Waldbrandstufe : Eine Kippe, und der Wald brennt

Achtlos weggeworfene Zigaretten können schnell einen großen Brand auslösen.
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Achtlos weggeworfene Zigaretten können schnell einen großen Brand auslösen.

Raucher sollten keine Zigarettenstummel achtlos wegwerfen / Auch die Grillmeister mögen ihren Verstand einschalten

svz.de von
24. Juli 2014, 17:04 Uhr

Wenn der Funke überspringt, dann kann es schnell zu spät sein. Allerdings im negativen Sinne. Denn momentan ist die Waldbrandstufe in der Region Sternberg zwar noch nicht auf einem Rekord-Hoch, aber dennoch schon besorgniserregend. „Wir haben seit vielen Tagen keinen Regen bekommen. Nicht nur auf den Wiesen, sondern auch in unseren Wäldern wird es immer trockener, sodass wir jetzt bei der Waldbrandwarnstufe 3 angekommen sind“, erläutert André Köppen, Sachgebietsleiter des Forstamtes Schlemmin. Zwar habe der Wald in der Region einen guten Aufbau, wie der Fachmann bestätigt und sei lange nicht so gefährdet wie beispielsweise das Dickicht im Bereich Jasnitz. „Dort sind sehr viele Kiefern im Bestand. Wir haben im Forstamt Schlemmin und auch im Güstrower Raum eher Laubbäume wie die Buchen oder Eichen. Da ist das auch mit dem Unterholz nicht so problematisch“, erklärt der Förster. Und auch im Bereich Sternberg, der auch zum Leitforstamt Güstrow gehört, ist derzeit noch Waldbrandwarnstufe 3. „Dort ist der Bereich, bei dem mehr Kiefern im Bestand sind und weiter südlich steigt dann auch die Warnstufe.

Dennoch sei die Waldbrandwarnstufe im Bereich Sternberg keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Und das ist auch im Forstamt Schlemmin nicht der Fall: „Jede Woche hat ein Revierförster oder ein Mitarbeiter Bereitschaft. Von 10 bis 19 Uhr muss er erreichbar sein“, erklärt Köppen. Zwar könne ein einzelner Kollege gegen ein eventuelles Feuer im Wald nichts ausrichten, aber organisatorische Hilfe leisten: „Wir kennen uns nun einmal etwas besser im Wald aus. Welche Wege sind befahrbar, wo ist der nächste Löschteich. Das sind so Fragen, die auftauchen“, meint der Förster. Und für den Ernstfall gebe es zudem sogenannte Waldbrand-Einsatzkarten. „Anhand dieser Karten können sich die Einsatzkräfte dann im Ernstfall orientieren“, fügt er hinzu.

Aber noch viel wichtiger sei es, dass erst gar kein Feuer im Wald ausbricht. „In den meisten Fällen ist es leider so, dass die Menschen unachtsam sind. Eher selten sind es wirklich Unfälle, wie beispielsweise bei einem Brand von Landwirtschaftstechnik in der Nähe von Waldgebieten“, sagt Köppen und berichtet von einem Feldbrand, der vor wenigen Jahren ein Stück Wald im Forstamtsbereich vernichtet hat. Doch die Landwirte seien nicht das Problem, sie hätten alle vorgesorgt. Ein Feuerlöscher sei bei allen stets an Bord. Unachtsamkeit sei das Problem. Deshalb bittet Köppen die Autofahrer, keine Zigaretten-Stummel aus dem Auto zu werfen. „Das macht man ja ohnehin nicht, doch jetzt kann es im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich werden!“

Auch beim Grillen im heimischen Garten ist Vorsicht angebracht. „Ein Eimer mit Wasser sollte immer in der Nähe sein, besonders wenn das Grundstück nah am Wald ist.“

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