Schwaan : Ein Jahr voller Herausforderungen

In gemütlicher Atmosphäre warf Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer einen Blick auf das Jahr 2017 und auf das frisch gestartete Jahr. Es wird 2018 vieles passieren, wofür in den zurückliegenden zwölf Monaten die Weichen gestellt wurden.
In gemütlicher Atmosphäre warf Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer einen Blick auf das Jahr 2017 und auf das frisch gestartete Jahr. Es wird 2018 vieles passieren, wofür in den zurückliegenden zwölf Monaten die Weichen gestellt wurden.

Schwaans Bürgermeister Mathias Schauer im Gespräch / Viele Projekte wurden 2017 vorbereitet, die nun umgesetzt werden sollen

svz.de von
04. Januar 2018, 12:00 Uhr

2016 ist in Schwaan viel passiert, was auch Auswärtige sehen können. Der Bahnhofsvorplatz und die Warnowbrücke sind dabei nur die prominentesten Beispiele. 2017 ist aus dieser Perspektive nicht so viel passiert. Das hat auch einen Grund. „Es war ein Jahr mit vielen Vorbereitungen“, sagt Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) im Interview. „Es gab nicht so viele Ergebnisse in der Umsetzung. 2017 war ein Jahr, in dem vieles vorbereitet wurde.“ 2018 wird einiges passieren. Die Bützower Zeitung sprach mit Schauer über das abgelaufene und das frisch gestartete Jahr.

Neben dem Campus der Generationen als Leuchtturmprojekt des Mehrgenerationenhauses (ein Bundesprogramm, dem Schwaan beigetreten ist) denkt Mathias Schauer mit als erstes an die Kinderbetreuungssituation in der Warnowstadt. „Wir hatten in Schwaan das Problem der Kindertagesstätten, dass die Einrichtungen alle an der Grenze der Kapazität sind.“ Der Landkreis sage zwar etwas anderes, „aber gefühlt, für die wachsende Bevölkerung und den Zuzug im Bebauungsgebiet, sind es doch relativ viele Kinder und die Auslastung der Einrichtung hoch“.


Eine neue Kita für die Warnowstadt

Dies ist ein Beispiel dafür, wie 2017 als Planungs- und 2018 als Umsetzungs-Jahr miteinander zusammenhängen. Denn die Kita-Situation nahm Schwaan voriges Jahr als Anlass zum Handeln. Es wurde ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Drei Bewerber, die bereits schon Kindereinrichtungen betreiben, meldeten sich. Das DRK machte schließlich das Rennen. Das DRK betreibt bereits den Jugendclub und den Seniorenclub. Die Stadt Schwaan beschloss dafür kurz vor Jahresende in der Stadtvertretersitzung, eine Fläche in der Bützower Straße zu verkaufen, wo schließlich die neue Kita gebaut werden soll. Perspektivisch soll dort auch die Rettungswache des DRK untergebracht werden, genau wie ein betreutes Wohnen. So werden nicht nur auf dem Campus Generationen zusammengeführt, sondern auch hier. „Es hat viel Arbeit gekostet, das alles auszuloten und zu vergleichen bei drei Interessenten“, sagt der Bürgermeister. In diesem Jahr sollen alle Planungen und das Bürokratische über die Bühne gehen. „Ich gehe davon aus, dass 2019 mit den Arbeiten begonnen wird und vielleicht auch schon die Kinderbetreuungseinrichtung fertiggestellt wird.“ Die Kita habe Priorität.

Gar nicht weit weg, nämlich an der Schule, ist ein weiteres Großprojekt der Stadt beheimatet. Denn die alte Aula soll für den Campus der Generationen weichen. 2017 wurde dafür alles auf den Weg gebracht. „Das sind schon ein paar Aufgaben gewesen“, weiß Mathias Schauer. Das Kommunale Netzwerk wurde ebenfalls aus der Taufe gehoben, auch das habe sehr viel Kraft gekostet. „Ein ordentliches Stück Arbeit, das muss man schon mal so sagen“, erklärt der Bürgermeister.


Tourismuskonzept soll die Stadt voranbringen

Nicht nur das Zusammenwirken der Generationen war und ist ein Hauptaugenmerk Schwaans. Auch der Tourismus. Und der soll in Zukunft noch stärker in den Fokus rücken. Dafür will die Stadt ein Tourismuskonzept anfertigen. 2017 wurde alles dafür in die Wege geleitet, 2018 soll es festgezurrt werden. Ende des Monats wird es Workshops und Treffen mit touristischen Einrichtungen und in dem Metier tätigen Personen geben.

Auslöser dieser Überlegung war die Kunstmühle. Denn der Park hinter dem Museum soll vergrößert werden. Und damit das Areal auch genutzt wird, soll es besser angepriesen werden. Das von Mathias Schauer formulierte Ziel: „Wir wollen die Verweildauer der Besucher weiter verlängern.“ Damit sind nicht nur die Besucher der Künstmühle gemeint, sondern auch die der Warnowschifffahrt und sonstige Gäste. Das Konzept soll die Weichen dafür stellen, „wie sich Schwaan für die Zukunft im touristischen Bereich weiterentwickeln kann“. Im Frühjahr soll das Konzept der Öffentlichkeit vorgestellt werden.


Neuer Standort für die Feuerwehr nötig?

Ein klares Konzept wird nicht nur für den Tourismus nötig, sondern auch – und vielleicht viel mehr – in Sachen Feuerwehr. „Das ist ein entscheidendes Stichwort“, merkt Mathias Schauer an. Denn die 2016 durchgeführte Brandschutzbedarfsplanung ergab, dass der Standort der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan nicht zentral genug liegt, um in alle Richtungen die Ausrückezeit einzuhalten. Mit der alten Schäferscheune, sofern die Rettungswache dort ausgezogen ist, hat der Bürgermeister auch schon eine Idee im Kopf. Der Brandschutzbedarfsplan liegt derzeit dem Kreis zur Prüfung vor. „Das Ergebnis muss erst offiziell werden. Dann setzen wir uns mit der Sache auseinander und sehen dann, ob wir wirklich einen anderen Standort für einen Neubau brauchen.“

Diesbezüglich kann Mathias Schauer nicht unbedingt lachen, hat eher Sorgenfalten im Gesicht. In Sachen Breitbandausbau, den der Kreis in diesem Jahr umsetzen will, hingegen schon. Schnelles Internet? „Wir haben das“, sagt der Bürgermeister. Schwaan samt Ortsteilen sei flächendeckend mit „flottem Internet“ ausgestattet. Das sei allerdings nicht in allen Gemeinden des Amtes der Fall. Doch der Widerstand halte sich in Grenzen. „Eine Gemeinde mit 300 Leuten, wovon 20 nur wollen...“, merkt Schauer an.

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