Aus dem Gerichtssaal : Eine sehr teure TÜV-Plakette

Wegen einer gefälschten TÜV-Plakette muss Marco G. eine hohe Geldstrafe zahlen.
Wegen einer gefälschten TÜV-Plakette muss Marco G. eine hohe Geldstrafe zahlen.

Schwaaner Zeugen belasten Angeklagten schwer. Verurteilter muss hohe Strafe wegen Urkundenfälschung zahlen.

svz.de von
07. November 2015, 16:00 Uhr

Wegen Urkundenfälschung und Betruges um eine gefälschte TÜV-Plakette muss Marco G. (45) eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen. Er hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt, den er Donnerstag auf Grund eindeutiger Beweise zurücknahm.

Der Schwaaner Manuel J. erinnerte sich auch über zwei Jahren an die Umstände, die zu dem Prozess führten und konnte in seiner Zeugenaussage genaue Angaben dazu machen.

In dem Strafverfahren gegen den Baumaschinisten Marco G. vor dem Rostocker Amtsgericht wegen Urkundenfälschung und Betruges machte Manuel J. die entscheidenden Aussagen. Er bestätigte, dass er und seine damalige Lebensgefährtin Jennifer P. aus Schwaan dem Baumaschinisten im April 2013 aus Freundschaft ein Auto ausgeliehen hatten. Das Auto war kurz zuvor für die Mutter seiner Ex-Freundin, Jana P., Köchin in Schwaan, gekauft worden.

Das Fahrzeug verfügte über eine Hängerkupplung. Der Beschuldigte Marco G. habe damit seinen Wohnwagen auf eine Baustelle in Hamburg ziehen wollen, auf der er zu der Zeit tätig war. Der Zeuge berichtete weiter, dass er den Angeklagten darauf aufmerksam gemacht habe, für eine neue TÜV-Plakette zu sorgen, da die damals noch aktuelle zum 1. Mai 2013 ablief. Es sollte aber eine „ordentliche“ TÜV-Plakette sein, hätte er dem Angeklagten mit auf den Weg gegeben.

Das habe er deshalb so betont, weil ihm bekannt war, dass Marco G. manipulierte TÜV-Plaketten und Urkunden zu Hause im Küchenschrank hätte. Woher er die habe, wüsste er nicht.

Fest steht, dass an dem Fahrzeug bei der Rückgabe am 17. Mai 2013 eine neue TÜV-Marke prangte, die jedoch gefälscht war, ebenso der Stempel auf der dazu gehörigen Urkunde. Jana P. bestätigte, dass sie den TÜV nachholen musste, als ihr der Wagen zurück gegeben wurde. Nachfragen der Ermittler bei den zuständigen Stellen hatten ergeben, dass es für ihr Auto keinen aktuellen TÜV gab.

Die Staatsanwaltschaft Rostock belegte Marco G. daraufhin mit einem Strafbefehl über 60 Tagessätze je 20 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein.

Zunächst bestritt er die Tatvorwürfe. „Ich habe keine Ahnung, wie es zu der Urkunde gekommen ist“, sagte er zur Eröffnung des Prozesses. Es sei nicht ausgemacht gewesen, dass er sich um den TÜV kümmern sollte. „Ich weiß auch nicht, ob der Stempel schon in der Zulassung war.“


Nach den neuen Zeugenaussagen wurde es eng für den Angeklagten. Sein Verteidiger hatte vehement auf die Anhörung von Manuel J. bestanden, der am ersten Verhandlungstag nicht erschienen war. Nach seinen gestrigen glaubwürdigen Aussagen legte die Vorsitzende Richterin dem Angeklagten und seinem Anwalt nahe, den Einspruch zurückzunehmen. So geschah es dann. Allerdings geht es jetzt richtig ins Geld. Denn zu den 1.200 Euro Strafe kommen noch die Prozesskosten, darunter die Reisekosten der Zeugen. Manuel J. reiste aus Berlin an.

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