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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 00:38 Uhr

Ein Traum von einem Sportwagen

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2012 | 10:28 Uhr

Kuhs | Einzigartige Wiesmann-Sportwagen waren Sonnabend für rund zwei Stunden am Stück in Kuhs zu sehen. 26 Mitglieder des "Wiesmann-Clubs" mit Sitz in Ehlershausen bei Hannover weilten seit Donnerstag in unserer Region. Gastgeber war Armin Holst, Besitzer des Landhotels Kuhs. Das Hotel ist sein Elternhaus. Er hat es verpachtet, kommt aber einmal im Quartal nach Kuhs. Holst fährt auch einen Roadster - einen MF 4 mit 420 PS - aus der Wiesmann-Produktion. Er ist von der Marke, die an englische Autos erinnert, fasziniert. Den Geschäftsführer einer Softwarefirma freute es ganz besonders, dass er seine Klubmitglieder in seinem Hotel empfangen durfte.

Von Kuhs ging es durch die mecklenburgische Landschaft u.a. nach Warnemünde und Waren/Müritz. Dort wie auch Sonnabend in Kuhs kamen jede Menge Neugierige, um sich von den Besitzern informieren zu lassen. Denn: Diese Wiesmann-Sportwagen - überwiegend Roadster (offene, zweisitzige Sportwagen) - sieht man nicht alle Tage. Der Grund: "Die Autos werden erst seit 18 Jahren gebaut", erklärte Präsident Horst Perschau. Rund 1500 gebe es auf der Welt, erzählte der 69-Jährige weiter. Seien anfangs drei Autos pro Jahr entstanden, sind es inzwischen 10 bis 15, die aus der Manufaktur in Dülmen kommen. Lieferzeit übrigens bis zu drei Jahre. Perschau, der mit den Wiesmann-Brüdern freundschaftlich verbunden ist, war es auch, der ihnen vorschlug, in einem Klub das Image und die Markenbindung zu diesen von Hand gefertigten Autos zu pflegen. Der Ehlershausener Klub, 2001 gegründet, hat 120 Mitglieder, darunter zwei Frauen. "Vier- bis fünfmal im Jahr sind wir bei solchen Treffen wie hier in Kuhs unterwegs", erzählt der Präsident.

Kein Geheimnis ist es, dass die, die solche Autos fahren (Kostenpunkt zwischen 100 000 und 250 000 Euro) Geld haben. "Es sind Geschäftsleute, die sich diesen Traum von einem Auto hart erarbeitet haben", betont der gebürtige Berliner. Perschau ist Buchbindermeister und hatte einen Fachhandel. Seinen ersten Wiesmann kaufte er sich vor zwölf Jahren. Der hatte die Fahrgestellnummer 8. Da war er 57 Jahre alt. Jetzt fährt er einen MF 3.

Rainer Breitenbach, mit dessen MF4 S SVZ mitfahren durfte, hat 15 Jahre auf sein Traumauto hingearbeitet. Von diesem Typ, erzählt er, gebe es nur rund 100 auf der Welt. Breitenbach ist stolz, dass er solch ein Auto fährt. Dabei kommt es ihm bei weitem nicht auf Schnelligkeit an - sein MF 4 S beschleunigt in drei Sekunden von 0 auf 100 km/h -, sondern es ist das einmalige Fahrgefühl dieses Unikats, das in den Kurven liegt wie kein anderes Auto. Allerdings müsse man es, so der Hannoveraner, wie jedes anderen Fahrzeug auch jederzeit beherrschen können.

Für Max Paschen (11) aus Güstrow waren die Sportwagen einfach nur "cool". Der Güstrower Bernd Strahlendorf wollte den Sound hören. Friedrich Moll aus Geesthacht erfüllte ihm den Wunsch und und ließ den Motor seines MF 4 an. Strahlendorf war begeistert. Moll erzählte, dass er an seinem ersten Wiesmann-Sportwagen die Fahrgestellnummer 4 (!) hatte. Damit war er in der Runde der 26 in Kuhs derjenige, der sich als Erster diesen Sportwagen leistete.

Horst Perschaus Klub wurde übrigens in besonderer Weise in Kuhs verewigt. Ortschronistin Renate Lemke erhielt einen Klub-Flyer und bat den Präsidenten um ein Autogramm. Das wird Teil der Chronik, die die 73-Jährige seit den 90er-Jahren führt.

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