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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 15:20 Uhr

Jürgenshagen : Ein Maler zwischen zwei Welten

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Heute Atelierbesuch bei Karl-Michael Constien in Jürgenshagen / Japanische Kunst und Kultur inspirieren den Maler / Pläne für eine weitere Reise

svz.de von
erstellt am 01.Jun.2014 | 15:43 Uhr

Die jüngste Arbeit von Karl-Michael Constien ist gerade mal drei Tage alt: Gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Sebastian Volgmann gestaltete er den neuen Konzertraum am Jugend-Alternativ-Zentrum „Jaz“ live während der 14. Rostocker Kunstnacht als Graffiti. In seinem kleinen Atelier im Wohnhaus der Familie in Jürgenshagen dagegen zeichnet Constien derzeit an einem Greif in der Technik der alten japanischen Tuschemalerei.

Beide Arbeiten, die auf den ersten Blick nicht viel gemein haben, kennzeichnen das künstlerische Feld, das der 33-Jährige bestellt. „Ich bin mit der Graffiti-Kultur groß geworden“, erklärt der Jürgenshäger. Als freischaffender Künstler verdient er mit der Sprühdose sein Geld, gestaltet Häuserwände, Kinderzimmer oder Sporthallen.

„Die Auftragsarbeiten, bei denen ich freie Hand habe und eigene Ideen entwickeln kann, gelingen am besten“, sagt er und benennt zwei Beispiele. So sollte auf einer Hausfassade in Güstrow-Klueß nach den Vorstellungen des Bauherrn eine Landschaft entstehen. Constien überredete den Auftraggeber und schlug einen fliegenden Drachen, in Japan ein Symbol für Schutz und Sicherheit, vor. Heute ist dieser für viele ein Hingucker. Oder die Sonnenuhr, die Constien auf die Rückseite des väterlichen Hotels in Penzin sprühte. „Es ist vermutlich die erste und größte Wandsonnenuhr mit Sprühfarbe“, schmunzelt der Künstler.

Seiner Begeisterung für die japanische Kunst ging eine den Weg des jungen Mannes prägende Begegnung voraus. Während seines Studiums an der Grafik-Design-Schule in Anklam schrieb er eine Semesterarbeit über den in Japan lebenden deutschen Künstler Heinrich Johann Radeloff. Die beiden trafen sich und fanden auf Anhieb den berühmten „Draht“ zueinander. 2003 ging Karl-Michael Constien für drei Monate als Meisterschüler Radeloffs nach Japan.

Ein bisschen Japan findet Constien vor der Haustür in der von Radeloff begründeten und den Namen dessen Frau tragenden Begegnungsstätte Schloss Mitsuko in Todendorf. Dort beteiligte er sich an Gruppenausstellungen und arbeitet ehrenamtlich als Kurator und Vorstandsmitglied im Förderverein mit. Im Lande Nippons hat Karl-Michael Constien die Arbeit mit dem asiatischen Pinsel auf echtem japanischem Papier für sich entdeckt und weiterentwickelt. Hierzulande gibt es nicht viele Galerien, die die in China und Japan hoch angesehene Schwarz-Weiß-Malerei mit seinen vielen Zwischenschattierungen in ihr Programm aufnehmen. Also schafft Constien eine Brücke, indem er die Acryl- mit der Tuschemalerei zu verbinden sucht.

Parallel zu anderen Projekten bereitet er seine dritte Reise in das asiatische Land vor, die im November ansteht.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in unserer Montag-Ausgabe.

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