Bützow : Eine Brücke – drei Bürgermeister

Das historische Geländer „schmiegt“ sich an die neue Brücke an.  Fotos: raba (5) / Archiv (1)
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Das historische Geländer „schmiegt“ sich an die neue Brücke an. Fotos: raba (5) / Archiv (1)

Eisenbahnbrücke über die Nebel gestern wiedereröffnet / Freie Fahrt aber nur für Radfahrer, Landwirte und die Forst

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07. November 2014, 07:58 Uhr

Es hat drei Bürgermeister gedauert von den ersten Planungen bis zur gestrigen Wiedereröffnung der historischen Eisenbahnbrücke über die Nebel bei Wolken. Daran erinnerte Bützows Bürgermeister Christian Grüschow bei der feierlichen Eröffnung. Dabei wollte er nicht einen direkten Zusammenhang herstellen zwischen diesen Ereignissen, sondern vielmehr auf die zehn Jahre verweisen, die ins Land gegangen sind. Auch gestern wurde noch einmal deutlich, dass nicht alle Blüten-)Träume reiften, die einst mit der Restaurierung verbunden wurden.

Denn die Pedalritter, die auf dem internationalen Radfernweg Berlin-Kopenhagen nun wieder ohne Umwege über die Nebel rollen können, fahren nicht auf der restaurierten Brücke. Vielmehr sind es nur Teile der über 160 Jahre alten Eisenbahnbrücke, die an einer neuen Brücke „befestigt“ sind. Ein Kompromiss, auf den sich auch die Denkmalschützer einlassen mussten, als sich während der Bauarbeiten zeigte, dass eine komplette Rekonstruktion nicht möglich sei.

Rund 1,6 Millionen Euro haben die Arbeiten an dem historischen Bauwerk gekostet. Sehr viel Geld kommt dabei aus verschiedenen Fördertöpfen. Wie hoch der Anteil der Stadt sei, müsse die Abschlussrechnung zeigen, so Grüschow. Der Anteil müsste sich zwischen zehn und 20 Prozent bewegen. „Wir hatten noch Anträge gestellt, wissen nicht wie sie beschieden wurden.“

Doch fest steht, gerade weil hier ein großer Teil an Fördermittel geflossen ist, bestimmen auch andere „die Musik“, wenn es darum geht, wer künftig die Brücke nutzen darf. Es sind nur Radfahrer, Fußgänger sowie die Landwirte und die Forst. Autofahrern bleibt die neue, kürzere Verbindung nach Zepelin versperrt. „Das verstehen ich nicht“, sagte gestern zum Beispiel Roswitha Ehrich am SVZ-Telefon, die hinter dem Bahndamm in Zepelin wohnt. Auch Günter Borgwardt aus Bützow musste sich da vor Ort eines Besseren belehren lassen. „Anderenfalls wären keine Fördermittel geflossen“, so Bauamtsleiterin Doris Zich.

Gerade einmal 32 Jahre war die Eisenbahnbrücke über die Nebel in Betrieb. 1850 errichtet, wurde sie 1882 außer Betrieb gesetzt. Es ist die einzige Eisenbahnbrücke ihrer Art in Deutschland. Daraus erklärt sich die besondere Bedeutung und die Anstrengungen, sie zu erhalten.

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