Laase : Einsame Wälder statt Atlantikluft

Nicole Karsch und ihre Hündin Miga lieben das Leben in der Natur. Fotos: andreas münchow / archiv
Nicole Karsch und ihre Hündin Miga lieben das Leben in der Natur. Fotos: andreas münchow / archiv

Nicole Karsch stammt aus Frankreich und lebt seit zwei Jahren in der Region

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12. August 2016, 07:00 Uhr

Das Häuschen liegt ein wenig versteckt zwischen Bäumen und Sträuchern, hinter dem Grundstück erstrecken sich weite Felder. Hier, inmitten der Natur, wohnt Nicole Karsch. Ihr Name und auch ihre perfekte Aussprache verraten nicht, dass Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Denn Nicole Karsch ist Französin, sie kam vor rund zwei Jahren nach Laase, wo sie jetzt in besagtem Haus unmittelbar hinter der Dorfkirche lebt.

„Die Weite des Landes und die Natur, das ist das, was ich immer gesucht habe“, sagt die heute 61-Jährige. „Als ich im Juni 2014 hier in der Nähe von der A 20 abgefahren bin, wusste ich, dass ich hier bleiben werde.“

Eine nicht unwichtige Rolle dabei spielte das inzwischen mit Nicole Karsch befreundete Ehepaar Gudrun und Ernst Schützler aus Qualitz. Eine Bekannte der Schützlers war schon früher mit der ältesten Tochter von Nicole Karsch befreundet. So erfuhren Gudrun und Ernst Schützler, dass Nicole, die seit vielen Jahren in Friesland lebte, eine neue Heimat sucht. „Wir machten Fotos von dem zum Verkauf stehenden Haus und Grundstück, schickten es Nicole. Und so kam es, dass Nicole Karsch damals, im Juni 2014, von der A 20 abfuhr...

„Tapfer, mutig, kontaktfreudig und hilfsbereit“, so beschreibt Gudrun Schützler ihre inzwischen gute Freundin Nicole Karsch. Tapfer und mutig auch angesichts dessen, was Nicole aus Haus und Grundstück schon gemacht hat. „Anfangs war das Häuschen vor lauter Büschen kaum zu sehen, das ganze Grundstück so zugewachsen, dass der Zaun nicht zu sehen war. Da musste ich dann mit der Säge ran“, lacht Nicole Karsch. Im Haus selbst gab und gibt es auch viel zu tun. Nur für einige Spezialarbeiten lässt sie Handwerker kommen, ansonsten erledigt Nicole Karsch alles selbst.

Kontaktfreudig und hilfsbereit unter anderem deshalb, weil „Nicole auch sozusagen als Sozialpflegerin in Laase unterwegs ist, wo es hilfsbedürftige Menschen gibt, um die sie sich kümmert“, sagt Gudrun Schützler.

Aber wie kommt eine gebürtige Französin überhaupt in das entlegene Dörfchen Laase? „Ich stamme eigentlich aus Lothringen. Als ich elf Jahre alt war, zogen meine Eltern mit mir nach Saarbrücken, weil mein Vater dort arbeitete. Ich besuchte dort das französische Gymnasium“, blickt Nicole Karsch zurück. Später dann zog sie mit ihrem damaligen Ehemann nach Niedersachsen, lebte dann fast 30 Jahre in Friesland. „Eigentlich wollte ich zurück nach Südfrankreich an die Atlantikküste, wo ich als Kind mit meinen Eltern in den Ferien war. Doch nun bin ich hier“, lacht Nicole.

Neben Haus und Riesengarten hat sie noch ein besonderes Hobby: „Statt vor dem Fernseher sitze ich oft mit einem Buch am Tisch, stricke oder häkele nebenbei“, sagt Nicole Karsch. Und nicht nur das: „Vom Marmelade kochen über Nähen und Töpfern bis zum Basteln mache ich eigentlich alles“, schmunzelt sie. Was dabei alles entsteht (z. B. Teller, Schalen, Pullover, Taschen, Glückwunschkarten u.v.m.) hat sie in einem kleinen Raum ausgestellt. Inzwischen überlegt Nicole, ob sie vielleicht ein Gewerbe anmeldet, um die vielen Dinge verkaufen zu können oder sie aber in Kommission gibt. Wer möchte, den lädt Nicole Karsch gerne ein, ihre Arbeiten anzuschauen.

Und noch ein Hobby hat sie: „Ich laufe täglich fünf bis zehn Kilometer mit meiner Hündin Miga durch die Natur.“ Die etwa zweijährige Miga stammt aus einem spanischen Tierheim und genießt sichtlich, wie Frauchen, das Leben fern vom Trubel der Großstadt.

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