Tanzgala an der Musikschule Bützow : Ein ganzes Leben für den Tanz

Sabine Rosenberg korrigiert die Haltung von Jette. Paula (unten) und Hanna im Hintergrund.      Katja Grabowski
Sabine Rosenberg korrigiert die Haltung von Jette. Paula (unten) und Hanna im Hintergrund. Katja Grabowski

Mit einer Tanzgala im Gymnasium wird morgen in Bützow das 20-jährige Dienstjubiläum der Tanzpädagogin der Musikschule Sabine Rosenberg gefeiert.

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21. September 2012, 10:02 Uhr

Bützow | Hastige Schritte erklingen im langen Flur der Förderschule in Bützow. Ein großer, pinker Berg aus Tüll und Stoff erscheint. Dahinter versteckt ist die Tanzlehrerin Sabine Rosenberg. "Es tut mir leid, dass ich spät dran bin, aber ich war noch mit dem Anfertigen euer Kostüme beschäftigt", sagt Rosenberg zu ihren wartenden Schülerinnen.

Der Umkleideraum wird aufgeschlossen. Endlich kann sie den Kostümberg ablegen. Aufgeregt stehen die zehn Mädchen um Sabine Rosenberg und warten auf ihre Tanzkleider, die die Mädchen anschließend anprobieren.

Für Sabine Rosenberg ist dieses Jahr ein ganz besonderes. Am morgigen Sonnabend feiert sie im Geschwister-Scholl-Gymnasium mit einer Tanzgala zusammen mit ihren Schülerinnen und Besuchern ihr 20-jähriges Dienstjubiläum an der Kreismusikschule. Für das um 18 Uhr beginnende Programm hat sich die 42-Jährige viel einfallen lassen. Sieben Uraufführungen gibt es, Gäste aus Teterow und Güstrow kommen, ehemalige Schüler, Foto- und Filmmaterial werden gezeigt.

"In den vergangenen 20 Jahren ist einiges passiert. Es werden zum Beispiel Ausschnitte aus dem ersten Auftritt im ehemaligen Gebäude der Volkssolidarität im Ellernbruch von 1993 gezeigt", freut sich Rosenberg, die Kinder von drei bis 18 Jahren unterrichtet.

Die Tanzpädagogin nahm mit elf Jahren ihren ersten Tanzunterricht. Getanzt habe sie aber schon vorher. Mit vier Jahren besuchte sie eine Ballettaufführung von Dornröschen. Zwar sei sie eingeschlafen, als auch Dörnröschen in ihren Schlaf verfiel, aber die Faszination hatte sie von da an gepackt, verriet die gebürtige Demminerin. Für Sabine Rosenberg stand von da an fest, dass Tanzen ihre Leidenschaft ist. Nach dem Abitur in Neubrandenburg ging es mit 18 Jahren zum Studium nach Leipzig. Vier Jahre studierte sie Tanzpädagogik.

An ihren anschließenden beruflichen Einstieg erinnert sich Rosenberg noch ganz genau. "Durch einen Zufall entdeckte meine Tante in der Schweriner Volkszeitung eine Anzeige. Die damalige Musikschule Bützow suchte eine Tanzlehrerin. Daraufhin habe ich mich gleich beworben. Das war 1992. Und nun bin ich seit 20 Jahren hier", erzählt die Tänzerin. Momentan laufen die Proben für das große Ereignis auf Hochtouren. Von Stress ist bei der Tanzlehrerin dennoch wenig zu merken, die die Zeit vor den Tanzproben mit dem Nähen und Fertigstellen der Kostüme verbringt. Ein Konzept für das Programm hat die Tanzlehrerin fest im Kopf. Daher entgehen ihr auf den Proben auch die kleinsten Fehler bei der Körperhaltung ihrer Eleven nicht. Sie ist nicht streng, macht auch Späße mit ihren Tanzschülern, solange die Qualität der Bewegung nicht darunter leidet. Aus dem Recorder erklingt die Melodie vom "Rosenwalzer". Die Schülerinnen kennen die Schrittfolgen. Besonders auf die Haltung legt die Tanzpädagogin großen Wert. "Croisê" und "effacê" ruft sie den Mädchen zu und geht zu den einzelnen und korrigiert ihre Haltungen. Es handelt sich dabei um Begriffe für die Bein-und Fußstellung: gekreuzt und offen. "Man benötigt rund ein halbes Jahr, bis die Kinder die gesamte Choreographie beherrschen. Es sind auch nicht immer die gleichen, diese verändern sich von Jahrgang zu Jahrgang. Ich lasse meine Schüler bei der Wahl des Titels mitentscheiden", berichtet die 42-jährige.

Die genaue Anzahl der Schüler während der letzten 20 Jahre habe sie nicht im Kopf. Zu viele waren es. Manche habe sie vom dritten bis zum 18. Lebensjahr begleitet und konnte die Entwicklung miterleben. Rückblickend gesehen, weiß Sabine Rosenberg, dass sich etwas verändert hat: "Die Arbeit bleibt zwar die Gleiche, aber die Kinder verändern sich. Die Umstände sind anders geworden. Schule hat einen größeren Einfluss genommen, die Stunden werden mehr." Deshalb freut sich Rosenberg und ist jedem Schüler dankbar, dass sie alles so gut unter einen Hut bekommen und so diszipliniert mitarbeiten. "Die Reife wächst eben mit dem Alter" , weiß Sabine Rosenberg. Und ihre Tanzschuhe werden auch noch lange nicht in den Dörnröschenschlaf versetzt, denn ans Aufhören denkt die passionierte Tanzlehrerin noch lange nicht.

Zur Tanzgala morgen Abend um 18 Uhr im Bützower Gymnasium sind alle herzlich eingeladen.

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