Dreetz : Dreetz rettet seltene Obstbäume

Wenn der Vater mit dem Sohn: Arnold Burmeister (r) und Sohn Thomas waren bei der Pflanzaktion in Peetsch mit dabei.
1 von 3
Wenn der Vater mit dem Sohn: Arnold Burmeister (r) und Sohn Thomas waren bei der Pflanzaktion in Peetsch mit dabei.

Gemeinde setzt Sortenerhaltungsprojekt fort / In drei Jahren können die ersten Ableger abgetrennt und neu gepflanzt werden

von
29. November 2015, 18:58 Uhr

Zehn neue Pflaumenbäume stehen jetzt in Peetsch, am Weg neben dem Landschulheim in Richtung See. In etwa drei Jahren könnten davon erste Ableger in Gärten der Region gesetzt und zu eigenständigen Bäume heranwachsen. Damit setzt die Gemeinde Dreetz ihr Sortenerhaltungsprojekt fort.

Schneetreiben hat eingesetzt an diesem Sonnabendvormittag. Thomas und Arnold Burmeister habe bereits ein Pflanzloch ausgehoben, setzten jetzt den ersten Baum. Doch bevor der in die Erde kommt, wird die Wurzel noch mit einem engmaschigen Drahtgeflecht umwickelt. „Das ist wichtig, damit die Wurzel geschützt wird“, erklärt Dirk Müller. Er hat gemeinsam mit Ehefrau Anja Abdank das Projekt angeschoben.

Vor zwei Jahren wurden die ersten seltenen Pflaumensorte in Dreetz gepflanzt. Die jungen Bäume sind mittlerweile prächtig gewachsen. „Das haben wir unseren beiden Gemeindearbeitern zu verdanken. Sie sind die eigentlichen Helden“, schwärmt Müller. Gemeint sind Uwe Woydowski und Karl-Heinz Bruhn. Sie kümmern sich um die Pflege, und die sei enorm wichtig. „Sie kümmern sich darum, dass der Stamm nicht zuwächst, vom Gras befreit wird, damit die Bäume ausreichend Wasser bekommen. Auch müssen sie regelmäßig gegossen werden“, erklärt Dirk Müller. Von den Sorten selbst, die dort stehen, habe er noch nie etwas gehört, räumt Uwe Woydowski ein. „Wir haben in diesem Jahr die ersten Pflaumen gekostet. Nicht alle schmecken mir“, sagt er. Nun kommen zehn neue Sorten hinzu.

Bei den Pflaumensorten handelt es sich um solche aus Ost- und Norddeutschland, die in den zurückliegenden 50 Jahren nicht mehr gezüchtet wurden. Die Baumschulen hätten sich nur noch auf wenige Sorten konzentriert. Dieser Entwicklung setzt der Bundes-Pomologen-Verein sein Projekt zur langfristigen Erhaltung alter Obstsorten entgegen.

In Peetsch werden hochstämmige Bäume gesetzt. Für welche Arte man sich entscheidet, hängt vom Standort ab. „Hochstämmige, bei denen die Krone ab 1,70 beginnt, werden dort gepflanzt, wo man darunter zum Beispiel noch Tiere halten will, mit Maschinen arbeitet oder wo man drunter entlang gehen will, zum Beispiel an Wegen“, erklärt Anja Abdank. Die Mittelstämmigen seien eher für den Garten bestimmt, wo der Kleingärtner gut an die Früchte herankommt. Nach etwa drei Jahren könne man die ersten Reiser (Ableger) aus den Bäumen ziehen, um weitere neue Bäume der seltenen Obstsorten zu pflanzen, erklärt Anja Abdank.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen