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Selbstständigkeit : Ein Rühner fährt dreigleisig

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Roy Tschernyschow ist Landwirt auf Zeit

svz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 21:00 Uhr

„Woanders als auf dem Land würde ich mich nicht wohlfühlen“, sagt Roy Tschernyschow. Um sich in seiner Heimat Mecklenburg etwas aufzubauen, wagte der Rühner den Schritt in die Selbstständigkeit: „Und ich habe es nicht bereut.“ Seit 2014 bietet er sowohl Sägearbeiten für Kaminholz als auch landwirtschaftliche Leistungen auf Zeit an.

Trotz seiner abgeschlossenen Lehre zum Einzelhandelskaufmann beschritt Tschernyschow einen weiteren Bildungsweg und kann sich seit 2008 staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt nennen. „Ich hatte schon als Kind Interesse an der Landwirtschaft, vor allem im Bereich Technik“, sagt der Rühner. Die Idee, Säge- und Spaltarbeiten anzubieten, kam ihm im Gespräch mit seinen Eltern. „Wegen der hohen Gas- und Ölpreise wollten meine Eltern künftig mit Holz heizen. Doch meine Mutter fragte: Wer soll das ganze Holz denn hacken?“, erzählt Tschernyschow. Das war der Startschuss seines Unternehmens.

Doch die Auftragslage für Holzarbeiten war anfangs gering. „Nachdem die ersten zwei Monate in der Selbstständigkeit um waren, aber nicht viel an Geld reinkam, musste ich aktiv werden.“ So bietet der Rühner auch landwirtschaftliche Dienstleistungen aller Art an. „In Spitzenzeiten, wenn viel in den Betrieben zu tun ist, oder wenn krankheitsbedingt ein Arbeiter auf dem Hof ausfällt, kann ich einspringen und helfen“, erzählt Tschernyschow. Auf diese Weise übt er auch weiterhin seinen gelernten Beruf aus.

Dem Rühner gefalle vor allem die Vielfalt seiner Arbeit. Neben den ständig neuen Aufgaben spiele auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. „Ich habe durch die vielen Einsatzorte ständig neue Kollegen“, so Tschernyschow. Das sei eine immer neue Herausforderung für den Rühner. „Wenn ich in einen Betrieb komme, muss ich mich anpassen und auch mal zurückzunehmen, wenn es erforderlich ist.“ Menschenkenntnis sei für seine Arbeit somit notwendig, sagt er.

Aller guten Dinge sind drei und somit bietet Tschernyschow noch eine weitere Dienstleistung an. „Ich entnehme Siloproben. Die werden dann von einem Labor analysiert. Ziel ist es etwa, mit einer qualitativen Fütterung eine vernünftige Milchleistung zu erhalten.“

Der gelernte Landwirt will seinen Betrieb noch weiter ausbauen. Wenn die Auftragslage es zulässt, werde er Mitarbeiter einstellen. „Man kann sein Geld sicherlich einfacher verdienen. Aber mir macht meine Arbeit Spaß“, sagt Tschernyschow.

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