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Amt Bützow-Land : Entscheidung zur neuen Verwaltung

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Umstrukturierung heute auf dem Plan des Amtsausschusses / Meinungen der Bürgermeister gehen auseinander

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Seit Monaten wird geplant und diskutiert, heute ist es nun soweit: Der Amtsausschuss soll bei seiner Sitzung über die Umstrukturierung der Verwaltung entscheiden. Die sogenannte Amtsverwaltung 2.0 beinhaltet unter anderem die Einrichtung eines Bürgerbüros, die Schaffung drei neuer Planstellen, von der eine der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet werden soll, und die Umverteilung von Zuständigkeiten. So soll beispielsweise der Aufgabenbereich, der früher in der Touristinformation gebündelt war, auf verschiedene Stellen verteilt werden.

Die „Herstellung des Einvernehmens zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen“, wie es auf der Tagesordnung für den heutigen Amtsausschuss heißt, wird kein leichtes Unterfangen. Denn während sich einige Bürgermeister entschieden für die extern ausgearbeitete Neustrukturierung aussprechen, betrachten andere das Vorhaben kritisch.

Für Gunter Brietzke, Bürgermeister der Gemeinde Dreetz, ist die Sache klar: „Ich stehe dem eindeutig positiv gegenüber.“ Er sei davon überzeugt, dass das Büro, das die Organisationsuntersuchung durchgeführt habe, genau wisse, wie eine vernünftige moderne Amtsverwaltung zu funktionieren habe. „Und wenn dafür eben drei neue Stellen notwendig sind, würde ich dem erst einmal auch zustimmen“, sagt Brietzke. Genauso sieht es Hans Liesegang, der in der Gemeinde Zepelin das Amt des Bürgermeisters bekleidet. „Aus meiner Sicht ist diese Struktur durchaus sinnvoll“, so Liesegang.

Birgit Czarschka betrachtet den Plan eher differenziert. Dass die Verwaltung modernisiert werden müsse, sei klar, so die Bernitter Bürgermeisterin. Der Umstrukturierung könne sie dennoch nicht in allen Teilen zustimmen. Ein Knackpunkt ist laut Czarschka der Wegfall der Touristinformation. Sie sagt: „Die Zerstückelung ist nicht sinnvoll. Wenn es für eine Sache mehrere Zuständigkeiten gibt, ist am Ende keiner wirklich zuständig.“ Es gebe aber auch gute Ansätze, zum Beispiel das Bürgerbüro.

Diesem Punkt steht auch Astrid Peters, Bürgermeisterin von Baumgarten, positiv gegenüber. „Eine zentrale Anlaufstelle ist wichtig“, sagt sie. Doch die Teilung der Touristinformation sieht auch sie kritisch. „Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass im Vorfeld Geld ausgegeben wurde, ohne dass alles transparent rübergebracht wurde“, so Peters. Wie sie sich heute Abend entscheiden wird, wusste die Bürgermeisterin zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht. „Ich werde noch Rücksprache mit meinen Gemeindevertretern halten. Deren Meinung wird für mich maßgeblich sein. Denn letztendlich wird diese Entscheidung vielleicht über meine Amtszeit hinausgehen. Das heißt, es ist auch ein Rucksack, dem ich meinem potenziellen Nachfolger übergebe“, sagt Astrid Peters.

Was passiert, wenn keine Einigung erzielt wird oder sich der Ausschuss gegen die Amtsverwaltung 2.0 ausspricht? „Ich gehe davon aus, dass das nicht passiert. Aber wir halten in jedem Falle an der Umstrukturierung der Verwaltung fest“, sagt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos), der das Vorhaben angestoßen hat. Bei einem Veto des Amtsausschusses würde die Verwaltungsarbeit nicht wie angedacht ablaufen können. „Die drei neuen Mitarbeiter würden dann nicht kommen. Wir müssten uns dann aber auch Gedanken machen, wie die Arbeit sich dann verteilen würde“, sagt Grüschow. Das, was über die klassische Verwaltungsarbeit hinausgeht – dazu zählen laut Grüschow Projekttätigkeiten, das Beantragen von Fördermitteln sowie Touristisches – könne dann nicht mehr im erforderlichen Maße geleistet werden.

Um für das Vorhaben zu „werben“, gab es am 1. Februar eine Infoveranstaltung, die auch die Gemeindevertreter mit ins Boot holen sollte. „Es gab lange Diskussionen. Ich hoffe, dass die Teilnehmer ihren Bürgermeistern den Rücken stärken werden“, so Grüschow. Dem Ausschuss sieht der Verwaltungschef optimistisch entgegen. „Bislang gab es das noch nicht, dass sich der Amtsausschuss gegen eine Entscheidung der Stadtvertretung stellt.“

Der Amtsausschuss trifft sich heute um 19 Uhr im Schullandheim Peetsch.

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