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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 01:09 Uhr

Bützow : Ein zweites Zuhause im „Domizil“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Jugendliche berichten den Stadtvertretern von ihrem Jugendklub

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 09:00 Uhr

Sie sind jung, wissen manchmal noch nicht, welchen Weg sie einschlagen sollen. Sie wollen aber auch nicht alles geschenkt bekommen, wollen manchmal einfach nur abhängen oder ihre Ruhe haben. Sie kochen jeden Freitag für sich und zahlen dafür auch einen Euro. Sie – das sind Jugendliche aus Bützow und Umgebung, die regelmäßig in den Jugendklub „Domizil“ kommen. Einige von ihnen verließen jetzt einmal ihren „Rückzugsort“, kamen ins Rathaus und erzählten den Stadtvertretern ihre Sicht der Dinge. Vor allem zeigten sie auf, warum Bützow einfach nicht auf das „Domizil“ verzichten kann.

Der Klub sei nicht nur „ein Treffpunkt, ein Entspannungsort oder auch Hobby“, sondern er sei „ihr kleines zweites Zuhause geworden“, sagt zum Beispiel Annabell Schröder.

Für Marius Guhrke sei der Klub wichtig, um dem Alltag entfliehen zu können. „Ich vergleiche das mit einer stundenlangen Fahrt auf der Autobahn. Man fährt rechts ran, um sich die Beine zu vertrete“, so der 20-Jährige. Jeder trage seine Last. Da sei der schulische Druck, familiäre Probleme oder sehr persönliche Sachen. Das „Domizil“ biete den Freiraum, den sie als Jugendliche brauchten. Dabei sei für ihn vor allem wichtig, „dass jeder im Klub willkommen ist, egal welche Meinung er trägt. Das ist ungeschriebenes Gesetz. Das macht unser ,Domizil’ auch so besonders“, sagt Guhrke.

Die gute Stimmung im Klub bestätigt Nino Kielmann. „Alle verstehen sich, selten entsteht hier großer Streit“, sagt der 18-Jährige. Im Schnitt kämen täglich 15 bis 20 Besucher ins „Domizil“, die meisten seien zwischen 15 und 19 Jahre alt. Doch es gibt auch etwas ältere, oder auch mal ein wenig jüngere Klubbesucher.

Es gebe vielfältige Aktivitäten. Dabei gelte: Jeder kann, keiner muss mitmachen. Fakt sei: Langeweile komme selten auf. „Es gibt einen Sportraum, um Tischtennis zu spielen, zu tanzen oder sich anderweitig sportlich zu betätigen. Ebenso haben wir einen Computerraum mit Internetzugang“, so Kielmann. Es gebe verschiedene Tagesangebote, aber auch spontane Aktivitäten oder Ausflüge wie zum Hansa- oder zum Heide-Park, eine Kanutour mit Zeltlager, Eislaufen oder Bowling, zählt Franziska Wilde weitere Aktionen auf. Vor allem diese Projekte und Ausflüge seien toll und würden ohne das „Domizil“ fehlen, gerade für Jugendliche, deren Familien nicht so viel Geld haben, sagt Guhrke.

Vertrauen ist eine weitere wichtige Komponente. Die Heranwachsenden fühlen sich von Jugendklubleiterin Anke Dose verstanden. „Für Gesprächsbedarf ist ihre Tür immer offen. Und wenn uns doch mal langweilig ist, greift sie zu ihrer Gitarre und wir singen zusammen“, sagt die 17-Jährige Franziska Wilde.

Und Guhrke ergänzt: „Sie nimmt sich immer Zeit, egal wie viel sie zu tun hat. Sie hört sich unsere Probleme an und gibt uns Ratschläge.“ Dabei könnten sich die Jugendlichen auch darauf verlassen: Was unter vier Augen besprochen wird, das werde nicht nach außen getragen.

Der Jugendklub „Domizil“ ist immer montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Alle zwei Wochen sind die Türen auch am Sonnabend von 15 bis 22 Uhr offen. Dafür sind sie am folgenden Montag geschlossen.

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