Bützow : Elefantenbrücke kommt 2017 nicht

Variantenspiel: Ingenieur Michael Schwesig stellte die verschiedenen Brückenkonstruktionen vor.
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Variantenspiel: Ingenieur Michael Schwesig stellte die verschiedenen Brückenkonstruktionen vor.

Hauptausschuss hat sich für neue Variante entschieden / Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren verzögert Neubau erneut

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31. Mai 2017, 09:00 Uhr

Aus dem erhofften Befreiungsschlag und der Nachricht, dass noch in diesem Jahr die neue Elefantenbrücke gebaut wird, ist nichts geworden. Die Mitglieder des Hauptausschusses der Bützower Stadtvertretung einigten sich zwar auf eine Variante, doch bevor der Auftrag vergeben werden kann, werden noch Monate ins Land gehen.

Der beauftragte Ingenieur Michael Schwesig hatte vier Varianten einer konventionellen Brückenkonstruktion entworfen. Dabei sei zu berücksichtigen gewesen, dass sich aufgrund neuer Bebauungen die Situation vor Ort verändert habe. „Als wir die Brücke abgerissen haben, hatten wir noch richtig Platz“, sagte Schwesig. Jetzt stehen dort Eigenheime. Das schränke die Bewegungsfreiheit für Baumaschinen mächtig ein. „Auf der einen Seite steht ein Holzzaun, auf der anderen Seite eine Mauer“, so der Ingenieur.

Doch Platz brauchen die Bauarbeiter. Der Entwurf sieht eine Spannbreite von 25 Metern vor. Damit soll verhindert werden, dass die Gründung der Brücke nicht unmittelbar im Uferbereich erfolgt und im Wasser steht wie die alte. Es gibt eine mächtige Torfschicht auf der einen Seite der Warnow von knapp acht, auf der anderen von knapp elf Metern. Deshalb erfolgt die Gründung bis in eine Tiefe von bis zu 13 Metern.

Von Anfang an machte Michael Schwesig klar, dass er Variante 1, eine Stahlfachwerkkonstruktion, favorisiere. Mit Gesamtkosten von rund 300 000 Euro sei diese auch die kostengünstigste. Alle anderen Varianten seien teurer. Eine Holzfachwerkkonstruktion (Variante 4) würde zudem hohe jährliche Unterhaltungskosten verursachen und nicht so langlebig sein, argumentierte Schwesig.

Angesichts des Preises – bei der zuvor geplanten Brücke nach einem neuen Verfahren entwickelt, waren Kosten in Höhe von 130 000 Euro im Gespräch – suchten die Ausschussmitglieder nach Einsparmöglichkeiten. Ralf-Peter Katzer (UBB) fragte, ob auch eine Systembrücke in Erwägung gezogen wurde. Die Kosten dafür seien, zumindest vor vier Jahren, deutlich geringer gewesen. Antwort von Schwesig: „Es wird nicht wesentlich billiger.“ Er begründete das damit, dass unter anderem die Materialpreise angestiegen seien. Frank Schröder (CDU) erklärte, eine Breite von 2,50 Meter, wie geplant, sei aus seiner Sicht nicht notwendig. Es würden doch auch 1,80 Meter reichen. Es gehe doch eigentlich „nur um einen Steg, den Fußgänger und ein paar Radfahrer“ nutzen. Begegnen sich zwei Radfahrer, werde es aber schon eng, sagte Joachim Fiedler (SPD). Die Kosten könnten dadurch um etwa 10 000 bis 15 000 Euro gedrückt werden, erklärte Schwesig. Sei es das wert? Bauamtsleiterin Doris Zich ergänzte zudem, man solle nicht kurzfristig denken. Die Brücke solle zum Beispiel auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden.

Wolfgang Wehrmann (EB) forderte, nicht mehr lange zu diskutieren. Zu lange würden schon viele Bützower auf die Brücke warten. Er könne mit der Variante 1 leben. Außerdem stünden, anders als vor vier Jahren, Fördergelder bereit. Zwei Drittel der Kosten würden damit gedeckt. Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) machte deutlich, dass die Fördermittel für eine Bausumme von 130 000 Euro in Aussicht gestellt wurden. Ob die Zusage auch bei den jetzt veranschlagten Kosten noch greift, stehe nicht hundertprozentig fest. „Ich hoffe, dass sich die Zusage auf das Projekt bezog“, sagte Grüschow.

Nicht nur das ist in den nächsten Wochen abzuklären. Die Vorplanungen sind nun mit einem konkreten Projekt für die beschlossene Variante 1 zu untermauern. Es ist die Ausschreibung durchzuführen. Dabei sollen nach Möglichkeit auch noch Kostenersparnisse ausgehandelt werden, so der Auftrag der Ausschussmitglieder. Die Auftragsvergabe könnte im Oktober erfolgen. Vorausgesetzt, es finden sich auch Firmen, die freie Kapazitäten haben, verweist Michael Schwesig auf eine weitere Unwegsamkeit. Viele Baufirmen hätten gut gefüllte Auftragsbücher.

Bei einer Bauzeit von rund sechs Monaten ist mit einer Fertigstellung jedoch nicht vor 2018 zu rechnen.

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