Bützow : Eklat um Aufsichtsrat-Wahl

Stadtvertreter halten Absprachen nicht ein: Wirrwarr mit Gewinnern und Verlierern.

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04. September 2019, 05:00 Uhr

Im Herbst des Vorjahres einigten sich die damaligen Fraktionen der Bützower Stadtvertretung darauf, dass auch Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) einen der sechs Sitze im Aufsichtsrat der Bützower Wohnungsgesellschaft (Büwo) erhalten soll. Nun, nach der Kommunalwahl und bei geänderten Konstellationen im Stadtparlament, scheinen sich die Fraktionen an eben diese Absprache nicht mehr zu erinnern. Als es nun um die Neuwahl des Aufsichtsrates ging, zeigten sich die Folgen. Großer Gewinner und trotzdem nicht glücklich: Bürgermeister Christian Grüschow. Großer Verlierer: die Fraktion der Linken.

Bereits als sich die Fraktionsvorsitzenden auf die Namen auf der neuen Liste von Vorschlägen einigten, erinnerte Wolfgang Wehrmann (EB) daran, dass Monate zuvor Einigkeit darüber herrschte, dass der Bürgermeister auch in den Aufsichtsrat solle. Doch wie die Redaktion erfuhr und letztlich auch während der Stadtvertretersitzung am Montagabend erkennbar war, wurde das schlichtweg nicht für voll genommen.

Der damaligen Absprache gemäß brachte Wehrmann nun den Vorschlag ein, den Bürgermeister aufzustellen. Mit Konsequenzen. Da sich die Verteilung der Sitze im Aufsichtsrat nach den Anteilen in der Stadtvertretung richtet, wurde es für die Linke brenzlig. Die Fraktion schlug Peter Dethloff vor, der bis dato Aufsichtsratsvorsitzender war. Die APB/EB-Fraktion um Wolfgang Wehrmann und die Linke mit jeweils zwei Sitzen im Parlament schlugen damit zwei Namen vor, von denen nur einer in den Aufsichtsrat bestellt werden konnte. Das Los musste entscheiden. Es wurde Christian Grüschow.

Der Argumentation von Wehrmann nach hätte es dazu gar nicht kommen müssen. Er betonte, dass die UBB – aus der sich die Bützower Wählergemeinschaft BWG gründete – es damals befürwortet habe, auch den Bürgermeister in den Aufsichtsrat zu bestellen. Seine Forderung deswegen: Die BWG solle auf einen von den zwei Plätzen verzichten, die ihnen als stärkste Kraft zustehen. Aber die BWG ließ sich davon nicht beeindrucken. Theoretisch hätte auch jede andere Fraktion auf einen Sitz verzichten können. Doch jede wollte ihren Stiefel durchziehen.

Verlierer waren dadurch die Linken, die mit ihrem Kandidaten scheiterten. Er finde es richtig, dass die Verwaltung im Aufsichtsrat vertreten ist, erklärte Christian Grüschow. Unter anderem, um den Bogen zwischen der Verwaltung und der Büwo als 100-prozentiger Tochter der Stadt zu schließen, wie er gestern der Redaktion erklärte. Äußerst unglücklich sei aber, dass mit Peter Dethloff ein kompetenter Mann deswegen nun nicht mehr vertreten sei. Grüschow äußerte sein Bedauern darüber, dass sich nicht an die einvernehmliche Absprache gehalten wurde, dass jemand aus der Verwaltung mit an Bord ist.

In den Aufsichtsrat bestellt wurden von den Stadtvertretern: Mario Göldenitz und Tillmann Altrichter auf Vorschlag der BWG, Karsten Thiemann und Alfred Matzmohr auf Vorschlag der CDU, Britta Schacht auf Vorschlag der SPD sowie Christian Grüschow auf Vorschlag der APB/EB-Fraktion. Als Aufsichtsrat haben sie nun die Aufgabe, den Vorstand zu überwachen und zu kontrollieren.

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