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Ausstellung in Qualitz : Ein Dorf wird zum Kunstmuseum

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kinder und Jugendliche zeigen Arbeiten, die sie im Allerhand-Verein gefertigt haben

Skulpturen aus Holz, bunte Tiere aus Pappe, Gemälde auf Leinwand – der Qualitzer Allerhand-Verein macht gerade mit der Ausstellung „Äußerungen“ auf sich aufmerksam. Das Bemerkenswerte daran: Die Präsentation der künstlerischen Arbeiten beschränkt sich nicht nur auf den Vereinssitz in der Dorfstraße. Die Kunstwerke sind im Garten des Allerhandhauses genauso zu finden wie an Maschendrahtzäunen im Dorf, in den Schaukästen, die sonst für amtliche Bekanntmachungen genutzt werden, oder in der Bushaltestelle.

Zu entdecken gibt es Arbeiten, die Kinder und Jugendliche in der Holzwerkstatt und den Malzeiten im Allerhand-Verein angefertigt haben. Hinzu kommen Werke, die im Zuge eines Projektes mit der Regionalen Schule Bützow entstanden. „Die Schüler kommen einmal pro Woche zu uns“, sagt Barbara Wetzel vom Vereinsvorstand.

Hinter den kreativen Angeboten für die jüngere Generation verbirgt sich eine klare Mission, wie Barbara Wetzel hervorhebt: „Wir wollen die schöpferische Kraft der Kinder und Jugendlichen wieder stärken. Sie erkennen dabei, dass sie wirksame Dinge tun, sich auf diese Weise äußern können.“

Dieses Prinzip wird schon bei den ganz Kleinen angewandt. Denn der jüngste Hobbykünstler, der sich in der neuen Ausstellung verewigt hat, ist vier Jahre alt. „Der Älteste ist 16. Das ist eine schöne Altersspanne“, sagt Barbara Wetzel. Dadurch entstand auch eine besondere Vielfalt an Arbeiten. Während die siebenjährige Ela aus Holz einen kleinen Fuchs gebaut hat, haben sich Ole (9) und Hulda (10) ein schwierigeres Projekt vorgenommen: Eine überlebensgroße Holzskulptur. Beide Arbeiten sind im Garten des Vereinshauses aufgestellt.

Eine weitere Attraktion dort ist eine bunte Seifenkiste, die einige Jungs aus einer alten Badewanne gebaut haben. „Damit haben sie auch schon eine Runde durchs Dorf gedreht. Während der Fahrt haben sie dann darin gebadet“, erzählt Barbara Wetzel. Auch die Einwohner hätten sich über diese Spritztour sehr gefreut.

Wer den Garten schließlich verlässt, findet an den Laternenmasten in der Dorfstraße knallrote Herzen und Wolken, an den Zäunen prangen unter anderem Leinwände mit den verschiedensten Motiven. Einen stilistischen Grundtenor gibt es nicht, im Vordergrund steht bei allem das Ausleben der kreativen Ideen, egal welcher Art.

Für den Allerhand-Verein ist die Ausstellung ein Pilotprojekt. „Wir machen das das erste Mal auf diese Weise und sind sehr gespannt, wie das so weitergeht“, sagt Barbara Wetzel.

Interessierte können sich noch bis Mitte September von dem Einfallsreichtum der Kinder und Jugendlichen überzeugen. Bis dahin bleibt Qualitz seiner Rolle als Kunstmuseum treu.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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