Endlich im Einsatzwagen : Ein langer Weg zur Fahrprüfung

Prüfung bestanden: Die Feuerwehrkameraden Christian Hörig (von links), Stefan Arth und Kay Buhrand dürfen den Einsatzwagen nun ganz offiziell fahren. Sie erhalten dafür eine spezielle Erweiterung ihrer Pkw-Führerscheine.
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Prüfung bestanden: Die Feuerwehrkameraden Christian Hörig (von links), Stefan Arth und Kay Buhrand dürfen den Einsatzwagen nun ganz offiziell fahren. Sie erhalten dafür eine spezielle Erweiterung ihrer Pkw-Führerscheine.

Drei junge Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Benitz dürfen nun den Einsatzwagen führen

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23. August 2016, 21:00 Uhr

Die praktische Fahrprüfung ist für viele eine echte Belastungsprobe. Auch Stefan Arth, Kay Buhrand und Christian Hörig hatten mit Nervosität zu kämpfen, als sie kürzlich abwechselnd ans Steuer mussten – allerdings mit Blaulicht im Feuerwehrwagen. „Die Alarmfahrt hat etwas Aufsehen erregt“, berichtet Wehrführer Rainer Mohsakowski. Doch in diesem Fall gab es gute Nachrichten: Die drei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Benitz bestanden nach vier Wochen Ausbildung die Prüfung mit Bravour und dürfen jetzt bei Einsatzfahrten, das große Gefährt lenken.

Doch bis es endlich soweit war, brauchten die Feuerwehrleute Durchhaltevermögen. „Wir haben lange gebraucht, um einen Fahrlehrer zu finden, der das macht“, erklärt Mohsakowski. Denn im Grunde machen die drei zwar einen Lkw-Führerschein, die Bedingungen sind in diesem Fall aber speziell. Sie müssen den Einsatzwagen im Ernstfall mit Blaulicht und Martinshorn sicher durch den Verkehr lenken. Das ist schwerer als es auf den ersten Blick scheint. So muss beispielsweise der Füllstand des mitgeführten Wassertanks bedacht werden. Pflicht sind zudem Rückwärts- und Nachtfahrten – Manöver die im Einsatz sehr häufig vorkommen. Zusätzlich mussten die drei Kameraden im Vorfeld eine Maschinistenausbildung absolvieren und eine Tauglichkeitsprüfung bestehen.

Eine Herausforderung bei den Übungsfahrten war zunächst aber vor allem die fehlende Doppelbedienung. Für Feuerwehrleute gibt es keinen speziellen Trainingswagen, sie lernen auf dem Fahrzeug, dass sie später führen sollen. „Das ist ein Risiko“, weiß auch Fahrlehrer Hartmut Kitta. Doch mittlerweile ist er in dieser Hinsicht entspannt. „Ich mache das jetzt schon ein paar Jahre,“, sagt er. Auch in Zukunft wolle er weiter Feuerwehrleute unterstützen. Denn: „Ich bin der einzige im ganzen Landkreis, der das macht“, sagt der Teterower, der seit 47 Jahren das Auto- und Lkw-Fahren unterrichtet.

2013 wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, um Feuerwehrleute speziell für Einsatzfahrten auszubilden. Dennoch hielten sich die Fahrschulen zurück. „Es gab ja nichts auf dem Gebiet“, sagt Hartmut Kitta. Für alle Führerscheinklassen gibt es konkrete Vorgaben, nicht aber für die Fahrer der Einsatzfahrzeuge. Er setzte sich an ein Konzept, dass er den zuständigen Ämtern vorlegte und konnte nach einigen Nachbesserungen die ersten Fahrstunden in Angriff nehmen.

Für die Feuerwehren bleibt der Mangel an Maschinisten, die die Fahrzeuge führen dürfen, vorerst weiter bestehen. „Das Problem gibt es ja schon lange“, so Rainer Mohsakowski. Scheiden ältere Kameraden, die oft den nötigen Lkw-Führerschein besitzen, aus, verliert die Wehr oft auch einen Fahrer. „Wir jungen Leute müssen nachrücken“, erklärt Christian Hörig nach bestandener Fahrprüfung.

„Ich hatte schon ein bisschen Erfahrung mit Lkw“, berichtet er. Dennoch sei es schwierig mit dem großen Fahrzeug zu jeder Zeit die Übersicht über den Verkehr zu behalten.

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