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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 11:39 Uhr

Bützow : Ein großer Tag für die Warnowstadt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Am Sonntag wurde die originalgetreue Replik der Lüdersschen Sonnenuhr eingeweiht

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 05:00 Uhr

„Wenn die Sonne scheint, dann funktioniert sie“, sagte gestern Rainer Boldt, Mitglied des Fördervereins der Stiftskirche, mit Blick auf die Sonnenuhr, die in Schatten gehüllt zunächst nicht verriet, wie spät es gerade war. Fast hätte eine Wolke die feierliche Enthüllung der Lüdersschen Mittags-Sonnenuhr an der Bützower Stiftskirche verdorben. Doch ganz pünktlich verzog sie sich, sodass die vielen Gäste doch noch einen ersten Blick auf die wahre Bützower Zeit werfen konnten. Die originalgetreue, farblich gefasste Nachbildung des historischen Zeitmessers wurde gestern offiziell eingeweiht.

Bereits vor acht Jahren wurde der Beschluss gefasst, dass am ursprünglichen Standort wieder eine Sonnenuhr angebracht werden sollte, um die Lücke an der Südseite des Gotteshauses zu füllen. In einem Abgussverfahren stellte Restaurator Boris Frohberg die Kopie her. Das Original von 1765 ist in der Stiftskirche hinter dem Altar zu sehen.

„Über 30 000 Euro waren notwendig, um diese Replik zu erstellen“, erklärte Rainer Boldt. Eine Summe, die durch viele Spender über Jahre hinweg gesammelt wurde.

Das wunderbare Ergebnis sei dem Wirken vieler zu verdanken, fand auch Axel Ullrich, Vorsitzender des Vereins, dankende Worte. „Es wird in Kürze noch eine Broschüre erscheinen“, erklärte er. Darin enthalten ist dann auch eine Anleitung, um die Zeit richtig von der Sonnenuhr abzulesen und deren Funktionsweise zu verstehen. Denn gegen 13 Uhr gestern zeigte die Sonnenuhr 11.50 Uhr als wahre Bützower Zeit an.

Die Warnowstadt sei nun um eine sehr spezielle Sehenswürdigkeit reicher, fügte Ullrich an. „Heute ist ein großer Tag für die Stiftskirche und die Stadt“, stimmte Rainer Boldt zu. Auch Pastorin Johanna Levetzow fand passende Worte für das „schöne, wundersame Stück an der Kirche“. Denn es gebe für alles eine Zeit – in diesem Fall die Zeit zur Freude und zum Feiern.

Die Enthüllung selbst war ebenso speziell, wie die Sonnenuhr selbst. Denn ein Laken ließ sich einfach nicht befestigen. „Das müssen Sie sich jetzt einfach denken“, erklärte Rainer Boldt. Die Gäste spielten mit und begleiteten den „Enthüllungs-Moment“ unisono mit einem erstaunten „Ahhh“. Im Anschluss gab es dann für jeden, der wollte, ein süßes Stück Sonnenuhr. Denn gefeiert wurde der Anlass mit einer riesigen Torte, auf dem das Kunstwerk abgebildet war.

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