Schwaan : Ein Rückschritt für Schwaan

13-mal wird eine graue 80-Liter-Tonne eines Zwei-Personen-Haushaltes regulär entleert. Alles andere kostet zusätzliche Gebühren.
13-mal wird eine graue 80-Liter-Tonne eines Zwei-Personen-Haushaltes regulär entleert. Alles andere kostet zusätzliche Gebühren.

Rüdiger Zöllig: Neue Abfallentsorgungssatzung des Landkreises Rostock ist für Menschen im Amt nachteilig und teurer

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05. November 2015, 07:24 Uhr

Für die Menschen im Amt Schwaan sind die neuen Abfallentsorgungs- und Abfallgebührensatzungen des Landkreises Rostock ein Rückschritt. Das sagt Rüdiger Zöllig und: „Nach der Diskussion im Vorfeld war zwar damit zu rechnen. Dennoch ist es für die Menschen im Altkreis Bad Doberan bitter“, so Schwaans Kreistagsmitglied (Bündnis 90 / Die Grünen).

Hintergrund: Bisher gab es nach der Fusion der beiden Landkreise zum neuen Großkreis zwei unterschiedliche Abfall- und daran gekoppelt auch Gebührensysteme. Mit den neuen Satzungen, die ab 2016 gelten wird das nun geändert und vereinheitlicht.

Dabei kommt unter anderem die sogenannte intelligente Restmülltonne zum Einsatz. Diese ist versehen mit einem Chip und registriert so genau wann und wie oft sie im Jahr geleert wird (SVZ berichtete). Dieses Verfahren gibt es im ehemaligen Landkreis Bad Doberan schon seit vielen Jahren. Doch mit der Neuregelung ab 2016 „entfällt die bislang gewohnte und von vielen lieb gewonnene flexible Entsorgung der grauen Tonne“ im Altkreis Bad Doberan, so Rüdiger Zöllig.

Und das hat folgenden Grund: Angenommen wird, dass jeder Mensch pro Woche zehn Liter Abfall „produziert“. Ausgehend davon wird die 80-Liter-Tonne für einen Zwei-Personen-Haushalt alle vier Wochen geleert. Insgesamt wird diese Tonne 13-mal im Jahr entleert und dafür sind entsprechende Gebühren zu entrichten. Das war vorher so und gilt auch ab 2016.

Aber: Wenn jemand im Altkreis Bad Doberan die reguläre Entsorgung verpasste oder die Tonne nur halb gefüllt war, konnte er den Behälter bei der nächste Tour, 14 Tage später, entleeren lassen. „Es gibt ja Zeiten, wo man vielleicht im Urlaub ist oder nicht so viel Müll hat. Anderseits gibt es auch Wochen, wenn man zum Beispiel Besuch hat, dass mehr Müll anfällt“, erklärt Zöllig. Entsprechend konnte man dann die Tonne einmal extra rausstellen, ohne an der Zahl von 13 Entleerungen im Jahr zu rütteln.

Mit der neuen Satzung ist das jetzt anders. Wenn jemand eine Leerung verpasst, muss er künftig bis zur nächsten regulären Entsorgung weitere vier Wochen warten. „Um bis dahin über die Runden zu kommen, können handelsübliche Abfallsäcke verwendet werden, für die ein Barcode-Aufkleber käuflich zu erwerben ist“, so Zöllig. Abgefahren werden diese Säcke aber erst beim nächsten regulären Abfuhrtermin. Oder man beantragt zwischenzeitlich den kürzeren 14-täglichen Abfuhrrhythmus. Doch auch das ist dann mit zusätzlichen Gebühren verbunden.

Aus Sicht der Kreistagsfraktion der Grünen regt das keineswegs zur Abfallvermeidung an. „ Wir hatten daher wiederholt Änderungsvorschläge eingebracht, die im Kreistag jedoch keine Mehrheit fanden“, so der Schwaaner. Deshalb habe man gegen beide Satzungen gestimmt.

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