Erwachsenen so weit sind, lehrt Kuppe ihnen die typischen Handgriffe und das richtige Verhalten beim Fahren. Dabei spricht er immer mit ruhiger Stimme zu seinen Schülern. „Wer nicht mit Ruhe an diesen Job rangeht, ist meiner Meinung nach fehl am Platz“, sagt er.

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen