Bützow : Ein Anlaufpunkt für (fast) alle Anliegen

Schmucklos sieht es derzeit dort aus, wo im Bützower Rathaus der geplante Eingangsbereich entstehen soll. Die Planen wurden angebracht, damit der Staub nicht überall hingelangt.
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Schmucklos sieht es derzeit dort aus, wo im Bützower Rathaus der geplante Eingangsbereich entstehen soll. Die Planen wurden angebracht, damit der Staub nicht überall hingelangt.

Im Bützower Rathaus entsteht ein neuer Empfangsbereich. Wartezeiten sollen minimiert werden – doch dafür sind auch die Bürger gefragt

svz.de von
27. September 2017, 05:00 Uhr

„Das Fernziel ist es, mehr Service und Dienstleistungen für die Bürger an einem Ort anzubieten“, sagt Bützows Stadtsprecher Frank Endjer. Ohne Weg kein Ziel – deswegen beginnen voraussichtlich am 7. Oktober die Arbeiten für den neuen Eingangsbereich im Rathaus. Werner Richters (†) Relief „Gänsekrieg zu Bützow“ musste bereits weichen. Es soll später einen neuenPlatz finden. Das Kunstwerk hing genau da, wo bald ein Warteraum für den neuen Bereich entstehen soll.

An einem Tresen sollen in Zukunft die kleineren Anliegen bearbeitet werden. Als Beispiele nennt Frank Endjer das Aushändigen von Fischereimarken oder Infoblättern sowie schnelle Serviceleistungen touristischer Art wie etwa die Frage nach einem Hotel. „Wir wollen die Servicequalität verbessern“, erklärt Frank Endjer. „Und das fängt im Kontakt zum Bürger an.“ Menschen mit Anliegen, die nicht direkt am Tresen bearbeitet werden können, gehen weiter in den Wartesaal beziehungsweise zu einem Mitarbeiter der drei Büros, die entstehen sollen.

Gern hätte die Stadt die drei Büros größer gebaut, nun werden zwei davon eher beschaulich. Eines wird etwas größer, um auch genügend Platz für Rollstühle und die Kamera zu haben, die für Passbilder auch weiterhin genutzt werden kann.

Drei Mitarbeiter sollen – so lautet der Plan – immer im neuen Eingangsbereich sein. Einer am Tresen, zwei in den Büros, hinzu kommen beispielsweise Auszubildende. Die Besetzung soll durch vier Mitarbeiter im Rotationsprinzip erfolgen.

Damit die Theorie der reibungsloseren Abläufe auch praktisch funktioniert, sind neben den Mitarbeitern auch die Bürger gefragt. Laut Endjer seien im Volksmund Dienstag und Donnerstag die „Behördentage“. Dieser eingebrannte Gedanke muss sich ändern, damit der Wartebereich nicht überquillt. Das Ziel der Stadt ist es, dass die Menschen montags bis freitags kommen, nicht nur dienstags und donnerstags. Doch dieser Prozess müsse laut Endjer begleitet werden. Mundpropaganda, vielleicht Flyer, auf jeden Fall immer wieder Hinweise – die Menschen sollen wissen, dass es die typischen Behördentage nicht gibt.

Unter Umständen bedeutet eine besucherarme Zeit, dass die Rathaus-Mitarbeiter auch mal kein Bürgeranliegen bearbeiten. Zeit zum Däumchen drehen? Nein, betont der Stadtsprecher. Die Mitarbeiter beschäftigen sich dann mit bürgerunabhängigen Tätigkeiten. Doch das müsse sich alles erst einspielen.

Schätzungsweise 80 bis 85 Prozent der Anliegen sollen entweder am Tresen oder in den geplanten Büros bearbeitet werden. Bau- und Steuerangelegenheiten seien laut Frank Endjer Beispiele dafür, die dort nicht abgewickelt werden können. Im Falle von Wohngeldanträgen beispielsweise werden im neuen Empfangsbereich die Anträge ausgegeben und wieder angenommen, sofern alles vollständig ist. Ist dies der Fall, geht der Antrag in die Fachabteilung weiter. „Frontoffice und Backoffice“, nennt Endjer die Zauberwörter. Das bedeutet aber auch, dass die Mitarbeiter aus dem Frontoffice (also dem Empfangsbereich) ihren Pool an Kenntnissen erweitern müssen. „Die Mitarbeiter bekommen bereits Schulungen“, so Frank Endjer.

Bis das Fernziel erreicht ist, ist neben den baulichen Arbeiten auch intern so einiges zu bewältigen. Beispielsweise muss noch geklärt werden, wie die neuen Öffnungszeiten aussehen werden, um auch mal Luft für Schulungen oder Schreibtischarbeit zu haben. Zwei Nachmittage geschlossen? Ein ganzer Tag geschlossen? „Das wird Ende Dezember entschieden“, sagt der Stadtsprecher. Angepeilt wird, dass Ende 2018 alle Abläufe reibungslos funktionieren.

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