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Gnadenhof in Letschow : Ein Herz für bedürftige Tiere

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Christel und Manfred Klein kümmern sich um alte und kranke Hunde und Katzen

von
erstellt am 17.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Elf Hunde und mehr als 30 Katzen – auf dem Gelände von Christel und Manfred Klein in Letschow bei Schwaan herrscht immer reges Treiben. Das Ehepaar kümmert sich um alte und kranke Tiere, hat dafür bereits 2004 den gemeinnützigen Verein Klein’er Gnadenhof gegründet. „Wir waren vorher schon ehrenamtlich im Tierheim aktiv und haben gemerkt, dass die Versorgung dort nicht so gut ist, wie es die Tiere oft brauchen“, erzählt Christel Klein.

Schon damals haben die Kleins, die selbst auch drei eigene Hunde hatten, ab und zu ein Tier bei sich zu Hause aufgenommen, einige auch weiter vermittelt. „Das hat aber irgendwann unsere finanziellen Mittel überschritten“, sagt Christel Klein. Besonders die Tierarztbesuche seien ein großer Kostenfaktor gewesen. Um diesen aufzufangen entschlossen sich die beiden zu der Vereinsgründung. „Wir stemmen die Betreuung der Tiere mit Spenden, aber bezahlen auch privat sehr viel“, so Christel Klein. Die Behandlungen durch die Tierärzte würden etwa 2000 Euro im Monat kosten.

Als eine Entlastung für Privatpersonen möchten die Kleins ihre Arbeit jedoch nicht verstanden wissen. Denn die meisten Tiere auf dem Gnadenhof stammen aus Tierheimen. Neben alten und kranken würden auch Hunde aufgenommen, die nicht vermittelbar sind. So seien auch einige darunter, die bis zu zehn Jahre im Tierheim verbracht haben, sagt Christel Klein. „Wir möchten diesen Tieren, die keine Chance mehr auf Vermittlung haben, einen schönen Lebensabend bereiten.“ Wer sich privat ein Tier anschaffe, müsse dafür selbst die Verantwortung übernehmen – auch wenn es krank oder schon sehr alt ist.

Um den speziellen Bedürfnissen ihrer Schützlinge gerecht zu werden, haben die Kleins viele Seminare belegt. „Wir sind spezialisiert auf agressives und ängstliches Verhalten“, erzählt Christel Klein. Dementsprechend wird auch jeder Neuzugang ganz behutsam in die Gruppe eingeführt, zunächst allein untergebracht und dann nach und nach an die anderen Tiere gewöhnt.

Die Hunde, die derzeit auf dem Gnadenhof leben, haben die unterschiedlichsten Schicksale erlitten. So hat sich Schäferhundmischling Jake beispielsweise als Welpe eine Verletzung an der Wirbelsäule zugezogen, durch die die Funktionsfähigkeit seiner Hinterläufe stark eingeschränkt wurde. Die Kleins haben ihn aufgenommen als er erst etwa acht Wochen alt war – und alles dafür getan, dass die Spätfolgen der Verletzung so gering wie möglich ausfallen. „Wir mussten ihn in seinem ersten Lebensjahr fünfmal operieren lassen, waren sogar in Hildesheim bei einem Spezialisten“, berichtet Christel Klein. Diese Mühen haben sich gelohnt: Jakes Hinterläufe sind zwar nicht voll funktionstüchtig, aber der sechsjährige Rüde kann sich selbständig bewegen.

Für die Katzen gibt es auf dem Gelände eine Quarantänestation, in der kranke und behinderte Tiere untergebracht werden, und ein Katzenhaus, das sie selbstständig verlassen können. „Viele von ihnen stammen auch aus Tierheimen und sind sehr schwer vermittelbar. Einige sind so scheu, dass sie sich jahrelang nicht anfassen lassen“, berichtet Christel Klein.

Die Betreuung der Tiere nimmt die ganze Zeit der Kleins ein, die beide voll berufstätig sind. „Wir bekommen auch Unterstützung von Ehrenamtlichen, aber es ist generell schwierig, Leute zu finden, die genug Zeit für diese Arbeit haben“, so Christel Klein. Als Belastung empfinde sie das Leben mit den hilfsbedürftigen Tieren jedoch nicht. „Uns macht es sehr viel Spaß. Und die Tiere fühlen sich wohl, das ist die Hauptsache.“


 

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