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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 11:23 Uhr

Bützow : Ehrendes Gedenken an die Opfer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Am gestrigen Gedenktag erneuerte Ehrentafeln für jüdische Mitbürger, die von den Faschisten ermordet wurden, in Bützow enthüllt

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erstellt am 27.Jan.2014 | 13:58 Uhr

Schon seit langem ging es so manchem Bützower gegen den Strich, dass die Gedenktafeln an die jüdischen Mitbürger Julius und Margarethe Horwitz sowie Gustav Josephy, die von den Faschisten ermordet wurden, fehlerhaft waren. Erst das hartnäckige Veto des alteingesessenen Bützowers Albert Hollien, der die beiden Familien noch kannte, das Engagement des Kultur- und Sportausschusses der Stadtvertretung und insbesondere das von Fritz Hoßmann führten letztendlich zur Erneuerung der beiden Gedenktafeln.

Am gestrigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wurden die Mamorplatten mit den erneuerten Inschriften im Beisein mehrerer Einwohner an den früheren Wohnhäusern der beiden Familien Am Markt und in der Langestraße enthüllt.

Nun ist Am Markt 6 zu lesen: Hier wohnte Gustav Josephy, geboren am 31.10.1894, ermordet am 31. 01.1944 im KZ Auschwitz.

Die Inschrift auf der Tafel in der Langestraße lautet: Hier wohnten Julius und Margarethe Horwitz, geb. am 12.5.1865 / 21.2.1870, verschleppt am 20.11.1942 in das Ghetto Theresienstadt, dort verstorben am 25.1.1943/3.4.1943.

Verfasst wurden die überarbeiteten Inschriften von Fritz Hoßmann, der sich intensiv mit der Heimatgeschichte und mit dem Leben und Sterben der jüdischen Familien beschäftigte und der darüber bereits mehrere Artikel für unsere Zeitung verfasste.

Er erinnerte gestern daran, dass Gustav Josephy in Bützow einst ein angesehener Geschäftsmann war, der am Bahngleis in der Bahnhofstraße (zu DDR-Zeiten ehemaliges BHG- und Wäscherei-Gelände) ab 1920 einen lukrativen Getreide- und Landmaschinenhandel betrieben hatte.

Als sein Todesdatum gilt offiziell der 31. Januar 1944.

Julius Horwitz war in Bützow ein erfolgreicher Kaufmann und geachteter Bürger der Stadt, bis die Nazis die Macht übernahmen. Am 19. November 1942 jedoch wurde das Ehepaar deportiert.

„Bereits zwei Monate nach der Deportation sei der ehemalige Bützower Kaufmann am 26. Januar 1943 im Konzentrationslager an ,Herzversagen’ gestorben, so die offizielle Todesursache“, ermittelte Fritz Hoßmann. „Kurze Zeit später folgte ihm seine Frau mit gleicher Diagnose am 3. April ins Grab.“

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.

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