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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 04:13 Uhr

Bützow : Eine Seite im Ehrenbuch bleibt leer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kein Eintrag beim Neujahrsempfang / Stadtvertreter von Bützow konnten sich nicht auf die Namen von besonders engagierten Menschen einigen

von
erstellt am 12.Feb.2017 | 21:00 Uhr

„Eine besondere Ehre wurden den Kameraden, die beim Tornadoeinsatz 2015 mitwirkten, auf dem Neujahrsempfang im Januar 2016 zuteil. Wir wurden mit dem Eintrag in das Ehrenbuch der Stadt Bützow geehrt“, sagte Wehrführer Holger Gadinger auf der Jahrestagung der Blauröcke. Doch in diesem Jahr blieb das Ehrenbuch der Stadt im Schrank. Es gab keinen neuen Eintrag beim Neujahrsempfang im Bützower Gymnasium. „In der Stadtvertretung fanden sich keine Mehrheiten für die vorgeschlagenen Kandidaten“, erklärte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) auf Nachfrage von SVZ.

Erst im August 2010, mit dem Abschied des langjährigen Bürgermeisters Lothar Stroppe, wurde das neue Ehrenbuch der Stadt aufgeschlagen. Der Name des Ex-Bürgermeisters war der erste, 15 weitere sollten folgten. Hinzu kamen 15 Mitglieder der Feuerwehr im vergangenen Jahr. Und nun?

Aus Sicht von Manfred Urban, Fraktionschef der Linken, sollte der Eintrag ins Ehrenbuch nicht inflationär werden. Es sollte schon eine besondere Ehrung bleiben. Ähnlich sieht es Ralf-Peter Katzer (UBB). Für ihn sei der Ausgang der Abstimmung in diesem Jahr in der Stadtvertretung nicht ganz überraschend gekommen. „Wir haben schon vor Jahren gefordert, dass es bestimmte Kriterien geben sollte, die darüber entscheiden, wer nominiert wird“, sagt der Fraktionschef. Es sollten schon Menschen sein, die wirklich Außergewöhnliches für die Stadt geleistet haben. Deshalb hätte sich die UBB in den zurückliegenden Jahren mit Vorschlägen auch zurückgehalten.

Die Forderung nach einem bestimmten Qualitätsmerkmal unterstützt auch die SPD. „Wir sollten schon einen gewissen Maßstab anlegen“, so Fraktionschef Joachim Fiedler. „Ich sage mal so. Wir müssen die Messlatte bei 1,20 Meter anlegen. Wer diese Norm nicht erfüllt, kann nicht nominiert werden“, so der ehemalig Sportlehrer. Es komme nicht darauf an, dass jede Fraktion jedes Jahr einen Vorschlag unterbreitet. Das sollte schon mit Bedacht erfolgen, erklären Katzer und Fiedler unisono.

Warum die Vorschläge in diesem Jahr nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhielten, sei für ihn unverständliche, sagt Frank Schröder. Der CDU-Fraktionschef bedauert das. Er sei davon ausgegangen, dass die Vorschläge fraktionsübergreifend akzeptabel gewesen seien. Das hätte er zumindest bei den Diskussionsrunden vor der Abstimmung so signalisiert bekommen.

Einig sind sich die Fraktionen, dass es weitere Kapitel im Ehrenbuch der Stadt geben sollte. Wie das gelingen kann? Knapp ein Jahr haben die Stadtvertreter nun Zeit, um das zu klären.

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