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Bützow : Ein wundersamer Brief, der vor dem Bösen in der Welt beschützt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Geschichten aus dem Schuhkarton/ SVZ-Serie: Teil 80 / Erinnerungen vom ehemaligen Bützower Günter Lewandowski (Teil 1)

von
erstellt am 03.Okt.2014 | 18:30 Uhr

Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus. Auch in Bützow veränderte er das Leben von Frauen, Männern und ihren Familien schlagartig.

Vom Rathaus bis zum Bahnhof hatten die Bützower Spalier gestanden, als im August 1914 die ersten vom Pastor gesegneten Kriegsfreiwilligen und eingezogenen Reservisten mit Blasmusik hinausmarschierten aus der Stadt. Mit Blumensträußen und Tränen in den Augen verabschiedeten Mütter, Bräute und Freundinnen am Bahngleis die Truppen auf ihren Weg zur Front. In weißem Kalkanstrich und feingeschwungener Schrift waren auf den Eisenbahnwaggons die zuversichtlichen Parolen „Siegreich wollen wir Frankreich schlagen“ oder „Weihnachten sind wir wieder daheim“ zu lesen. Was sollte auch Schreckliches geschehen? Der Kaiser hatte versprochen, dass seine Soldaten Weihnachten wieder zurück sein würden, und schließlich war ja Gott mit ihnen. So stand es jedenfalls auf den Koppelschlössern.


Bützower Weltrekordler eines der ersten Opfer


Je mehr Wochen vergingen und immer mehr Gefallene zu beklagen waren, schwand langsam die Begeisterung und machte der Ernüchterung Platz. Bis Weihnachten waren in Bützow schon 26 Gefallene zu beklagen, darunter die blutjungen Kriegsfreiwilligen Richard Biermann und Heinrich Klemm, die vom Studium zu den Fahnen geeilt waren, oder der Fliegerunteroffizier Bruno Langer, der vor Monaten noch einen Weltrekord im Dauerfliegen aufgestellt hatte. Erstes Blut junger Bützower Männer mit all ihren Träumen und Hoffnungen war in fremder Erde versickert.

Je mehr Opfer zu beweinen waren, umso verzagter und hilfloser standen die Menschen da und fragten sich, wo Gott gewesen ist, warum er sie verlassen hatte. So muss es auch Schuhmachermeister Gustav Schmidt (1854-1934) und seine Frau Caroline (1862-1943) aus der Faulen Grube 7 (Mantzelstraße) ergangen sein. Ihre vier Söhne, die in Bützow Bäcker und Buchdrucker gelernt hatten und als Gesellen nach Hamburg gegangen waren, kämpften in dem mörderischen Krieg auf den Schlachtfeldern.

Fritz Hoßmann

Was der Enkel von Gustav Schmidt im Nachlass seines Großvaters fand, das erfahren Sie in der Bützower Zeitung vom 4. Oktober und im ePaper.

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