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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 04:11 Uhr

Wiendorf : Ein Jahr der „Puzzlearbeit“

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Peter Reizlein hat eine Chronik zur Dorfkirche angefertigt

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Als die Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Wiendorf sich 2015 am Tag des offenen Denkmals beteiligten, um interessierten Besuchern ihr Gotteshaus aus dem 14. Jahrhundert zu präsentieren, stellten die Gäste Fragen zur Kirche. Fragen, die nicht alle beantwortet werden konnten. Das war für den Vereinsvorsitzenden Peter Reizlein ausschlaggebend dafür, eine Chronik zu erarbeiten. „Wir wollen schließlich die Kirche in Wiendorf präsentieren“, sagt der 50-Jährige. „Und da ist es besser, viele und vor allem richtige Informationen parat zu haben.“

Zwei Mitglieder des Fördervereins sammelten bereits Materialien und Informationen über die von Linden umringte Dorfkirche. Doch diese waren nicht gegliedert und unsortiert. „Also habe ich mich damit beschäftigt“, sagt Peter Reizlein.

Auch der „Ur-Wiendorfer“ Dieter Ahrens, wie Reizlein ihn bezeichnete, sammelt Informationen und Artikel über das kleine Dorf. „Er gab mir zwei Ordner mit Material, aus denen ich Informationen zur Kirche heraussuchte“, so Peter Reizlein. „Von Dieter Ahrens habe ich viele wertvolle Informationen erhalten.“ Viele alte Zeitungsartikel beispielsweise waren jedoch undatiert, weswegen der gebürtige Hamburger, der seit 2009 in Wiendorf lebt, erst einmal Recherchen anstellen musste. Außerdem standen in einigen Texten Verweise auf andere Quellen, die es zu erlangen und zu lesen galt. Auch mit Pastor Heiner Jungmann stand er in Kontakt, der ihm wiederum mit Material fütterte. „Es war eine richtige Puzzlearbeit.“ Die spornte den Wiendorfer aber nur zum Weitermachen an.

Etwa ein Jahr lang widmete sich der Unternehmensberater der Chronik. Von Berufswegen besitzt er das Know-how, dieser akademische Strukturen zu verleihen, also korrekte Quellenangaben, ein Inhaltsverzeichnis und Querverweise. Es war Reizleins Anspruch, die Chronik „im Rahmen der Möglichkeiten“ einer wissenschaftliche Arbeit anzunähern. Und das neben der Arbeit und einer Familie mit vier Kindern. Er schickte die Rohfassung den anderen Vereinsmitgliedern mit der Bitte um Anmerkungen und Ergänzungen, die ebenfalls eingepflegt werden mussten.

Fertig ist die Chronik dennoch nicht, sie ist ein laufender Prozess. Reizlein bezeichnete die Arbeit als „fertigen Zwischenstand“. Ergänzungen und neue Kapitel, beispielsweise zur für dieses Jahr geplanten Dacherneuerung oder zur Restaurierung der Holzfigur „Anna Selbdritt“, werden folgen.

50 Seiten sind aber bereits jetzt niedergeschrieben, darunter auch Einordnungen in historische Kontexte. Hintergrundwissen floss bewusst mit in die Chronik ein. Denn ein zweiter Grund für die Anfertigung der Arbeit war für Peter Reizlein das Verständnis von der Geschichte. „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann den Weg nach vorn bestimmen“, so der 50-Jährige. Viele würden sich zu wenig mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

Die Chronik wird nicht gedruckt oder gebunden, auch nicht ausgestellt. Wer Interesse an der Historie der Wiendorfer Kirche hat, kann sich bei Peter Reizlein melden.

Bei Interesse wenden Sie sich an Peter Reizlein unter Telefon 0178/493 02 80 oder per Mail an foerderverein.dorfkirche-
wiendorf@web.de

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