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Bützower Zeitung

18. Oktober 2017 | 11:29 Uhr

Bützow : Ein Zeitplan für Elefantenbrücke

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Einwohner sind genervt von ständigen Zeitverzug für Neubau / Bürgermeister holt Beteiligte zu Gesprächsrunde nach Bützow

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Spätestens am 31. Juli müssen die Bauarbeiten an der neuen Elefantenbrücke beginnen. Das jedenfalls sieht der Vertrag zwischen der Stadt und dem Unternehmen BaltiCo aus Hohen Luckow vor. Doch noch immer hat die Firma kein grünes Licht, die Brücke, so wie sie sie geplant hat, aufzustellen. Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) will deshalb alle Beteiligten noch einmal an einen Tisch holen. Das Ziel: Ein konkreter Zeitplan, wie das seit Jahren von den Bützowern geforderte Projekt umgesetzt wird.

Viele Einwohner sind nur noch genervt und fragen sich, wie lange das noch dauern soll. Die Bützower wollen keine Erklärungen mehr hören. „Uns interessiert nur noch, wann gebaut wird“, wetterte Wolfgang Wehrmann (EB) auf der jüngsten Stadtvertretersitzung.

Die unendliche Geschichte der Elefantenbrücke beginnt im Jahr 2008. Da wird sie als dringend sanierungsbedürftig eingestuft. Im April 2010 entscheiden die Stadtvertreter, die Brücke ganz abzureißen, eine Sanierung ist zu teuer. Im November 2011 wird die Brücke gesperrt, ein weiteres halbes Jahr später ganz abgerissen. Zu dem Zeitpunkt haben sich die Stadtvertreter schon auf einen Neubau geeinigt. Verschiedene Varianten werden geprüft, berechnet und wieder verworfen. Ein Knackpunkt: die hohen Kosten.

Da kommt 2014 die BaltiCo GmbH aus Hohen Luckow ins Spiel. Die baut Leichtbau-Brücken mit Kohlefaserstoffen in einem sogenannten Stabwickelverfahren. Eine neue Technologie. Und Bützow soll zum Pilotprojekt für BaltiCo werden – ein Referenzobjekt. Es kommt zum Vertragsabschluss.

Was weder Stadt noch Firma ahnen. Immer wieder gibt es beim Genehmigungsverfahren neue Auflagen. Da es sich um ein Bauwerk handelt, das es sowohl vom Material als auch vom Verfahren her noch nie gab, erfolge eine Einzelzulassung, erklärte Grüschow. Damit verbunden sind beispielsweise verschiedene Prüfverfahren. Deshalb wurde unter anderem die Universität Wismar ins Boot geholt, die diese Prüfungen zur Statik anhand von Modellen durchführt. Zwischenzeitlich habe auch noch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg die Brückenhöhe verändern wollen, erklärte Grüschow. Doch das sei mittlerweile vom Tisch. Offene Fragen sind noch zur schwimmenden Gründung zu klären.

Er könne die Unzufriedenen der Bützower verstehen, sagt Bürgermeister Grüschow. Doch die Stadt sei nicht Herr des Verfahrens, sondern das Landesamt für Verkehr und Straßenbau, das am Ende die Genehmigung erteilt. Dennoch möchte auch Grüschow mehr Klarheit. Deshalb werde er in den nächsten Tagen alle beteiligten Partner an einen Tisch holen. Sie sollen konkret sagen, was in welchem Zeitraum notwendig ist, um das Genehmigungsverfahren abzuschließen.

„Ich gehe nach wie vor davon aus, dass die Brücke noch in diesem Jahr gebaut wird“, ist Grüschow weiter optimistisch.

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