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Kreisverband Güstrow : DRK gliedert Rettungsdienst aus

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kreisversammlung: Retter ab 1. Juli in gemeinnützige GmbH überführt / Bebauung des ehemaligen Möbelwerks verzögert sich

Ab 1. Juli wird der Rettungsdienst aus dem DRK-Kreisverband Güstrow ausgegliedert und als eigenständige gemeinnützige GmbH geführt. Der Kreisverband ist einziger Gesellschafter. Das erklärte DRK-Vorstandschef Peter Struve Mittwochabend auf der Kreisversammlung.

Damit sei der Weg für die zirka 100 Retter frei, als gGmbH einen vom Kreisverband unabhängigen Tarifvertrag auszuhandeln, so Struve. Letzter Anstoß für diese Entscheidung waren die Streikmaßnahmen im vergangenen Jahr. Damals hatte der Rettungsdienst einen an den öffentlichen Dienst angelehnten Tarifvertrag gefordert. „Das war für den Kreisverband nicht verhandelbar, zumal alle anderen Bereiche nicht beachtet wurden“, erklärt Struve. „Über die Ausgliederung hatten wir schon längere Zeit nachgedacht. Aber der so genannte Warnstreik war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, erklärte der Vorstand. Als Geschäftsführer der gGmbH wird Andreas Bojarra, bisher Leiter Rettungsdienst im Kreisverband, fungieren.

Auf der Kreisversammlung stellte Struve den Jahresabschluss 2014 vor und konnte dabei Zuwächse in nahezu allen Bereichen vermelden. Als Paradebeispiel für eine gute Entwicklung nannte er die acht Kindertagesstätten, deren Träger das DRK ist. Die Auslastung der Plätze liege bei 98 Prozent, darüber hinaus sei ein leichter Trend von der Halb- zur Ganztagsbetreuung zu erkennen. Besonders hob Struve den hohen Sanierungsstand in den Einrichtungen hervor. Mit einer Ausnahme: „Die Kita ‚Bärenhaus’ in Güstrow ist unser Sorgenkind. Da werden wir aber jetzt mit der Modernisierung und Sanierung beginnen“, versicherte er. Aktuell ist die Kita beim Umzug in die ehemalige Hasenwaldschule in der Hamburger Straße. Die Immobilie mietete das DRK für ein Jahr, so dass die Baumaßnahmen am Bärstämmweg im Juni 2016 abgeschlossen sein müssen. Die Sanierung kostet den Kreisverband knapp 1,6 Millionen Euro.

Im Investitionsplan zu finden sind auch 750 000 Euro für den Neubau einer Kita in Gutow. Struve erklärte, dass die Gemeinde nach den gescheiterten Übernahmeverhandlungen (SVZ berichtete) mit der Bitte eines Neubaus an das DRK herangetreten sei. Notwendig dafür sei aber eine Zustimmung des Landkreises, der sein Okay vom Bedarf abhängig mache, erläuterte Vorstandsmitglied Martina Glaser. Die Investitionssumme sei also für den Fall eines positiven Bescheids eingestellt worden, erklärte sie.

Als erfolgreich schätzte Peter Struve die Entwicklung von Pflege und Betreutem Wohnen ein. So hätten auch die drei stationären Pflegeeinrichtungen mit 160 Plätzen eine 98-prozentige Auslastung erreicht. In Gnoien wurde Richtfest für ein Seniorenzentrum, in dem unter anderem die erste Senioren-WG des DRK vorgesehen ist, gefeiert. In Bützow verzögert sich das Projekt von 63 geplanten Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Möbelwerks, weil sich herausstellte, dass der Boden stärker kontaminiert ist als vor dem Kauf des Grundstücks bekannt war. Das Konzept für Betreutes Wohnen im DRK bezeichnete Struve als „Erfolgsgeschichte“. Es gäbe zufriedene Senioren und lange Wartelisten, bilanzierte er.

Steigerungszahlen gibt es aber nicht überall. So sank die Mitgliederzahl 2014 gegenüber dem Vorjahr um über 900 auf 4875 Mitglieder. Vor diesem Hintergrund appellierte Präsidiums-Vorsitzender Reinhard Frankenstein auf der Kreisversammlung an die Delegierten aus den Gemeinschaften und Ortsvereinen, die Anstrengungen zur Werbung von Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern zu verstärken.






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