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Altes Möbelwerk am Bützower See : Drei Bewerber für Filetstück am See

vom

Am 29. Oktober wird es spannend. Dann stellen sich drei Kandidaten vor, die Interesse für das Gelände der ehemaligen Möbelwerke bekundet haben. Damit rückt ein Verkauf wieder näher. Einen Haken hat aber die Sache noch.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2012 | 10:18 Uhr

Bützow | Am 29. Oktober wird es spannend im Hauptausschuss der Bützower Stadtvertretung. Im nicht-öffentlichen Teil stellen sich dann drei Kandidaten vor, die Interesse für das Gelände der ehemaligen Möbelwerke bekundet haben. Damit rückt ein Verkauf des Filetstücks am Bützower See wieder näher.

Die Stadt hatte das rund 15 500 Quadratmeter große Areal u. a. auf der Homepage der Stadt und im Amtsanzeiger ausgeschrieben. Am 28. September lief die Angebotsfrist aus. "Wir haben drei Bewerbungen bekommen", erklärt Bützows Bürgermeister Sebastian Constien auf SVZ-Nachfrage. Dabei ist auch einer von zwei Investoren, die schon vor längerer Zeit Interesse für das Grundstück bekundet haben. Auf der Sitzung des Hauptausschusses sollen nun die drei Bewerber u. a. ihre Konzepte vorstellen. "Bei einem Bewerber handelt es sich zudem um einen Verein. Der benötigt noch die Zustimmung des Präsidiums", so der Verwaltungschef.

Einen Haken hat aber die ganze Sache noch. Mitte der 1990er-Jahre kaufte die Stadt das Areal für rund 280 000 D-Mark. So wollte man sich die Option bewahren, bei der künftigen Nutzung mit Einfluss zu nehmen. Es gab viele Ansätze: Tourismus, neues Gewerbe, altersgerechtes Wohnen. Doch in all den Jahren fehlte es an Investoren mit den entsprechenden Ideen und Geld. Die Stadt ließ zwar vor einigen Jahren Teile des alten Werkes zurückbauen. Doch dabei blieb es. Auch weil der Stadt das Geld fehlt.

Im Frühjahr diesen Jahres gab es nun erneut Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium in Schwerin, weil Investoren an die Rathaustür klopften. Das Ministerium stellte Fördermittel von bis zu 90 Prozent in Aussicht, u. a. für den Rückbau. Eine Bedingung: ein B-Plan, "der aber keine Wohnbebauung beinhaltet", erinnert der Verwaltungschef an die Gespräche. Doch im Juni lehnte eine Mehrheit der Stadtvertreter einen entsprechenden Beschluss über einen B-Plan ab. Man wollte Verhandlungen mit möglichen Investoren nicht durch Einschränkungen in der Bebauung schon vorab erschweren.

Keine Fördermittel für Wohnbebauung

Nun können diese Verhandlungen aufgenommen werden. Aber: Alle drei Bewerber wollen in Richtung Wohnbebauung investieren. Das heißt im Umkehrschluss: Für den Rückbau der Industriebrache gibt es keine Fördermittel. Sprich: Darum müssten sich die Investoren kümmern. "Denn die Stadt hat dafür kein Geld", so der Bürgermeister. Für diese Gespräch hat die Stadt weitere Informationen eingeholt. So gab es Kontakt zum Straßenbauamt Güstrow. Das will bekanntlich in absehbare Zeit die Landesstraßen Vor dem Rühner Tor und Rühner Straße umfangreich sanieren. Auch ein Kreisel in der Möbelwerkskurve gehört dazu. "Da wird die alte Möbelwerksvilla kritisch beäugt", wie es Bauamtsleiterin Doris Zich ausdrückt. Die steht bekanntlich unter Denkmalschutz. Und der sieht bisher das Haus noch als "schützenswert" und möchte den Erhalt der Villa als Bestandteil einer Gesamtinvestition sehen. Ob es dabei bleibt oder ob sich bei einer möglichen Einigung mit einem Investor für das Möbelwerksgelände andere Prioritäten ergeben? Das alles müsse abgewartet werden.

Auch hinsichtlich der Frage, den Zugang zum See für die Bützower weiterhin zu ermöglichen. "Das war immer Anliegen unserer Suche nach und unserer Gespräche mit möglichen Investoren", erklärt Sebastian Constien. Doch da heute genaue Aus- und Zusagen zu geben, dafür sei die Zeit einfach zu früh. Der erste Schritt sei die Sitzung des Hauptausschusses am 29. Oktober, um einen entsprechenden Beschluss zum Verkauf vorzubereiten.

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