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Eisenbahnbrücke bei Wolken demontiert : Ein Wahrzeichen wird verschönert

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Die Eisenbahnbrücke dicht bei Wolken war seit vielen Jahren marode und für Fußgänger sowie Radfahrer gesperrt. Gestern montierte sie ein 200-Tonnen-Kran ab. In Barth wird die Brücke saniert und verschönert.

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erstellt am 04.Jul.2013 | 06:31 Uhr

Bützow/Wolken | "Es ist besser gelaufen, als ich gedacht hatte", sagt Hans-Jörg Schmeling, Polier auf der Baustelle bei der Eisenbahnbrücke und hat dabei eines der beiden Segmente des Überbaus mit dem Brückengeländer im Blick. Der 57-Jährige hat schon seit mehreren Wochen die Oberaufsicht über die Baustelle und verfolgt den gestrigen Bau-Abschnitt sehr genau.

"Wir haben die beiden Elemente des Stahl-Überbaus herausgenommen", sagt er und deutet dabei auf das zweite Segment, das von einem 200-Tonnen-Kran aus den alten Widerlagern sowie dem Mittelpfeiler gelöst wurde. Die Mitarbeiter Kai Gustav und Uwe Machnikowski rücken derweil so genannte Abstell-Böcke zurecht, auf denen der Überbau absetzt wird. "Die Elemente können hier fachgerecht vor Ort für den Transport und die Aufarbeitung in eine Barther Firma zerlegt werden", sagt Jörg Alex, verantwortlich für die Bau-Überwachung bei dem zuständigen Planungsbüro Inros Lackner.

Die Eisenbahnbrücke dicht bei Wolken war seit vielen Jahren marode und für Fußgänger sowie Radfahrer gesperrt. Der Fördermittel-Antrag der Stadt wurde bereits im vergangenen Jahr positiv beschieden. Seit einigen Wochen sind die Arbeiten am denkmalgeschützten Bauwerk, über das der internationale Fahrradweg Berlin-Kopenhagen verläuft, im Gange. "Wir haben bisher die Straße, die zum Bau führt, angelegt und eine Dammschüttung durchgeführt", so Polier Schmeling. Die Nebel, über die das Bauwerk führt, wurde für die Zeit des Baus verrohrt.

Die abgenommenen und zerlegten Elemente werden nun zu einer Stahlbau-Firma nach Barth gebracht und dort aufgearbeitet. "Es wird ein komplett neuer Stahlüberbau hergestellt, an dem die alten Stahl-Fachwerkträger befestigt werden", erläutert Nicola Werner, Bau-Ingenieurin bei Inros-Lackner. "Damit bleibt laut den Forderungen der Denkmalschutzbehörde auch das historische Erscheinungsbild erhalten", sagt Jörg Alex.

Doch bis der neue Überbau aufgesetzt wird, müssen viele Sanierungsschritte im Vorfeld abgeschlossen werden. "Wir werden eine etwa drei Meter tiefe Gründung durchführen, wobei wir drei große Spundwandkästen einbringen und sie mit Beton füllen", schildert Nicola Werner. Ist dann die Ebenerdigkeit erreicht, werden auch die beiden Widerlager sowie der Mittelpfeiler neu errichtet. "Sie sind aus Stahlbeton, die nachträglich mit rotem Klinker verblendet werden", sagt Werner. Die alten Widerlager waren schon stark beschädigt und schon so stark zerklüftet, dass die Bachstelze in einem Widerlager gebrütet hatte. "Wir mussten sogar zehn Tage mit den Bauarbeiten warten, bis die kleinen Vögel flügge waren und das Nest nicht wieder aufsuchten", sagt Werner. Generell werde die Bau-Maßnahme von der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Denkmalschutz-Behörde fachlich begleitet, fügt sie hinzu. Geplant ist, dass 1,3 Millionen Euro in die Maßnahme fließen. Wovon ein beträchtlicher Teil Fördermittel sind. Werner hofft, dass der neue, alte Überbau bereits im Herbst auf die neuen Widerlager aufgesetzt werden kann. Pedalritter könnten dann schon im Frühjahr 2014 auf dem Internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen durch ein landschaftlich-reizvolles Areal fahren.

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