Albanerin in Bützow : Ein neues Leben in einem fremden Land

Der Albanerin Denada Stefani gefällt ihre Ausbildung an der Warnow-Klinik Bützow sehr gut.
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Der Albanerin Denada Stefani gefällt ihre Ausbildung an der Warnow-Klinik Bützow sehr gut.

Die junge Albanerin Denada Stefani absolviert in der Warnow-Klinik eine neue Ausbildung

svz.de von
29. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Vor etwas mehr als zwei Jahren kam Denada Stefani nach Deutschland, um ihre Mutter zu pflegen. Weil sie die Einzige war, die sich um die krebskranke Frau kümmern konnte, blieb sie – wenn auch mit Schwierigkeiten. Die junge Albanerin wollte jedoch irgendetwas tun, Fuß fassen und etwas zur Gesellschaft beitragen. Also entschied sie sich für eine Ausbildung an der Warnow-Klinik Bützow.

Denada Stefani ist 30 Jahre jung. In Albanien hat sie Wirtschaft studiert und fünf Jahre lang in einem großen Telekommunikationsunternehmen gearbeitet. Sie spricht neben ihrer Muttersprache fließend Englisch, Italienisch und seit einigen Jahren nun auch Deutsch. „Als wir vor ein paar Jahren meinen Onkel in Köln besucht haben, hatte meine Mutter plötzlich starke Schmerzen. Sie kam ins Krankenhaus und erhielt wegen ihrer Diagnose eine Aufenthaltsgenehmigung”, berichtet die Albanerin. Die Ausländerbehörde schickte sie und ihre Mutter nach Güstrow. Da sie selbst aber erwachsen ist und in ihrer Heimat kein Krieg herrscht, bekam die 30-Jährige per Gesetz nur eine Duldung. „Ich betreue und pflege meine Mutter. Deshalb wollte ich bei ihr bleiben”, so Denada Stefani.

Die gelernte Ökonomin entschied sich deshalb, in Deutschland neu anzufangen und eine Ausbildung zu absolvieren. In Gesprächen mit deutschen Freunden merkte sie, dass der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin gut zu ihr passt. „Ich bin sehr sozial und arbeite gerne mit Menschen zusammen. Die Krankheit meiner Mutter hat mir auch ein bisschen die Augen geöffnet”, sagt sie.

Für diese Ausbildung tat Denada Stefani alles: Sie brachte sich selbst Deutsch bei, legte die nötigen Sprachprüfungen ab und bewarb sich schließlich bei der Warnow-Klinik in Bützow. Die Klinik sagte zu. Nun darf Denada Stefani für die drei Ausbildungsjahre sowie zwei anschließende Arbeitsjahre in Deutschland bleiben.

„Am 1. September hat ihre Ausbildung begonnen und sie ist wirklich mit Begeisterung dabei”, sagt Pflegedienstleiterin Janett Mawick. Der Auszubildenden selbst gefällt es in der Klinik ebenfalls sehr. „Die Praxis klappt gut. Das Arbeiten mit den Schwestern und Pflegern macht Spaß. Ich muss natürlich noch viel lernen”, sagt sie.

Neben der deutschen Sprache muss sie bald auch viele lateinische Begriffe beherrschen. Derzeit sammelt die 30-Jährige auf der Palliativstation erste Erfahrungen und freut sich darauf, auch alle anderen Bereiche der Warnow-Klinik kennenzulernen.

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