Bützow : Eine Werkstatt für Afrika

Dank vieler Sponsoren konnte Monika Thomsen vom Verein „Bützower für Gambia“ bereits im Vorjahr Fahrräder mit nach Afrika nehmen. Jetzt sind weitere Drahtesel auf dem Weg nach Labakoreh. Der Verein möchte nun auch junge Leute vor Ort befähigen, Fahrräder zu reparieren.
Dank vieler Sponsoren konnte Monika Thomsen vom Verein „Bützower für Gambia“ bereits im Vorjahr Fahrräder mit nach Afrika nehmen. Jetzt sind weitere Drahtesel auf dem Weg nach Labakoreh. Der Verein möchte nun auch junge Leute vor Ort befähigen, Fahrräder zu reparieren.

Verein „Bützower für Gambia“ möchte Möglichkeiten für Berufsausbildung schaffen / Nähmaschinen und Werkzeuge gesucht

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04. Januar 2016, 18:10 Uhr

Am Wochenende war Monika Thomsen in Hamburg und hat einen Container auf Reisen geschickt. In knapp zehn Wochen sitzt die Vorsitzende des Vereins „Bützower für Gambia“ selbst wieder im Flugzeug und wird in das kleinste Land Afrikas fliegen. Vor Ort geht es dann darum, die nächsten Schritte in dem kleinen Dorf Labakoreh voranzubringen.

Im kommenden Jahr wird es 20 Jahre her sein, dass die ehemalige Bützowerin, die heute in Güstrow lebt, das erste Mal ihre Füße auf den schwarzen Kontinent setzte. Diese Urlaubsreise wurde für die ehemalige Kindergartenleiterin ein einschneidendes Erlebnis. Sie kam zurück mit dem festen Willen, den Menschen in dem kleinen Dorf Labakoreh zu helfen, Schritt für Schritt ein besseres Leben zu organisieren. Hilfe zur Selbsthilfe war von Anfang an das Anliegen von Monika Thomsen. „Angesichts der immensen Zahl an Flüchtlingen, die nach Europa kommen, ist mir und den zehn Mitgliedern unseres kleinen Vereins einmal mehr bewusst, wie wichtig die Hilfe ist, die wir dank unserer Sponsoren und Helfer dort leisten können. Gleichwohl wissen wir, dass für unsere Arbeit noch kein Ende absehbar ist.“

Mehr noch. Der Verein möchte jetzt seine Hilfe auf Jugendliche und junge Erwachsene ausdehnen. „Zum einen wollen wir an unserem Schulgebäude einen kleinen Raum anbauen. Dort sollen junge Mädchen das Nähen erlernen“, erzählt die Vereinschefin. Das Bildungsangebot soll aber auch auf metallverarbeitende Berufe ausgedehnt werden. Dazu hat vor Ort ein Kontaktmann schon einmal ein Gebäude in Augenschein genommen. „Wir wollen das nicht in Labakoreh machen, sondern in einem etwas größeren Ort der Region, dort wo mehr Menschen leben“, erklärt Monika Thomsen. In der Werkstatt sollen dann die jungen Leute das Schweißen und Metallbauarbeiten erlernen, aber zum Beispiel auch, wie man Fahrräder repariert. Außerdem soll eine Tischlerei entstehen. „Es ist wichtig, dass die jungen Leute ausgebildet und beschäftigt werden“, sagt die 67-Jährige.

Wenn sie jetzt im März nach Gambia fliegt, soll all das vor Ort besprochen werden. Sowohl der Schulanbau für die Näherei als auch das Werkstatthaus soll natürlich von den Einheimischen selbst errichtet werden.

Die Vereinschefin fände es toll, wenn sie Nähmaschinen und auch Werkzeug, unter anderem für die Tischlerei, mit nach Labakoreh nehmen könnte. „Vielleicht hat ja jemand eine Werkstatt aufgelöst oder vielleicht hat der ein oder andere ja ausrangiertes Werkzeug, das aber noch gut erhalten ist.“

Einen fast nagelneuen Generator fürs Schweißen konnte Monika Thomsen schon mit dem Container am Wochenende auf Reise schicken. Auch Fahrräder und Schuhe wurden mit verpackt. In Gambia wird die Vereinschefin den Container in Empfang nehmen und auspacken. Thomsen: „Das hat all die Jahre gut geklappt. Und so ist auch gesichert, dass die Dinge dort ankommen, wofür sie gedacht sind.“ Auch das ist ihr wichtig. Denn der Verein kann seine Arbeit nur durch viele Förderer und Sponsoren realisieren. Einige von ihnen wollen sich im März selbst ein Bild vor Ort machen, fliegen ebenfalls nach Gambia.

Gerade Dank solcher Unterstützer kann der Verein, der im vergangenen Jahr sein 15-jähriges Bestehen feierte, seine bereits geschaffenen Angebote verbessern. Allein für die Schulverpflegung der rund 90 Mädchen und Jungen werden monatlich 150 Euro benötigt. „Dafür haben wir eine zweckgebundene Spende bekommen. So können unsere Köchinnen in diesem Jahr neben einem Fischgericht pro Woche auch einmal Fleisch reichen. Dazu essen die Kinder dann Reis und Gemüse“, so Thomsen. Auch Schulklassen des Brinckman-Gymnasiums Güstrow sowie der Freien Schule und der Grundschule am Schloßplatz Bützow unterstützten die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr mit Spenden. „Dafür bin ich den Kindern sehr dankbar.“

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